Auf dem Schulcampus in Großsachsenheim steht die Verpflegung auf dem Prüfstand. Die Leistungen sind turnusgemäß neu ausgeschrieben. Ändern sollen sich aber nicht nur eventuell die Anbieter, sondern auch die Qualität des Essens. Das ist auch Ergebnis eines runden Tischs mit allen „am Schulleben Beteiligter“ im September, wie die Verwaltung mitteilt.

Unzufriedenheit kam vielerseits beim Thema Pausenverpflegung auf. Den betreiben aktuell zwei ortsansässige Bäcker, was grundsätzlich als positiv gesehen wird. Allerdings ist der Vorwurf: Das Angebot sei nicht kindgerecht. „Schon seit längerem wird dieser Pausenverkauf vonseiten der Schulleitungen und der Stadtverwaltung kritisch verfolgt, da die Produktpalette der Bäcker in großen Teilen nicht den Anforderungen an eine ausgewogene Schulverpflegung entspricht“, kritisierten die Verantwortlichen kürzlich in einer Sitzungsvorlage des Verwaltungsausschusses. Durch die neue Ausschreibung will die Stadt „die Chance nutzen und das Thema in die richtige Richtung lenken“, wie Milena Müller, Teamleiterin Bildung, Betreuung und Bürgerengagement bei der Stadt, betont.

In der Kritik stehen Getränke mit hohem Zuckeranteil in Tetrapacks und Pausensnacks, „die sich bei den Schülern zwar großer Beliebtheit erfreuen, aber mit hohem Fett- und Zuckergehalt kein geeignetes Frühstück für Heranwachsende darstellen“. Als Beispiel werden Leberkäs- und Schnitzelbrötchen, Croissants mit Zuckerglasur oder süße Stückle aufgeführt.

Die Kritik bestätigen auch die Schulleiter auf BZ-Nachfrage. „Grundsätzlich ist ja nichts einzuwenden, wenn Schüler mal ein süßes Stückle essen. Aber wenn es das erste ist, was sie am Tag in den Magen bekommen, ist es schwierig“, meint Bernhard Dietrich von der Gemeinschaftsschule. Und genau da liegt offenbar das Problem: Die Schulleitungen beobachten eine Zunahme der Kinder, die ohne gefrühstückt zu haben und ohne Vesper in die Schule kommen.

„Uns stören vor allen Dingen die süßen Getränke. Einerseits predigen wir gesundes Essen, andererseits wird dann so etwas ausgeschenkt“, betont Susanne Pohl, Leiterin der Kraichertschule, „das unterläuft unsere Erziehungsziele. Auf der anderen Seite kann ich die Anbieter verstehen, weil die Kinder es eben kaufen.“ Ihr Fazit: „Es muss für beide Seiten attraktiv bleiben.“

Deshalb hat die Verwaltung klare Vorgaben für die Ausschreibung gemacht: So sollen künftig wenig bis keine Süßgetränke mehr verkauft werden. Auch Einwegverpackungen sollen „möglichst“ verschwinden. „Denkbar wäre die Einführung eines Pfandsystems“, heißt es. Die Auswahl an süßen Stückle soll eingeschränkt werden, Süßigkeiten werden künftig nicht mehr angeboten.

Kein fester Bio-Anteil

Weniger Änderungsbedarf sehen die Beteiligten beim Thema Mensa-Essen. Vereinzelt seien natürlich Probleme an ihn herangetragen worden, berichtet Dietrich, der auch die Eichwald-Realschule geschäftsführend leitet. Und dann auch weniger wegen des Caterers Apetito selbst.  „Zum Teil gibt es offenbar Qualitätsprobleme in der Essensaufbereitung vor Ort“, sagt er. Er selbst esse nicht regelmäßig in der Mensa, sei bei seinen bisherigen Besuchen aber grundsätzlich zufrieden gewesen. Die Kraichertschule kocht ohnehin selbst. Auf einen festen Bio-Anteil wurde nach dem runden Tisch abgesehen.

Auch beim Pausenverkauf war die Idee aufgekommen, diesen durch eine Schülerfirma zu leisten. Doch hier ist die Stadt bei insgesamt 1100 zu betreuenden Kindern und Jugendlichen der Auffassung, dass „solch ein pädagogisches Dauerprojekt sowohl von der Gemeinschaftsschule als auch von der Eichwald-Realschule nicht leistbar“ sei.

Kleinsachsenheim ist erneut „Gesunde Schule“


Abseits der Pläne für den Schulcampus in Großsachsenheim ist die Grundschule Kleinsachsenheim erneut mit dem Zertifikat „Gesunde Schule“ des Landkreises Ludwigsburg ausgezeichnet worden. Die Schule regt in vielfältiger Weise zu einer gesunden Lebensführung an, bietet Bewegungsangebote und legt Wert auf ein positives Schul- und Klassenklima. Unterstützt wird sie von vielen inner- und außerschulischen Partnern, heißt es auf der Internetseite der Schule. Neben Sport und Gewaltprävention stehen beispielsweise gemeinsames Frühstück, Zubereiten einer Mahlzeit bei den Größeren sowie ein Ernährungsführerschein auf dem Plan der Grundschule. msc