Sachsenheim Ein Sahnestück für 7000 Mark wird 50

Von Michaela Glemser 16.05.2018

Es liegt idyllisch in den Weinbergen von Hohenhaslach. Das Jugendhaus des  Christlichen Vereins Junger Menschen (CVJM) in der Kirbachtalgemeinde ist seit nunmehr 50 Jahren beliebter Treffpunkt für Konfirmanden-Freizeiten, kirchliche Projekte und Workshops sowie Sommerfeste oder Gottesdienste im Grünen.

Es war 1966, als engagierte Männer wie Eugen Notz, Eugen Bachmann, Eugen Herrmann oder Gustav Weiberle den Platzproblemen für die unterschiedlichen Angebote des CVJM ein Ende bereiten wollten. „Es gab damals kaum einen Raum, wo sich die Jugendlichen treffen konnten. Der Saal im Pfarrhaus, ein Raum im alten Kindergarten oder eine alte Scheune genügten den Bedürfnissen einfach nicht mehr“, erinnert sich der heutige Vorsitzende des CVJM Hohenhaslach, Matthias Ulmer.

So haben die Verantwortlichen des Vereins ein Grundstück im Gewann „Steigle“ für 7000 Mark  erworben und darauf in Eigenleistung ein zweigeschossiges Gebäude errichtet. Dazu wurden unter anderem auch alte Steine gesammelt, von Putz und Mörtel befreit und erneut für den Hausbau genutzt. „Der Bau des Jugendhauses war eine echte Gemeinschaftsleistung. Die jungen Männer im CVJM haben damals alle zusammengeholfen und am Wochenende oder nach der Arbeit noch auf der Baustelle geschuftet, betont Matthias Ulmer, „für viele junge Menschen in Hohenhaslach war das CVJM damals ein zentraler Treffpunkt.“

Beliebter Treffpunkt

Am 17. März 1968 wurde das neue Jugendhaus schließlich feierlich eingeweiht. Doch im Laufe der Jahre erweiterten sich die Angebote des CVJM immer mehr. Mädchenkreis, Jungenschaft, Mädchen-Jungschar, Buben-Jungschar, Kinderstunde, Familienkreis: Es war nur eine Frage der Zeit, dass der Raum erneut knapp wurde und eine Erweiterung anstand. „In den Jahren 1978 bis 1981 wurde das Jugendhaus umfangreich vergrößert. Auch dies geschah wiederum weitgehend in Eigenleistung“, macht Hellmut Schmid, der stellvertretende Vorsitzende des CVJM Hohenhaslach, deutlich. Vor allem durch die eingerichteten Schlafräume im Obergeschoss konnte das Jugendhaus nach dem Umbau auch vermietet werden und wurde zu einem sicheren finanziellen Standbein des Vereins.

„Das Jugendhaus ist inzwischen an nahezu jedem zweiten Wochenende oder auch wochenweise in den Ferien vermietet. Die beliebten Termine werden schon ein Jahr im Voraus gebucht“, erläutert Hellmut Schmid. Es gibt 32 Betten. „Manche nutzen den Platz rund um das Jugendhaus auch noch für ein Zeltlager. Viele Gruppen kommen alljährlich wieder zu uns, denn die Lage des Jugendhauses bietet sich für erlebnispädagogische Angebote geradezu an.“

Mit diesen Mieteinnahmen kann ein Großteil der Jugendarbeit des CVJM in Hohenhaslach finanziert werden. Im Rahmen der Rebflurbereinigung 1984 und 1985 konnten die Verantwortlichen den Außenbereich des rund 1000 Quadratmeter großen Areals neu gestalten und unter anderem mit einem Volleyballfeld, einem Bolzplatz und einem großen Parkplatz ausstatten. „Früher fand hier immer ein großes Sommerfest statt. Heute gibt es noch den sogenannten ‚CVJM-Funday‘ zum Abschluss der Sommerferien. Außerdem nutzen die Mitglieder der Buben-Jungschar und von ‚CVJM-Family‘ das Jugendhaus, in dem auch regelmäßig Wohngemeinschaften auf Zeit von jungen Menschen unserer Kirchengemeinde stattfinden“, weiß Matthias Ulmer.

Am 22. Juli des Jubiläumsjahrs wollen die Verantwortlichen des CVJM Hohenhaslach die alte Tradition eines kurzweiligen Sommerfestes wieder aufleben lassen. Die einzelnen Jugendgruppen präsentieren sich und bieten unterschiedliche Aktionen. „Wir sind froh, dass wir ein  Jugendhaus mit einer so tollen Lage zur Verfügung haben. Aber natürlich gibt es bei solch einem Gebäude auch immer etwas zu tun.“ So sollen in naher Zukunft die Stühle im großen Saal ausgetauscht werden. „Dafür kann jeder, der möchte, getreu dem Motto ‚Mein Platz im CVJM‘ einen Stuhl erwerben“, berichtet Matthias Ulmer.