Markgröningen / Yasina Hipp  Uhr

Das Tuckern von Motoren und der Geruch von Benzin und Diesel lag in Unterriexingen in der Luft. Verursacht von rund 150 historischen Fahrzeugen. Am Sonntag fand das alljährliche Oldtimertreffen, veranstaltet vom Verein für historische Fahrzeuge und Geräte, statt. „Wir sind sehr zufrieden wie der Tag verläuft. Es sind viele Leute gekommen, obwohl es sehr heiß ist“, so Hermann Stricker, Vorsitzender des Vereins.

Viele Liebhaber und interessierte Besucher waren auf den Kelterplatz gekommen, um die alten Fahrzeuge zu bestaunen und sich auszutauschen. So auch Dietmar Weber aus Benningen. Er saß auf seinem Motorrad und unterhielt sich mit anderen Besuchern. „Genau das mag ich hier sehr. Man kann nette Gespräche führen und fachsimpeln“, meinte er. Sein Motorrad ist 1995 gebaut worden, im ehemaligen MZ-Werk Zschopau. Somit stammt sein Gefährt aus den neuen Bundesländern und wurde nach der Wiedervereinigung zusammengeschraubt. Der Seitenwagen darf natürlich auch nicht fehlen. „Das ist ein alter DDR-Seitenwagen, und sehr bequem zum Ein- und Aussteigen“, erklärte der Benninger. Am Morgen spielte auch ihm das gute Wetter in die Karten, denn bei Regen lässt Dietmar Weber sein Motorrad daheim stehen. Im Jahr fährt er 3000 bis 4000 Kilometer.

Auf Hochglanz gebracht

In der Schloßparkstraße säumten Schlepper zahlreicher Marken die Mauer. Alle Fahrzeuge waren von ihren Besitzern auf Hochglanz gebracht worden und beeindruckten die Besucher. Viele der Oldtimer sind in den 1950er-Jahren gebaut worden. Die Motoren schnurren bis heute.

Nicht ganz so alt ist der VW-Bulli von Wilfried Janz. „Der Bulli ist Baujahr 1979, und ich habe ihn jetzt schon seit zirka zehn Jahren. Damals habe ich ihn von einem Freund gekauft und den Motor repariert“, sagte Janz. Mit seinem Bulli hat er schon einige europäische Länder besucht, und auch in Unterriexingen beim Oldtimertreffen ist er jedes Jahr dabei. „Mir gefällt die lockere Atmosphäre hier, man trifft sich jedes Jahr wieder“, freute sich Janz, „und vor allem trifft man Gleichgesinnte, die die gleiche Leidenschaft haben.“ So sitzt der Unterriexinger in seinem Bus und genießt den Schatten. Gleichzeitig hat er so ein Auge auf seinen orangenen VW-Käfer, den er schon seit 25 Jahren besitzt.

Neben Motorrädern, Traktoren und Autos konnten die Gäste auf dem Kelterplatz den Arbeiten von Helmut Körner und Manfred Österle zusehen. Körner aus Kieselbronn zeigte, wie Körbe geflochten werden. Österle schliff Messer und „dengelte“ Sensen, das heißt er schärfte die Schneiden von Sensen.

Hermann Stricker genoss das Fest seines Vereins in vollen Zügen: „Es ist einfach schön hier mit all den Leuten. Man kann sich über einfache Technik unterhalten und sich gegenseitig helfen.“ Seit der Gründung des Vereins vor 19 Jahren findet das Treffen an der Unterriexinger Kelter statt. Die meisten Liebhaber kommen aus einem Umkreis von rund 70 bis 100 Kilometern. Alle 65 Mitglieder des Vereins für historische Fahrzeuge und Geräte sorgten für einen reibungslosen Ablauf und kümmerten sich mit kühlen Getränken und warmen Speisen und Kuchen um das Wohl der Gäste.