Sachsenheim / Von Ifigenia Stogios  Uhr

Die Eisenbahnbrücke in Großsachsenheim war lange ein Sorgenkind der Stadt, sie ist es aber bald nicht mehr. Bereits 2014 war die alte Brücke gesperrt. Baustart der neuen Brücke war im Jahr 2017. Bereits im Januar  sollte sie befahrbar sein, doch ein Signalkabel der Bahn machte der Stadt einen Strich durch die Rechnung. Nun steht jedoch der Fertigstellung nichts mehr im Weg. Jetzt werden nur noch der  letzte Feinschliff durchgeführt. Nach den Straßenbauarbeiten müssen noch Arbeiten auf der Brücke gemacht werden.

Doch was steht noch an? Der Kran ist bereits abgebaut. Der Gussasphalt auf dem Brückenbauwerk wurde aufgebracht. Noch bis 5. Juli werden die Versorgungsleitungen (Wasser, Strom, Telekom, Straßenbeleuchtung) durch ein bereits bestehendes Schutzrohr unter der Brücke verlegt. Ab 8. Juli. werden die Straßenbauarbeiten der nördlichen und südlichen Anschlusspunkte (Brücke) asphaltiert, heißt es seitens der Bauleitung. Bauende ist laut dem Tiefbauleiter Pablo Burckhardt der 1. August.

Seit fünf Jahren ist die Überfahrt zur Steingrube in Sachsenheim für Autos gesperrt. Das sorgte für viel Unmut. Autofahrer mussten einen Umweg über einem Feldweg fahren. Nur zu Fuß oder mit dem Rad war es möglich über eine provisorische Brücke den Sportplatz, die Moschee und die Tennisplätze zu erreichen. Vereine wie Sportfreunde, die Stadtkapelle, der Tennisclub und Ditib waren davon betroffen.

Dass sie über einen so großen Zeitraum nicht mit dem Auto erreichbar waren, machte sich im Vereinsleben negativ bemerkbar. Der Vorsitzende der Sportfreunde, Dieter Stuiber, spricht von einem „großen finanziellen Verlust“. Weil der Weg zum Vereinsheim nicht befahrbar war, „mussten wir unserem Pächter die Hälfte der Pacht erlassen und das über fünf Jahre lang hinweg.“ Aber das war nicht das einzige Problem: „Gastmannschaften waren unzufrieden, Schiedsrichter haben den Weg zu uns nicht gefunden, Eltern konnten ihre Kinder nicht zum Training bringen.“ Er berichtet noch: „Auf dem Gelände liegt noch einiges rum, ich hoffe, dass es bis zur Einweihung beseitigt wird.“ Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei laut Stuiber allerdings gut verlaufen. „In den letzten drei Jahren gab es einen regen Austausch mit dem Tiefbauamt, man wurde über die Bauphasen informiert.“

Im Gegensatz zu den Sportfreunden hatte der Tennisclub mit „keiner finanziellen Einbuße“ zu kämpfen, berichtet der Vorsitzende, Uli Schneiderhan, da der Verein keine Bewirtung anbietet. Aber „es kamen weniger Sportler zum Tennisspielen, weil sie wegen des Feldwegs Angst hatten; dass ihr Auto beschädigt wird. Durch die kurzen Wege nach der Einweihung, erhoffen wir uns neue Mitglieder.“ Die Stadtkapelle war weniger von der Sperrung beeinträchtigt, schließlich befindet sich in der Steingrube nur ihr Lagerraum.

Zelte und jegliche Gegenständer zur Bewirtung bei Vereinsfesten werden in dem Raum untergebracht. Vorsitzender Jürgen Vollmer berichtet: „Das Aufladen hat über eine Stunde gedauert.“ Die Vereine können wieder aufatmen. Am 3. August soll laut Vereinsangaben die Einweihung stattfinden, die Stadt bestätigte nur, dass dies im August geschehen wird. Für die Bevölkerung findet im Oktober ein Fest statt.

Im Nachgang können jedoch tageweise um die Brücke herum noch Arbeiten stattfinden, damit zum Beispiel „die Böschungen angeglichen werden“, so Burckhardt. Das heißt, dass die Brücke nochmals an vereinzelten Tagen gesperrt sein wird. Burkhard sei froh, dass er das Projekt nun beenden kann, verrät er. Die größte Herausforderung für ihn: „Lösungen für Probleme zu finden, mit denen man vorher nicht gerechnet hat.“