Berufsfeuerwehrtag Fast 24 Stunden im Einsatz

In Kleinsachsenheim musste ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer gebändigt werden.
In Kleinsachsenheim musste ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer gebändigt werden. © Foto: Richard Dannenmann
Sachsenheim / Michaela Glemser 15.05.2018

Rettung einer im Wald vermissten Person, Bekämpfung eines Brands, Befreiung eines unter einem Radlader eingeklemmten Unfallopfers: Dies waren nur einige Übungen, die die 28 Mitglieder der Sachsenheimer Jugendwehr beim Berufsfeuerwehrtag am Wochenende bewältigen mussten. Die Jugendwehrleute organisierten ihre Einsätze weitgehend selbst. Rund 24 Stunden lang wurde so der Dienstablauf einer Berufswehr nachgespielt.

„Hallo hier ist die Leitstelle Sachsenheim“, meldete sich Lukas Neumann und wartete gespannt auf die Auskünfte des Anrufers. Im Feuerwehrgerätehaus in Hohenhaslach war die Leitstelle für die Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren eingerichtet. Es gab zwei Teams, von denen immer zwei Teilnehmer die Leitstelle besetzen mussten. Bei ihnen gingen die Alarmmeldungen für die unterschiedlichen Einsätze ein, über die genau Protokoll zu führen war. Der Zwölfjährige ist seit gut einem Jahr Mitglied der Sachsenheimer Jugendfeuerwehr und war begeistert vom Berufsfeuerwehrtag. „Wir absolvieren ganz verschiedene Einsätze und dürfen in den großen Fahrzeugen mit Sirene fahren. Das macht richtig Spaß“, schwärmte Lukas Neumann.

Sein Freund Ole Hegedüsch schrieb derweil am Computer mit, wohin die jungen Wehrleute als Nächstes mussten und was sie dort erwartete. „Viele Einsätze haben wir schon oft geübt, und wir wissen, was genau zu tun ist. Manche Dinge sind aber auch neu für uns, wie der Gebrauch bestimmter technischer Geräte oder der Druck bei einem Einsatz“, schilderte Ole Hegedüsch.

Jede aktive Feuerwehrabteilung im Stadtgebiet hatte bestimmte Aufgaben vorbereitet. „Natürlich geben die insgesamt acht Betreuer bei Bedarf immer wieder Hilfestellungen bei den Einsätzen, die den Kindern und Jugendlichen vorher allesamt unbekannt sind“, betonte der stellvertretende Jugendwart Sebastian Schmälze. So mussten die Teilnehmer am Gerätehaus in Kleinsachsenheim einen Brand löschen, der durch ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer verursacht worden war und auf die angrenzenden Gebäude überzugreifen drohte. In Spielberg mussten die Kinder und Jugendlichen eine verletzte Person aus einem Schuppen retten, die hinter Heuballen gestürzt war. In Häfnerhaslach galt es eine Person zu finden, die sich im Wald verirrt hatte, und in Ochsenbach musste technische Hilfe bei einem Unfall mit einem Radlader geleistet werden.

Alles streng getaktet

In der Basis, dem Gerätehaus in Hohenhaslach, schulten die Feuerwehr-Kids ihr Theorie- und Erste Hilfe-Wissen. Bei lustigen Spielen sollten sie entspannen. Dort übernachteten sie auch. Der Zeitplan war, wie der Alltag einer Berufswehr, streng getaktet. Freitagnacht um ein Uhr war Bettruhe. Am Samstagmorgen um sechs Uhr hieß es schon wieder: Raus aus den Federn. Alle zwei Jahre gibt es in der Regel den Berufsfeuerwehrtag. „Das kommt bei den Teilnehmern sehr gut an, und sie lernen wirklich viel dabei, denn sie müssen gemeinsam mit ihren Gruppenführern selbst einen Einsatzplan erarbeiten und sich situationsabhängig für verschiedene Lösungen entscheiden“, berichtete der stellvertretende Jugendwart Schmälzle.

Nachwuchssorgen gibt es derzeit keine. Die Jugendwehr der Gesamtstadt hat 36 Mitglieder. „Wir haben im vergangenen Jahr das Eintrittsalter von zwölf auf zehn Jahre gesenkt und dadurch noch einmal enormen Zulauf bekommen“, erklärte Schmälze. Auch der am Wochenende eingesetzte Stadtkommandant Philipp Rousta verfolgte die Übungen. „Die Jugendfeuerwehr ist hoch motiviert. Aber ich bedanke mich vor allem auch bei den Betreuern sowie Ausbildern, die alles ehrenamtlich leisten“, lobte er.