Pfarrerin Britta Schleyer geht am 26. Mai in den Ruhestand. Ihre Stelle wird daraufhin gestrichen. Eine Gesamtkirchengemeinde soll entstehen. Seit zwölf Jahren hält sie das Evangelische Pfarramt Nord Großsachsenheim inne. Über ihre bisherige Zeit in der Sachsenheimer Kirchengemeinde hatte sie bei der Versammlung der Kirchengemeinde am Dienstag im Gemeindehaus nur Positives zu berichten. Sie schwärmte von aufgeschlossenen Menschen, die sich gerne einbringen. Ihr Gehen und der Pfarrplan 2024 bringt einige Veränderungen mit sich. „Die Beschlüsse zur Umsetzung des Pfarrplans greifen immer dann, wenn eine Stelle vakant wird, beispielsweise bei einem Stellenwechsel“, weiß die Pfarrerin.

Alle sechs Jahre entsteht ein neuer Plan. Die aktuellen Folgen: „In der ganzen Landeskirche fallen sukzessive Pfarrstellen weg.“ Sachsenheim bleibt nicht verschont. Der Plan sieht vor, dass im Distkrikt Sachsenheim Stellen eingespart werden. Zum Distkrikt gehören noch Oberriexingen und Unterriexingen. Eine halbe Stelle wird in Unterriexingen wegfallen und die Stelle Schleyers in Sachsenheim Nord wird gestrichen. Sie versteht nicht, weshalb es sinnvoller sei, diejenige Pfarrstelle zu steichen, die mit Abstand „die allermeisten Gemeindemitglieder hat“. Sie ergänzt: „Diese Logik hat sich mir bis heute nicht erschlossen.“ Schließlich zähle die Kirchengemeinde 2000 Mitglieder. Es seien schon in der Vergangenheit halbe und 75 Prozent-Stellen geschaffen worden, die allerdings schwer zu besetzen waren. Es gab aber noch die Überlegung, dass mehrere kleine Gemeinden von einer Pfarrstellen aus versorgt werden.

Die Vorgabe des Oberkirchenrats ist nun aber folgende: Jeweils ein Pfarrer aus der Gemeinde Häfnerhaslach-Ochsenbach-Spielberg und Hohenhaslach sollen zu je 25 Prozent Großsachsenheim Nord versorgen. Wie genau die Versorgung nach Ausfall der Stelle funktionieren soll, ist noch unklar. Es finden deswegen seit längerer Zeit Treffen der Pfarrschaft und der Steuerungsgruppe statt, in denen an einer Lösung gearbeitet wird und Modelle diskutiert werden. Entscheidungen darüber können nur die jeweiligen Kirchengemeinderäte vor Ort treffen.

„Dass die Situation für Großsachsenheim nicht einfach ist, sieht inzwischen auch der Oberkirchenrat“, berichtete Schleyer. Aus diesem Grund, schlug er eine Übergangslösung für zwei Jahre vor. Das heißt, es soll noch innerhalb dieses Zeitraums ein Pfarrer nach Großsachsenheim kommen, der ausschließlich die Versorgung von Schleyers Bezirk übernimmt, bevor die Nachbargemeinden aktiv werden.

„Da die Nachbarpfarrer nur zu 50 Prozent mitversorgen, muss dort etwas ausfallen oder an Ehrenamtliche übergehen werden“, sagte Schleyer weiter. Diskutiert wird, ob eine Person bestimmte Arbeitsbereiche wie etwa die Erwachsenenbildung oder den Konfirmandenunterricht übernimmt. Den Seniorenkreis wird es im Juni wieder geben, ließ Schleyer die Kirchenmitglieder wissen. „Für den interkulturellen Kreis hat sich Pfarrerin Ira Philipp als Ansprechpartnerin bereit erklärt.“