Sachsenheim Erfahrung aus vier Gemeinden - Britta Schleyer kandidiert für Landessynode

Pfarrerin Britta Schleyer.
Pfarrerin Britta Schleyer. © Foto: Rudi Kern
RUDI KERN 14.11.2013
Am 1. Dezember wählen die evangelischen Gemeindeglieder in Württemberg die Vertreter für die Landessynode. In der Reihe "Kirchenwahl" stellen wir die Kandidaten des Wahlbezirks Vaihingen/Mühlacker vor.

Die Theologin Britta Schleyer, die das Pfarramt II in Großsachsenheim betreut, kandidiert bei der Wahl zur Landessynode für die Gruppierung "Offene Kirche" in der Wahlarbeitsgemeinschaft "Kirche für den Menschen". Die 57-jährige Mutter von zwei erwachsenen Kindern ist verheiratet und wohnt in Ensingen.

Was hat Sie dazu bewogen, für die Landessynode zu kandidieren?

BRITTA SCHLEYER: Ich wurde angefragt und war aus zwei Gründen gerne bereit zu kandidieren. Ich kann einerseits meine 30-jährige Erfahrung als Gemeindepfarrerin in die Synodalarbeit einbringen, und andererseits finde ich es wichtig, die kirchlichen Strukturen auf dieser parlamentarischen Ebene kennenzulernen und mit Menschen zusammenzuarbeiten, die sich hier engagieren.

Welche Gründe haben sie bewogen, die Gruppierung "Offene Kirche" zu vertreten?

SCHLEYER: Ich bin, seit ich auf der Pfarrstelle in Großsachsenheim bin, auch im Leitungskreis der Arbeitsgemeinschaft "Kirche für den Menschen". Als Wahlarbeitsgemeinschaft der beiden Gesprächskreise "Offene Kirche" und "Evangelium und Kirche" begleitet "Kirche für den Menschen" die Arbeit der Landessynodalen. Ich kandidiere für die "Offene Kirche", weil sie meines Erachtens die Fragen der Menschen aufgreift, denen ich in den Gemeinden begegne, sowie biblisch fundierte Antworten gibt. Und weil sie sich für eine Kirche einsetzt, die sensibel ist für gesellschaftliche Problemfelder und da Benachteiligte wirklich in den Blick nimmt, wie zum Beispiel von Armut bedrohte Menschen oder Asylsuchende.

Wie ordnen Sie ihre Gruppierung "Offene Kirche" ein?

SCHLEYER: Drei Aussagen von "Kirche für den Menschen" sind: Wir treten ein für eine Kirche, die selbstbewusst und kritisch in der Gesellschaft präsent ist, ihre Stimme für die Benachteiligten und Schwachen erhebt und mit ihnen gemeinsam Wege sucht und geht. Eine Kirche, die sich weltweit verbunden weiß und eintritt für Gerechtigkeit in der einen Welt. Eine Kirche, in der Menschen in ihrer Verschiedenheit den Leib Christi bilden und die darin ihren Reichtum sieht. Zwei Aussagen aus dem Wahlprogramm der "Offenen Kirche" stehen für Zusammenarbeit - gegen Kirchturmdenken: Die "Offene Kirche" tritt dafür ein, dass Gemeinden und Kirchenbezirke gestärkt werden. Für Toleranz, gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung: "Offene Kirche" engagiert sich in der Landessynode dafür, dass unsere Landeskirche die Gesellschaft aktiv mitgestaltet.

Was werden Ihre persönlichen Schwerpunkte bei einer Wahl in die Landessynode sein?

SCHLEYER: Meine Schwerpunkte in der Gemeindearbeit und auf Kirchenbezirksebene sind die Ökumene, der interreligiöse Dialog und die Erwachsenenbildung. Diese Erfahrungen will ich auch in die Landessynode einbringen. Darüber hinaus will ich mich dafür einsetzen, dass das Geld dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird. Sei es in den Kirchengemeinden, damit die Arbeit, auch die qualifizierte ehrenamtliche Arbeit, fortgesetzt werden kann, sei es im diakonischen Bereich oder bei den gemeindeübergreifenden, sogenannten Sonderpfarrstellen. Zum Beispiel Friedenspfarramt, Gespräch zwischen Juden und Christen, sowie Islambeauftragte.

Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie in der Kirchenpolitik, in kirchlichen Organisationsstrukturen?

SCHLEYER: Ich kenne die Kirchengemeinderatsarbeit aus vier unterschiedlichen Kirchengemeinden und bin derzeit Mitglied im Kirchenbezirksausschuss.

Kann die Arbeit der Landessynode "transparenter" gestaltet werden, beziehungsweise, wie gelingt es, deren Arbeit dem "normalen" Gemeindeglied nahezubringen?

SCHLEYER: Die Informationsweitergabe innerhalb der kirchlichen Strukturen funktioniert nach meiner Erfahrung gut, auch dank der regelmäßigen Präsenz der seitherigen Landessynodalen in den Gemeinden und im Kirchenbezirk. Um die Arbeit der Landessynode in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, braucht es eine gute Pressearbeit. Hier sollte nicht an Stellen gespart werden und diese auch mit journalistisch erfahrenen Personen besetzt werden.

Info Alle Artikel der BZ-Serie zur Kirchenwahl gibt es unserer Internetseite unter dem Stichwort "Kirchenwahl" zum Nachlesen: