Sachsenheim Es läuft nicht rund im Tender

Die Ibisa-Mitglieder Susanne und Herbert Deumelhuber beraten mit der Vorsitzenden, Heide Frankenhauser (rechts), was sie noch tun können, um Leute in den Tender zu locken.
Die Ibisa-Mitglieder Susanne und Herbert Deumelhuber beraten mit der Vorsitzenden, Heide Frankenhauser (rechts), was sie noch tun können, um Leute in den Tender zu locken. © Foto: Mathias Schmid
Von Mathias Schmid 13.02.2018

Heide Frankenhauser, Vorsitzende der Initiative zur Belebung der Innenstadt (Ibisa), ist etwas ratlos. Musik, Lesungen, Kunst, Treffs – vieles haben die Ehrenamtlichen im Tender schon versucht, doch so richtig anlaufen will die Sache nicht. Die Ibisa-Vorsitzende fragt schon etwas verzweifelt: „Was wollen die Sachsenheimer?“ In das von Ibisa renovierte ehemalige Gebäude der Bahn kommen auch fast ein Jahr nach seiner Öffnung noch immer nur wenige Leute.

Jüngstes Beispiel: die Autorenlesung von Selina Albert vergangene Woche. „Alles war perfekt vorbereitet, der Raum geputzt und mit 35 Plätzen bestuhlt“, berichtet Frankenhauser. Dazu gab’s Selbstgebackenes aus der Küche. Autorinnen-Vater Gunter Albert begleitete die Lesung aus dem Buch „Richy von Wales“ mit einer selbst gebastelten Richy-Marionette. Allein auf Facebook hätten mehr als 1000 Menschen die Nachricht gelesen. Letztlich kam eine Mutter mit ihren drei Kindern aus Kleinsachsenheim, berichtet Frankenhauser. Dass die Veranstaltungen wenig Zuspruch finden, sei kein Einzelfall, bedauert die Vereinsvorsitzende.

Ordentlich läuft das wöchentliche Linsenstüble: Zum Mittagstisch kommen im Schnitt mehr als 10 Leute. Auch bei einer Lesung seien kürzlich 20 Leute dagewesen. Und zum „Teufele“-Stammtisch am Freitagabend kommen immerhin auch rund 10  Leute. Doch das war es auch schon. Beim Speed-Dating waren kürzlich fünf Singles, zum Spielenachmittag im November erschien – wenn auch wohl krankheitsbedingt – nur rund eine Handvoll Leute. Oft sind die Besucher zudem Ibisa-Mitglieder oder Freunde und Verwandte. „Wir wollen aber nicht, dass das eine interne Geschichte ist“, betont die Ibisa-Vorsitzende.

Kaum Käufer im „Lädle“

Vor allem nicht für das eingerichtete „Lädle“, in dem es einige haltbare Grundnahrungsmittel zu kaufen gibt. „Es kommt pro Tag vielleicht ein Interessent“, klagt Frankenhauser. Die Öffnungszeiten wurden bereits wieder auf Donnerstag und Freitag reduziert. „Wenn jemand kommt, findet er es ganz toll. Aber am Ende kommen die Leute nicht und kaufen nicht ein. Das finde ich etwas befremdlich“, meint Frankenhauser. Die Lädle-Mitarbeiter, wie Susanne und Herbert Deumelhuber, wollen nicht aufgeben. „Das animiert uns, noch mehr zu tun“, sagt er. Und sie fügt an: „Wir hoffen auf mehr Leute, wenn das Wetter besser wird.“

Heide Frankenhauser fürchtet dennoch um die Motivation und somit die Bereitschaft der aktiven Vereinsmitglieder. „Einige von uns meinen, dass man in Sachsenheim Geduld braucht, um so etwas zu realisieren.“ Auch von städtischer Seite habe sie gehört, dass es teilweise schwierig sei, Leute für Veranstaltungen zu gewinnen. „Die Frage ist, wie lange man diese Geduld aufbringen kann.“ Immer wieder gebe es bei Ibisa auch Diskussionen bezüglich Programm, Uhrzeiten und Co. „Wir durchschreiten im Moment eine Talsohle“, hofft sie auf baldige Besserung.

Dass die Arbeit bei Ibisa, speziell im Tender an die Substanz geht, zeigt sich an der Vereinsvorsitzenden selbst. „Ich brauche eine Pause“, kündigt sie an. Heißt: Bei der Ibisa-Hauptversammlung Anfang März will sie sich nicht mehr als Vorsitzende aufstellen lassen. Das solle aber keinesfalls als Aufgabe gewertet werden. „Wir haben gute Leute, jetzt fehlt nur noch der Zuspruch.“

Das gibt es im Februar im Tender am Bahnhof

Die Finissage der Ausstellung von Adem Kazama steigt an diesem Sonntag, 18. Februar, 18 Uhr.
Der Blues-Tender mit Jansson Eigenbrodt, der mittlerweile regelmäßig stattfindet, ist das nächste Mal am 23. Februar, 19 Uhr.
Eine neue Ausstellung eröffnet am 25. Februar, 16 Uhr, mit Bildern des technischen Beigeordnete der Stadt Sachsenheim, Gunter Albert.
Zudem gibt es
noch am 19. und 26. Februar, ab 11.30 Uhr, den Mittagstisch Linsenstüble. Anmeldung bei Monika Gebhardt, Telefon (07147) 6194. bz

www.ibisa-sachsenheim.de