Sachsenheim Ein Schutzzaun für den Rechentshof

Der Rechentshof bei Hohenhaslach.
Der Rechentshof bei Hohenhaslach. © Foto: BZ-Archiv
Von Mathias Schmid 16.06.2018

Mit kaum Gegenwehr hat der Technische Ausschuss in Sachsenheim am Donnerstag der Einzäunung des Rechentshofs bei Hohenhaslach zugestimmt. Das zeigt, dass das Vorhaben, den Hof wieder zum Leben zu erwecken und damit auch den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude zu sichern nach wie vor begrüßt wird. Die Stadträte machten aber auch deutlich, dass sie nun vom Landratsamt erwarten, dass auch für die Familie bei der Bromberger Mühle eine Lösung gefunden wird.

Ein 1,80 Meter hoher Zaun soll den Rechentshof, auf dem ein Pferdewirtschaftsbetrieb entsteht, in Zukunft schützen. Die Zaunanlage „verläuft zum großen Teil innerhalb von stark eingegrünten Bereichen und tritt somit kaum in Erscheinung“, heißt es in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung. Architekt und Stadtrat Burkhard Bayer lobte den Aufbau des Metallgitterzauns, der sich insgesamt über eine Länge von 420 Metern um den Gebäudekomplex erstrecken wird. „Diese Art Zaun entspricht durchaus dem Zeitgeschehen, aus denen die Gebäude kommen.“ Das Nonnenkloster Rechentshofen des Zisterzienserordens wurde 1240 an der Stelle einer früheren Siedlung gegründet.

Vergleichbar oder nicht?

Die offizielle Genehmigung liegt zwar noch aus. Aber die Zaunanlage ist bereits mit dem Landratsamt und den entsprechenden Fachbehörden des Umwelt- und Denkmalschutzes abgestimmt, und der Fachbereich Umwelt hat zugestimmt. Das tat nun am Donnerstag auch der Technische Ausschuss in Sachsenheim – mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Dass dort ein Zaun kommen wird, war schließlich von Beginn an klar – und somit keine Überraschung.

Was dagegen für Unmut sorgte, war, dass die Situation an der Bromberger Mühle in Spielberg nach wie vor nicht geklärt ist. Dort hat das Landratsamt die nachträgliche Genehmigung für den Zaun der Familie Megnin bislang nicht zugestimmt (die BZ berichtete). „Wir schaffen hier einen Präzedenzfall. Die Verwaltung muss klären, wie es an der Bromberger Mühle weitergeht“, sagte Lothar Makkens von den Freien Wählern. „Gleiches mit Gleichem“, forderte auch Grüne-Liste-Rat Peter Brosi.

Doch die Fälle liegen ganz unterschiedlich, sagt das Landratsamt. „Zum einen ist der historisch bedeutsame Gebäudebestand in seiner Größe und seinem Umfang in keiner Weise mit den Gebäuden der Bromberger Mühle vergleichbar“, heißt es auf BZ-Nachfrage. Zudem nehme der Zaun bei der Bromberger Mühle „in unangemessenem Umfang zusätzliche Flächen im Landschaftsschutzgebiet in Anspruch“, wohingegen sich jener beim Rechentshof „entlang des Gebäudebestands und der vorhandenen Wege“ orientiert.

Das Landratsamt argumentiert im Falle Rechentshof mit der dort stattfindenden landwirtschaftlichen Nutzung, was bei der Bromberger Mühle wiederum nicht gegeben ist. Die Familie in Spielberg hat mittlerweile Klage eingereicht und wartet auf den Prozess. Mutter Melanie Megnin fühlt sich durch die Zustimmung beim Vorhaben Rechentshof mehr denn je ungerecht behandelt. Zumal sie gehofft hatte, dass der dortige Zaun als Präzendenfall für sie gelten könnte. Ein Vergleich der beiden Fälle vor Gericht scheint daher nicht möglich.

Enge Abstimmung

Die Familie, die den Rechentshof bewirtschaften will, möchte ihr Vorhaben nicht mit dem an der Bromberger Mühle in Verbindung gebracht haben. Rechentshof-Besitzer Philipp Layher kann und will nur für seinen Fall sprechen: „Das ganze Vorhaben wird in enger Abstimmung mit dem Naturschutz durchgeführt.

Es wurde sogar ein Musterfeld aufgestellt, damit sich der Naturschutz ein Bild machen kann“, betont er. Zudem sei die Familie durchaus auch dem Landratsamt entgegengekommen. Zum Beispiel wurde der Abstand zwischen den Zaunstäben erweitert, sodass dieser für Kleintiere passierbar ist. Außerdem wurde die Höhe von 2 auf 1,80 Meter reduziert.

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