Wegen rechnerisch 0,33 Personen, muss in Häfnerhaslach noch einmal zur Ortschaftsratswahl aufgerufen werden (die BZ berichtete). Parteien und Fraktionen hatten zusammen nur fünf Kandidaten gefunden. Mindestens 5,33, also tatsächlich sechs wären für ein vollwertiges Gremium notwendig gewesen. Acht Sitze gibt es eigentlich zu vergeben. Die bis zu drei fehlenden Sitze sollen jetzt am 12. Januar besetzt werden. Die politischen Gruppierungen müssen jetzt erneut auf Kandidatensuche gehen.  Holger Springer, der bis zur Wahl das Rumpf-Gremium kommissarisch als Ortsvorsteher weiter leitet, ist zuversichtlich.

„Wenn möglich, sollte jede Fraktion, die im Gemeinderat vertreten ist, drei Bewerber finden. Dann hätten wir 15 Bewerber und könnten die drei übrigen Plätze gut besetzen“, hofft Springer. Letzteres müsse das Ziel sein. Denn: „Sind weniger Sitze belegt, laufen wird auch ständig Gefahr, dass wir nicht beschlussfähig sind.“ Mindestens vier Räte müssen dafür anwesend sein.

Die Zeichen, dass sich ein paar Freiwillige finden, stehen gut. Schon vor der eigentlichen Kommunalwahl Ende Mai, aber eben nach dem Bewerbungsschluss hatte Sachsenheims Verwaltungs-Teamchef Stefan Trunzer von positiven Signalen vonseiten der Fraktionen gesprochen. Auch Holger Springer hat schon positive Gespräche geführt. „Komischerweise sind die Leute, als das bekannt wurde plötzlich auf mich zugekommen und haben gemeint: ‚Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es mir noch mal überlegt.’“ berichtet der Ortsvorsteher.

In Häfnerhaslach hat derweil die Aufarbeitung begonnen, wie die Kandidatensuche so scheitern konnte. „Es war schon immer ein wenig schwierig. Aber dieses Mal war es extrem“, meint Springer. Allein in seiner Fraktion der Freien Wähler seien auch vier ehemalige Räte nicht mehr angetreten. Ein Thema hat aber seiner Ansicht nach in jedem Fall gehörig mitgespielt. „Dem Ortschaftsrat wird allgemein zu wenig Wert beigemessen. Die Frustration hat inzwischen einen gewissen Grad erreicht“, klagt Springer. Viele Informationen müsse man sich selbst einholen. „Von der Stadt kommt wenig. Zum Beispiel wird jetzt eine landwirtschaftliche Brücke gesperrt. Das erfahre ich dann aus der Bevölkerung“.

Auf der anderen Seite werde vieles verlangt. Als Beispiel nennt Springer hier das beschädigte Jagdhäusle, das vergangenes Jahr für Zoff zwischen der Sachsenheimer Verwaltung und dem kleinsten Ortsteil der Flächenstadt geführt hatte. „Da müssen jetzt wir ein Nutzungskonzept aufstellen, dass saniert wird“, sagt er über die Hütte im Wald. 2017 war sie von einem umstürzenden Baum beschädigt worden. Davor nutzten sie diverse Vereinen – aber die Stadtverwaltung – für Veranstaltungen. 5000 bis 8000 Euro Kosten stehen im Raum.

Zur grundsätzlichen Wertschätzung des Gremiums würde er es auch begrüßen, „wenn mal eine paar Gemeinderäte zu den Sitzungen kämen“. Hoffnung setzt Springer hier auch in Neu-Bürgermeister Holger Albrich, der angekündigt hatte, die Ortsteile und Ortschaftsräte stärken zu wollen.

Jetzt liegt es aber erst mal an den Häfnerhaslachern zu zeigen, dass sie sich in ihrem Flecken einbringen wollen. Eine generelle Verkleinerung des Gremiums will Springer nach Möglichkeit verhindern. Das hatte zuletzt Stadtrat Hugo Ulmer (CDU) ins Spiel gebracht. „Wenn man die Anzahl von acht jetzt wieder nicht erreicht, müsste man sich aber vermutlich schon mal grundsätzlich Gedanken machen.“