Verfahren Ein Bewerber fürs Schloss Kaltenstein

Das Schloss Kaltenstein in Vaihingen.
bz 08.09.2018

Der Pforzheimer Unternehmer und Investor Wolfgang Scheidtweiler hat sich als Pächter von Schloss Kaltenstein beworben. Nun folgt die nächste Stufe eines mehrstufigen Verfahrens, mit dem das Land Baden-Württemberg seinem Schloss in Vaihingen wieder Leben einhauchen möchte.

Wenn Scheidtweiler von seinen Projekten erzählt, kann einem fast ein wenig schwindelig werden. Klar wird dabei: Der Mann hat Erfahrung in Sachen historische Gemäuer. Sein Engagement erstreckt sich neben Brauereien auch auf Hotels und Restaurants. Sein Faible gilt historischen Gemäuern. „Das ist altes Kulturgut“, sagt Wolfgang Scheidtweiler. 71 Jahre ist er alt. „Wenn man schafft, bleibt man jung“, meint der Diplom-Braumeister.

Schloss Kaltenstein, das sei ein Leuchtturm, eine Landmarke. Von da oben habe man einen Blick, das Enztal rauf und runter. So ein Gebäude, das habe Charme und Flair, einen besonderen Geist, der wiederaufleben und bewahrt werden soll. „Das ist es, was mich dran reizt“, sagt Wolfgang Scheidtweiler. Das Land hatte einen Pächter gesucht, der das Vaihinger Schloss einer Nutzung als Hotel mit Gastronomiebetrieb zuführt (die BZ berichtete). Scheidtweiler bewarb sich. Er sei bislang einmal oben gewesen und habe sich das angeschaut, aber gleich gewusst: „Da kann man was draus machen.“ Es sei „noch gar nichts groß geplant“. Falls er den Zuschlag erhalten sollte, den der Pächter im Mai 2019 erhält, werde für das Projekt Schloss Kaltenstein eine Gesellschaft aus der Familie heraus gebildet, berichtet Scheidtweiler.

Die Laufzeit der Konzession beträgt 27 Jahre, der Wert der Schlossanlage wird mit 13 Millionen Euro beziffert. Für die Erfüllung der Brandschutzvorschriften kursiert eine Zahl um die 18 Millionen Euro. „Das muss man in Ruhe sondieren. Da mach ich mir noch gar keine Sorgen. Das ist kompliziert und das macht es auch spannend“, meint der Interessent dazu. Für das Land habe er im Schloss Hohenbaden die Gastronomie saniert und den Brandschutz „sehr pragmatisch gelöst“. Scheidtweiler baut gerade ein Tagungshotel in Heilbronn. Zum Brandschutz zählen unter anderem Sprinkleranlage und Feuerwehraufzug. „Mit dem Thema kennen wir uns aus.“

Bedenken, dass eine Hotellerie und Gastronomie auf dem Vaihinger Wahrzeichen unter seiner Regie zu teuer ausfallen könnte, zerstreut er im Nu: „Hochpreisig, das wollen wir nicht. Jeder, der sich anständig benimmt, kann sich’s leisten.“

Zur Person: Wolfgang Scheidtweiler

Der aus der Eifel stammende Wolfgang Scheidtweiler absolvierte eine Ausbildung zum Brauer, darauf folgten das Diplom als Braumeister und ein Ingenieurstudium. Frau Andrea stammt aus der Konstanzer Brauereifamilie Ruppaner, die das Pforzheimer Brauhaus besaß. Mitte der 70er-Jahre kam Scheidtweiler als Vorstand der Bayerischen Brauhaus Pforzheim AG in die Goldstadt. Neben sechs Brauereien hat der Pforzheimer unter anderem das Schloss Brackenheim gemietet. Hotels und Restaurants zählen zu seinen Projekten. srü