Die Rettung von drei eingeklemmten Unfallopfern und die Sicherung von auslaufenden Betriebsstoffen aus einem großen Heizöl-Tankwagen: Dies waren die Aufgaben, vor denen rund 40 aktive Feuerwehrleute aus Hohenhaslach, Kleinsachsenheim, Ochsenbach, Spielberg und Häfnerhaslach am Samstag bei einer Schauübung standen.

Einsatzleiter Marcel Reinke, der in den vergangenen zwei Wochen seine Ausbildung als Zugführer an der Feuerwehrschule in Bruchsal erfolgreich absolviert hatte, verschaffte sich am Unfallort in der Hohenhaslacher Klingenstraße auf dem Gerländer der Heizölfirma Baumgartner zunächst einen Überblick über die Gefahrenlagen.

Priorität hatten die verletzten Personen auf den Vordersitzen des PKW, der in einen Tankwagen gefahren war. „Zunächst muss der Einsatzleiter schauen, welche Personen den höchsten Verletzungsgrad haben. Dies sind scheinbar die Unfallopfer, die sich aus eigener Kraft nicht befreien können“, kommentierte der Hohenhaslacher Abteilungskommandant Michael Gennert das Geschehen für die zahlreichen Zuschauer, die zur Schauübung gekommen waren.

Mit schwerem hydraulischem Gerät nahmen die Feuerwehrleute nacheinander die Heckscheibe und die Seitentüren des PKW ab, während das Verbundglas der Windschutzscheibe mit einer sogenannten „Fenstersäge“ abgetrennt wurde. Ruhig und konzentriert gingen die Feuerwehrleute zur Sache. Ein Floriansjünger war über das Loch im Heck des Unfallfahrzeugs bereits zu den eingeklemmten Personen geklettert, um diese zu beruhigen und zu betreuen, bis auch das Dach des Fahrzeugs abgenommen werden konnte.

Über eine Trage wurden die scheinbar Verletzten nach draußen befördert. „Es ist dabei besonders wichtig, die Wirbelsäulen zu stabilisieren, um weitere Schäden bei den Unfallopfer zu verhindern. Es gilt für eine Personenrettung bei einem Unfall eine goldene Regel: 60 Minuten nach dem Verkehrsunfall sollten die Unfallopfer im Krankenhaus sein“, machte Abteilungskommandant Gennert deutlich.

Inzwischen hatten sich die Feuerwehrleute auch zum Fahrer des Tankwagens vorgearbeitet, der über eine Schleifkorbtrage auf einer Leiter aus seinem Fahrerhaus herabgelassen wurde. „Wenn alle Verletzten dem Rettungsdienst übergeben sind, können wir uns voll und ganz auf die technische Hilfeleistung konzentrieren. Schon zuvor haben die Feuerwehrleute Auffangwannen für die auslaufenden Betriebsstoffe unter den LKW geschoben“, erklärte Gennert.

Doch um alle Gefahrenstoffe zu binden, verbreiteten die Floriansjünger, sehr zur Freude der umstehenden Kindern, einen weißen Schaumteppich rund um den Tankwagen. Knapp eine halbe Stunde nach dem Eintreffen der ersten Einsatzfahrzeuge am Unfallort war die Rettungs- und Hilfsaktion erfolgreich beendet. „Ich bin mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden. Alles ist ruhig abgelaufen, die Personen wurden so schonend wie möglich geborgen“, zog der Hohenhaslacher Abteilungskommandant ein gelungenes Fazit.

Anschließend hatten alle Feuerwehrleute Gelegenheit beim Hydrantenfest am Hohenhaslacher Gerätehaus auf die erfolgreiche Schauuübung anzustoßen. „Unsere rund 50 Festhelfer sorgen an diesem Wochenende für das leibliche Wohl unserer Gäste“, berichtete Gennert.  Für musikalische Unterhaltung sorgten die Rockband „200 Bar“ aus Böblingen am Samstagabend sowie die Mitglieder des Musikvereins Sersheim zum Frühschoppen am Sonntagmorgen. Auch auf die Kleinen wartete ein kurzweiliges Programm, bei dem die Fahrten in den Feuerwehrautos die Herzen von so manchmen künftigen Floriansjünger höher schlagen ließen.

Natürlich wurde beim Hydrantenfest auch über den möglichen neuen Standort eines gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses im Kirbachtal beim Bromberghof diskutiert. „Wir haben diese Entwicklung des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses aus den Reihen unserer Aktiven angestoßen, und dies macht auf lange Sicht auch Sinn“, erklärte Abteilungskommandant Gennert.