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Stanzen und Gießen: Für die industrielle Produktion, das technische Know-How und die Erfahrung ist die Sachsenheimer Firma Kienle + Spiess international bekannt. Geschäftsführer Friedrich Megerle hat Bürgermeister Holger Albrich und Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich laut Mitteilung der Stadt bei einem Firmenbesuch über die Historie und aktuelle Veränderungsprozesse in den Bereichen Fertigung, Logistik und Personalmanagement berichtet.

Seit 1935 befindet sich der Firmensitz nahe des Sachsenheimer Bahnhofs. Das Unternehmen bietet über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg Produkte und Dienstleistungen für Elektroantriebe an. Vom Spalten des Elektrostahls und dem Stanzen der Stator- und Rotorbleche bis hin zum Vergießen der Rotoren, von der Werkzeugkonstruktion bis hin zum Einkleben von Magneten in Rotortaschen und dem Einpressen von Wellen.

Neben dem Sachsenheimer Werk unterhält die Firma derzeit noch zwei weitere Produktionsstätten in Vaihingen/Enz und in Tokod (Ungarn). Seit einigen Jahren setzt Kienle + Spiess neben dem klassischen Geschäftsfeld „Industrieanwendungen“, speziell auf den Bereich „Automotive“. Als Zulieferer und Hersteller von Komponenten für Elektromotoren und Generatoren habe sich das Unternehmen so ein zukunftsweisendes Standbein aufgebaut. Zum Beispiel der neue Audi e-tron erhalte alle Komponenten des Elektromotors exklusiv aus dem Sachsenheimer Werk.

Geschäftsführer Megerle sieht im hauseigenen Werkzeugbau und in der lasergestützten Prototypenherstellung die entscheidenden Vorteile gegenüber der internationalen Konkurrenz. Darüber hinaus könne sich das Unternehmen aufgrund der Profit-Center-Struktur gut auf die Kundenanforderungen ausrichten.

Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich bewertete das zusätzliche Geschäftsfeld als gute Chance, sich am Markt behaupten zu können. Das sei ein positives Signal nicht nur für den Standort Sachsenheim, sondern auch für die Region.

Bürgermeister Holger Albrich zeigte sich erfreut darüber, dass die Neuausrichtung schon sichtbar werde: Zahlreiche neue Anlagen entstehen zurzeit in den Werkshallen und Produktionsbereichen. Albrich hofft, dass dadurch ein vielfältiges Arbeitsplatzangebot entsteht.

Spezialwissen wird wichtiger

„Wir befinden uns auch personell im Umbruch. Weg vom reinen Werker, hin zum breit aufgestellten Planer“, sagte Geschäftsführer Megerle laut Mitteilung. Er betonte, dass die klassischen Fertigkeiten der Werkzeugherstellung und Blechbearbeitung von den Mitarbeitern weiterhin benötigt werden. Sie müssten jedoch durch Spezialwissen zu einzelnen Produktionsbereichen und -prozessen ergänzt werden.

Um die Belegschaft fit für die Zukunft zu machen, bietet das Unternehmen Umschulungsprogramme an und hat für Fortbildungen eine firmeninterne Akademie gegründet. Darüber hinaus beginnen jährlich rund zwölf junge Menschen eine Ausbildung im Unternehmen.

Zum landkreisweiten Firmensommer lud das Unternehmen interessierte Schülerinnen und Schüler zu einem Schnuppertag in den Betrieb ein