Verkehr Erneut Probleme bei der Eisenbahnbrücke

Ein überraschend aufgetauchtes Bahnkabel auf der Südseite bringt den Zeitplan bei der Eisenbahnbrücke durcheinander. Zurzeit ruhen die Bauarbeiten.
Ein überraschend aufgetauchtes Bahnkabel auf der Südseite bringt den Zeitplan bei der Eisenbahnbrücke durcheinander. Zurzeit ruhen die Bauarbeiten. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / bz 21.08.2018

Januar 2019 – noch ist das der Zeitrahmen, zu dem die neue Eisenbahnbrücke in Großsachsenheim für Autos befahrbar sein soll. Doch der Plan gerät erneut mächtig ins Wanken. Wieder ist laut Sachsenheimer Stadtverwaltung ein unerwartet aufgetauchtes Signalkabel der Bahn dafür verantwortlich.

Deshalb liegen aktuell die Außenarbeiten wieder auf Eis, hinter dem Schreibtisch laufen die Berechnungen, wie diese Kabel verlegt werden sollen. Baugrube und Böschung müssen entsprechend gesichert werden, teilt Stadtsprecherin Nicole Raichle auf BZ-Nachfrage mit.  Erst Ende September/Anfang Oktober können die Arbeiten voraussichtlich weitergehen. Das könnte zum Problem werden.

Aktuell sind die beiden Widerlager abgerissen, das nördliche bereits wieder aufgebaut. Bei den Planungen für das südliche Widerlager wurde nun ein weiteres Kabel gefunden. „Man wusste, dass es ein Kabel geben muss, aber nicht, wo es liegt. Auch die Bahn konnte das nicht sagen, weil es keine Pläne gibt“, betont Nicole Raichle.

Eigentlich sollte aber am 10. September die nächste große Sperrung der Gleise für den Aufbau des zweiten Widerlagers erfolgen. Aller Voraussicht nach muss dafür nun ein neues Zeitfenster gefunden werden.  „Aktuell haben wir keinen Bauzeitenplan“, sagt Bürgermeister Horst Fiedler. Der soll demnächst vorliegen. Wie lange es bei einer erneuten Verzögerung dieses Mal dauert, bis ein neues Zeitfenster für eine Gleissperrung gefunden ist, ist noch offen. „Dann kann sich das ganze Projekt wieder um zwei, drei Monate nach hinten verschieben“, befürchtet er.

Zeitplan hinfällig

Der städtische Leiter des Tiefbauamts, Pablo Burkhardt, hatte noch im Juni gegenüber der BZ den 25. Januar als möglichen Tag der Fertigstellung genannt. Bereits damals hatte er weitere Verzögerungen nicht ausgeschlossen. Und auch nach diesem Plan ist noch nicht abschließend festgelegt, wann die Fertigteile der neuen Brücke eingehoben werden. Danach muss noch der Übergang zwischen Straße und Brücke angepasst werden. „Dieser Zeitplan ist jetzt hinfällig“, betont Sprecherin Raichle.

„Wir tun unser Bestes, aber es gibt immer wieder neue Schwierigkeiten. Und wir müssen auch auf alle Sicherheitsaspekte Rücksicht nehmen“, sagt Fiedler auch mit Blick auf die vergangene Woche im italienischen Genua eingestürzte Brücke mit rund 40 Toten, „so etwas darf hier nicht passieren.“ Immer wieder, so betont der zuständige Leiter des Fachbereichs Technik, stoße man auf solche nirgendwo verzeichnete Signalakabel. Teilweise wisse man nicht einmal, ob diese noch aktiv sind ober nicht. „Es muss unbedingt vermieden werden, dass die Kabel beschädigt werden“, betont Fiedler.

Problemkind Eisenbahnbrücke

Seit Oktober 2014 ist die Überfahrt zur Steingrube in Großsachsenheim für Autos bereits gesperrt. Nur zu Fuß oder mit dem Rad kommt man seither auf direktem Weg von Großsachsenheim über die Eisenbahnbrücke dorthin. Die offizielle Umleitung erfolgt über den Feldweg von der Metterzimmerer Straße kommende.

Die ansässigen Vereine – Sportfreunde, Stadtkapelle, Tennisclub und Ditib – sehen die fehlende Anbindung als große Belastung an, klagen über finanzielle Einbußen und Mitgliederschwund (die BZ berichtete).

Die Stadt hatte sich zunächst immer wieder auf eine schwierige Abstimmung mit der Deutschen Bahn wegen möglicher Sperrzeiten der Gleise berufen. Doch auch seit dem Baustart 2017 tauchen immer wieder Probleme auf, wie schlechter Untergrund oder nicht in Plänen vorhandene Bahnkabel. msc

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