Stolz zeigt Aaron Mauch seine „Roten Neuseeländer“, die das Wohlwollen von Preisrichter Reinhold Sigloch fanden. „Schon im Alter von sechs Jahren habe ich zu Hause mit der Kaninchenzucht begonnen. Mein Vater und mein Onkel züchten auch. Ich bin damit aufgewachsen.“ Seit ungefähr drei Jahren widmet Mauch sich den „Roten Neuseeländern.“ „Ich habe insgesamt 27 Kaninchen. Es kommt bei dieser Rasse auf das mittellange Fellhaar mit der rötlich-gelben Färbung des Deckhaares und dem cremefarbenen Unterhaar an“, erklärt er. Er ist einer von sieben Jugendlichen im Unterriexinger Kleintierzuchtverein.

Die insgesamt 60 Mitglieder stellten am Wochenende in der Turn- und Festhalle nur ihre Kaninchen zur Schau. „Zum Schutz unseres Geflügels und auf dringende Empfehlung der Experten des Veterinäramts haben wir auf die Ausstellung unserer Geflügelrassen in diesem Jahr verzichtet“, sagte der Erste Vorsitzende, Michael Bangerter. Denn die Geflügelpest ist noch immer aktuell. „Die Gefahr einer Ansteckung wäre einfach zu groß gewesen. Preisrichter Ralf Schmid hat aber eine Bewertung der Tiere im Stall beim jeweiligen Züchter durchgeführt.“ Die Kaninchen waren von einem halben bis knapp über ein Jahr alt. Laut Bangerter bedeutet die Ausstellung für sie keinen außergewöhnlichen Stress. Besonders erfolgreich war Johann Gerger, der mit seinen Rexkaninchen den ersten und zweiten Platz in der Vereinsmeisterschaft belegt und den Ehrenpreis des Landesverbands einheimste. „Dies ist die höchste Auszeichnung in Baden-Württemberg für ein Rassekaninchen. Der Richter hat vor allem den schönen Fellwuchs und den Körperbau hervorgehoben“, schilderte Bangerter. Insgesamt werden Punkte für das Gewicht, den Körperbau, das Fell, und die rassespezifischen Merkmale vergeben. Die Rexkaninchen müssen 3,5 bis 4 Kilogramm auf die Waage bringen und ein dichtes, samtig weiches Fell haben.

Die kleinsten Kaninchen wogen nur 1,1 bis 1,35 Kilogramm. Bei diesen „Farbenzwergen“ sei „die Einhaltung des Gewichts nicht ganz einfach, denn sie dürfen nicht zu viel wiegen. Zudem wird die Länge der Ohren genau kontrolliert, die bei rund 5,5 Zentimeter liegen sollte“, erläuterte Bangerter. So bemängelte Richter Sigloch bei einem Kaninchen, dessen 6,8 Zentimeter lange Ohren. „Für den Zuchterfolg ist die nötige Erfahrung, aber natürlich auch ein wenig Glück, sehr wichtig. Der Züchter muss die passende Häsin und den richtigen Rammler dazu aussuchen“, betonte Bangerter. Die gekreuzten Tiere sollten dabei nicht denselben „Mangel“ haben.

Der Vorsitzende weiß es besonders zu schätzen, dass die Jugendlichen im Verein bereits so erfolgreich sind: Marie und Marvin Mattes wurden Vereinsmeister mit ihren Zwerg-Wyandotten-Hühnern. „Die weißen und lachsfarbenen Vertreter dieser Rasse sind nicht einfach zu züchten. Der Preisrichter war von der Leistung der beiden Jugendlichen beeindruckt und hat ihnen viele Tipps für die Zukunft gegeben“, so Bangerter.

Die Jury ins Staunen versetzte bei den Erwachsenen  Bruno Brett mit seinen weißen und gescheckten Italienischen Mövchen-Tauben, mit denen er ebenfalls Vereinsmeister wurde und einen Ehrenpreis des Landesverbands errang. Die lokale Zuchtschau ist – neben dem Spargelfest im Mai – der Höhepunkt im Vereinsjahr der Unterriexinger Kleintierzüchter. Michaela Glemser