Klimaschutz ist ihr wichtig. Isabell Braun aus Kleinsachsenheim will sich aktiv dafür einsetzen, dass der Ausstoß an Treibhausgasen deutlich reduziert wird und neue Lösungen für eine nachhaltige Zukunft entwickelt werden. Dafür geht die 17-jährige Schülerin der Ellental-Gymnasien nicht nur bei der weltweiten Bewegung „Fridays for Future“ auf die Straße, sondern sie nimmt derzeit auch am sogenannten „2 Grad Campus“ der Organisation World Wide Fund For Nature (WWF) Deutschland teil.

„Ich habe über diese Veranstaltung gelesen, die auch schon in den zurückliegenden Jahren stattfand. Das hat mich neugierig gemacht, und ich habe mich online um eine Teilnahme beworben. Der Bereich des Klima- und Naturschutzes interessiert mich sehr und in diesem Themenfeld sehe ich auch meine berufliche Zukunft“, macht Isabell Braun deutlich.

Eine von 20 Teilnehmern

Im Januar dieses Jahres erhielt sie die erfreuliche Nachricht, dass sie als eine von 20 Teilnehmern im Alter zwischen 15 und 19 Jahren am diesjährigen „2 Grad Campus“ ausgewählt wurde. Im Rahmen von drei Arbeitsblöcken um die Oster-, Sommer- und Herbstferien herum wollen sich die jungen Menschen mit einer klimafreundlichen Zukunft in den Bereichen der Energie, der Mobilität, der Ernährung und des Wohnens auseinandersetzen.

„Uns stehen dabei renommierte Klimaforscher zur Seite, die uns auch Einblick in aktuelle Forschungsprojekte geben und uns bei der Entwicklung von unseren eigenen, neuen Lösungswegen unterstützen“, erläutert die Kleinsachsenheimer Nachwuchsforscherin. Isabell Braun kümmert sich um das Themenfeld der Ernährung. „Als ich in den Osterferien erstmals in Berlin mit den anderen Teilnehmern zusammengetroffen bin, wollte ich eigentlich rund um die erneuerbaren Energien forschen. Ernährung hat mich nicht so sehr interessiert, aber jetzt bin ich ganz froh über meine Zuteilung, denn wir durften den Themenbereich nach unseren speziellen Interessensgebieten strukurieren“, so Braun.

Nach einer allgemeinen Einführung zur WWF-Organisation und den Zielen des Klimaschutzes sowie dem Besuch der unterschiedlichsten wissenschaftliche Institute in der Bundeshauptstadt, haben die jungen Campus-Teilnehmer im Frühjahr ihre Forschungsthemen detailliert eingegrenzt. Braun geht der Frage nach, wie viele Tiere auf wie viel landwirtschaftlicher Fläche nachhaltig und sinnvoll gehalten werden sollten und welche Auswirkungen dies auf den Fleischkonsum hat.

„Es kommt mir dabei vor allem auf eine ökologische und artgerechte Tierhaltung an. Ich habe von meiner Mentorin für dieses Themengebiet in der Zwischenzeit viel Informationsmaterial zugeschickt bekommen und habe auch im Internet eifrig recherchiert. Rund zehn Fachfragen mussten wir zuhause vorbereiten“, betont die Kleinsachsenheimerin, die seit dieser Woche wieder in Berlin ist, wo sich die Nachwuchsforscher zunächst im bekannten Wannsee-Forum treffen.

Anschließend werden sie, je nach Themengebiet, die unterschiedlichen Partneruniversitäten des „2 Grad Campus“ besuchen, um dort mit Fachleuten ihre Themengebiete nochmals zu vertiefen. „Ich werde an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde forschen und dabei auch mit Landwirten der Umgebung sprechen, die beispielsweise auf ökologische Schweinehaltung spezialisiert sind“, berichtet die Kleinsachsenheimerin.

Ihr zur Seite steht dabei Prof. Dr. Anna Maria Häring vom Fachbereich für Landschaftsnutzung und Naturschutz der Hochschule in Eberswalde, die sich mit ihren Forschungen der Politik und den Märkten in der Agrar- und Ernährungswissenschaft widmet. „Auf die Gespräche mit ihr freue ich mich sehr, denn die Globalisierung hat ganz massive Auswirkungen auf die Landwirtschaft und damit auch auf unsere Ernährung“, unterstreicht Braun, die auch in ihrem Alltag auf einen bewussten Fleischkonsum aus regionaler Tierhaltung Wert legt.

Interaktives Webinar

Die Ergebnisse ihrer Forschungen wird die Oberstufenschülerin in einer Präsentation zusammenfassen, die auch Eltern und Freunde in einem interaktiven Webinar am 24. Juli 2019 anschauen und live miterleben können. Im Herbst dieses Jahres werden alle Nachwuchsforscher ihre Studien nochmals einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

„Zum Abschluss des Campus erhalten wir alle ein Zertifikat, das mir hoffentlich auch bei meiner beruflichen Zukunft nützlich ist. Ich habe jetzt schon gemerkt, dass ich in diesem Bereich weiter aktiv sein möchte und mich auch in meinem späteren Berufsleben engagieren will“, so Isabell Braun.

Forschung, Umwelt, Klimaschutz, Ernährung: In diesen Bereichen will die Kleinsachsenheimerin später wissenschaftlich arbeiten und vielleicht selbst einmal einen künftigen „2 Grad Campus“ als Expertin begleiten.

Info Unter der Internetadresse www.wwf-jugend.de ist eine Anmeldung zum Webinar mit den Forschungspräsentationen der jungen Teilnehmer am „2 Grad Campus“ möglich.