Sachsenheim / SUSANNE YVETTE WALTER  Uhr
Mit einer großen Einsatzübung probten die Feuerwehren aus Sachsenheim, Freudental und Vaihingen zwischen Freudental und Hohenhaslach den Ernstfall und koordinierten ihre Zusammenarbeit.

Es war eine der größten Einsatzübungen mit einer dramatischen Ausgangslage: Die Feuerwehren aus Sachsenheim, Freudental und Vaihingen inszenierten am Freitagabend auf der Landstraße zwischen Freudental und Hohenhaslach eine Folge von Auffahrunfällen, bei der gleich mehrere Personen lebensgefährlich verletzt wurden, um für den Ernstfall besser gewappnet zu sein. Die Kooperation der drei Wehren ist recht neu. Die Einsatzkräfte sollen bei Übungen wie dieser Erfahrungen sammeln und so optimal wie nur möglich gemeinsam agieren lernen.

Blaulicht von allen Seiten: Allein zehn Einsatzfahrzeuge verschiedener Feuerwehren jagten an die Unfallstelle. Auch die Vernetzung mit den Hilfskräften des Deutschen Roten Kreuzes wurde praxisnah geübt. Rund 60 Einsatzfahrzeuge und 15 Statisten waren beteiligt, um folgende Unfallsituation zu simulieren: Der Fahrer eines Pkw verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug, überschlug sich beim Gegensteuern und kam neben der Fahrbahn zum Erliegen. Die Insassen sind eingeklemmt. Der Lkw-Fahrer auf der Gegenseite erkannte die Situation und stoppte, um Hilfe zu leisten. Ein nachfolgender Autofahrer erkannte das zu spät, fuhr auf den Lastwagen auf. Beide Fahrer sind verletzt. Der Autofahrer ist ebenfalls eingeklemmt. Durch den Aufprall wurde ein Behälter mit 1000 Liter Diesel beschädigt. Der Kraftstoff begann auszulaufen. Ein von dieser Szenerie abgelenkter Pkw-Fahrer übersieht einen Radfahrer, überrollt diesen. Der Radler liegt verletzt unter dem Auto. Ein Linienbus, den die Firma Spillmann zur Verfügung gestellt hatte, musst so stark abbremsen, dass die Insassen durch den Bus geschleudert wurden und teils ebenfalls verletzt wurden - ein Unfall von einer immensen Größenordnung, der alle verfügbaren Einsatzkräfte auf den Plan ruft.

Die Landstraße wurde deshalb genau an dieser Stelle als Unfallort ausgewählt, weil hier die Einsatzfahrzeuge teils in umliegenden Feldwegen parken konnten und dadurch der Durchgangsverkehr nicht so stark behindert wurde, ließ Dirk Makkens, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Sachsenheim wissen.

Die Kooperation zwischen den Wehren und dem Rettungsdienst wurde seither nicht oft in dieser Dimension auf die Probe gestellt. Außerdem sollten die Feuerwehrangehörigen die Möglichkeit haben, unter Einsatzbedingungen mit ihren Gerätschaften zu üben: Hydraulische und pneumatische Rettungsgeräte, kombiniert mit Gerätschaften zur Schadstoffbeseitigung wurden hier eingesetzt, dazu Pumpen und Aggregate. Dabei gab es viel Gelegenheit die Strukturierung der Einsatzteile zu üben, die Einsatzlage und ihre Darstellung zu erfassen und auch die Kommunikation und die Dokumentation zu trainieren. Der Rettungsdienst hatte Gelegenheit sich inmitten dieser turbulenten Situation in der Konzentration zu trainieren, um seine medizinischen Maßnahmen zu ergreifen.

"Die zielgerichtete Kooperation zwischen den drei Wehren recht neu. Großeinsätze wie diesen gab es gemeinsam vorher nur einmal in Ochsenbach. Dafür läuft alles schon sehr gut", stellte Kommandant Dirk Makkens fest. An der Feinarbeit arbeiten die Wehren intern nach der "Manöverkritik" weiter.