Neubau Egelsee-Brücke wird 2019 gesprengt

 Die marode Egelsee-Brücke in Vaihingen (hinten) und die aktuelle Behelfs-Überfahrt.
Die marode Egelsee-Brücke in Vaihingen (hinten) und die aktuelle Behelfs-Überfahrt. © Foto: ubö
Vaihingen / ubö 23.07.2018

Die marode Egelsee-Brücke in Vaihingen, über die derzeit noch einspurig der Verkehr der Bundesstraße 10 läuft, wird gesprengt und durch eine dreifeldrige Spannbetonbrücke ersetzt. Allerdings passiert dieses Jahr nichts mehr. Im September 2019 soll das 3,5-Millionen-Projekt starten. Die Bauzeit wird rund eineinhalb Jahre betragen.

Zwar wurden am Böschungsdamm der alten Brücke bereits einige Bäume gefällt und am Enzufer ein Zaun gezogen, der das Baufeld abgrenzt, aber die eigentlichen Arbeiten starten frühestens in einem Jahr. Zuvor muss anhand des Ergebnisses eines hydraulischen Gutachtens austariert werden, wie durch einen Damm mitten durch die Enz der Durchfluss beeinflusst wird. Denn wenn die alte Brücke gesprengt wird, soll das Material auf diesen Damm fallen. „Das ist nach Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigsburg die schonendste Variante für alle Arten“, sagt Ulrike Conle, Projektleiterin beim Regierungspräsidium Stuttgart für den Ersatzneubau.

Die Egelsee-Brücke wurde Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengt und später aus diesen Bruchteilen wieder aufgebaut. Dementsprechend ist auch die Qualität. Bei einer Routineüberprüfung 2014 wurden eklatante Längsrisse im Zugbereich des Brückenbauwerks entdeckt. Zudem wurde von Experten festgestellt, dass viel mehr Verkehr über die Brücke geht, als sie tragen kann. Eine Reparatur ist nicht möglich, deshalb war die Entscheidung schnell gefällt: ein Neubau an gleicher Stelle.

2015 wurde die parallel verlaufende Behelfsbrücke erstellt. Sie stammt aus Lagern des Bundes und ist aus Zeiten des Kalten Krieges. Zusammengesetzt ist sie aus lauter Einzelteilen. Zurzeit läuft der Verkehr über die Behelfsbrücke einspurig, wenn die alte Egelsee-Brücke gesprengt wird, muss die Behelfsbrücke beide Spuren der Bundesstraße bewältigen. Schon bisher mussten immer wieder Schrauben wegen der Schwingungen nachgezogen werden. Diplom-Ingenieurin Conle: „Auch wenn der komplette Verkehr über die Behelfsbrücke geführt wird, muss sie alle sechs Monate geprüft und gewartet werden.“

Nur eine Flussjungfer

Ohne die Zustimmung der Naturschutzbehörde gibt es kein Baurecht für die neue B-10-Brücke über die Enz. Deshalb waren über einen längeren Zeitraum die Biologen rund um die Egelsee-Brücke am Zug, die Arten bestimmt und gezählt haben. Conle: „Es bestand der Verdacht, dass die Grüne Flussjungfer hier lebt.“ Gefunden wurde jetzt allerdings nur ein männliches Exemplar dieser seltenen Libellenart. Dazu kommt, dass die komplette Enz FFH-Gebiet ist.

Um auf die Laichzeiten der Fische Rücksicht zu nehmen, kann die Dammschüttung, die von der Stuttgarter Seite aus erfolgt, nur im September passieren. Eine Sprengung ist nur im Oktober möglich. „Deshalb können wir auch dieses Jahr auf jeden Fall nicht mit dem Bau anfangen“, sagt Projektleiterin Ulrike Conle.

Die Pläne für die neue Bundesstraßen-Brücke sind dagegen weitestgehend fertig. Die alte Stahlbetonbrücke wird durch eine etwa zehn Meter längere dreifeldrige Spannbetonbrücke ersetzt. Die Pfeiler kommen an die gleichen Stelle, sind aber deutlich schlanker. Auf die alten Fundamente kann nicht gegründet werden – das hat bereits ein Baugrundgutachten ergeben. Die Durchfahrt erhöht sich von bisher 3,10 auf 4,50 Meter.

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