Schwerpunkt Notfallversorgung DRK-Ortsverein will neu durchstarten

Bereitschaftsleiterin Jutta Berkemer-Ziegler (rechts) und Ausbilderin Maria Kando im Einsatz mit dem DRK Sachsenheim bei einer Übung mit anderen Ortsvereinen.
Bereitschaftsleiterin Jutta Berkemer-Ziegler (rechts) und Ausbilderin Maria Kando im Einsatz mit dem DRK Sachsenheim bei einer Übung mit anderen Ortsvereinen. © Foto: DRK Sachsenheim
Von Mathias Schmid 18.08.2018

Der Ortsverein Sachsenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) will wieder in ruhigere Fahrwasser steuern. Nach drei Vorsitzenden in drei Jahren sollen mit dem jüngst gewählten Vorstand unter Führung von Dr. Achim Ziegler wichtige Aufgaben für die Zukunft angegangen werden.

Es waren keine einfachen Jahre für das DRK Sachsenheim: 2016 hatte der Vorsitzende Hermann Miller an Beate Barth übergeben. Die sah sich jedoch nach einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, den Job weiterzuführen. Auch der langjährige zweite Vorsitzende Bernd Gruele stellte sich bei der Jahreshauptversammlung nicht erneut zur Wahl.

Führung auf Zeit

Es übernahmen Bereitschaftsleiter Fabian Müller und der  langjährige Jugendleiter Robert Keuerleber die Führung – allerdings mit der klaren Ansage, dies nur ein Jahr, bis zur diesjährigen Hautversammlung zu tun. „So hatten wir aber genügend Zeit, uns neu aufzustellen und eine neue Vereinsführung zu finden“, sagt Bereitschaftsleiterin Jutta Berkemer-Ziegler. Neuer Vorstand ist jetzt ihr Mann, Achim Ziegler, zweite Vorsitzende die langjährige Ausbildungsleiterin Birgit Schelling. „Es geht jetzt darum, wieder eine ruhige Struktur reinzubringen“, sagt Jutta Berkemer-Ziegler. Im Fokus soll wieder mehr die Kameradschaft stehen. Denn ohne die sei das DRK nicht für die anstehenden Aufgaben bereit, meint Berkemer-Ziegler. Sie ist aber zuversichtlich. „In einem Verein menschelt es immer, mal mehr, mal weniger. Jetzt funktioniert es wieder sehr gut“, ist sie überzeugt, „der Wunsch, der uns eint, ist anderen zu helfen. Unsere Aktiven haben einen guten Ausbildungsstand.“

Eine wichtige Aufgabe für das neu formierte Sachsenheimer DRK ist es, neue Mitstreiter zu gewinnen. „Wir haben ein paar sehr engagierte Mitglieder“, benennt die Bereitschaftsleiterin einen Kreis von gut 20 Personen. Dazu kommen knapp 40 freie eigene Helfer, auf die der Ortsverein bei Blutspenden und Bewirtungen zurückgreifen kann. Aber bei diesen sei der Altersdurchschnitt „deutlich im Rentenalter“, sodass nicht klar sei, wie lange jeder Einzelne noch helfen könne. „Es ist auf wenigen Schultern sehr viel verteilt. Wir brauchen dringend Verstärkungen für die Zukunft“, sagt sie auch mit Blick auf den anstehenden 60. Geburtstag des DRK Sachsenheim 2019. „Da wollen wir wieder eine stärkere Mannschaft präsentieren.“

Ein wichtiger Faktor für die Zukunft ist auch das Jugend-Rotkreuz, das in Sachsenheim vor einigen Jahren reaktiviert wurde. „Aber die aktuellen Jugend-Mitglieder sind noch weit davon entfernt, dass sie in die Bereitschaft kommen“, sagt Berkemer-Ziegler mit Blick auf deren Alter.

Parallel zur Sachsenheimer Feuerwehr ist auch die Tagesverfügbarkeit ein ernstes Problem für das DRK. „Viele Melderträger arbeiten in Stuttgart oder sind im Außendienst tätig. Das ist eine schwierige Situation, da diese nicht in 15 Minuten in Sachsenheim sein können“, sagt die Bereitschaftsleiterin. Die Lösung liegt für sie unter anderem in der engeren Kooperation mit umliegenden Ortsvereinen. „Wir helfen uns schon immer bei Sanitäts- und geplanten Hilfsdiensten. Da wir vor Ort relativ wenige Dienste haben, können wir andere gut unterstützen. Dadurch bekommen wir auch wieder Hilfe aus anderen Ortsvereinen.“

Zudem will der DRK-Ortsverein Sachsenheim an der Außenwirkung feilen. „Wir brauchen eine bessere Präsenz in Sachsenheim. Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass viele überhaupt nicht wissen, dass es uns gibt und dass wir einen Service für die anderen Vereine, zum Beispiel in Form von Sanitätsdiensten oder Erste-Hilfe-Kursen anbieten“, meint Berkemer-Ziegler. Über die eigene Facebook-Gruppe wird seit geraumer Zeit versucht, jüngeres Publikum anzusprechen. „Das klappt insofern, dass wir Likes und Kommentare kriegen, aber bei der Mitgliederzahl hat sich das noch nicht so ausgewirkt.“

Große Konstante im Vorstand bleibt übrigens Horst Oberst, der seit mehr als 50 Jahren die Aufgaben des Kassiers übernimmt.

Info Wiedergewählt wurden auch Schriftführerin Birgit Niemeyer, Jugendleiterin Denise Niemeyer, die Bereitschaftsleiter Fabian Müller und Jutta Berkemer-Ziegler, sowie Stellvertreterin Annika Hänsch. Mit Dr. Julia Wengert wurde eine Bereitschaftsärztin gewonnen, die den Aktiven für die medizinischen Checks zur Verfügung steht und neue Impulse in die Ausbildung bringen soll.

Festles-Sommer fordert auch das DRK

Kein Schwerpunkt, aber auch eine wichtige Aufgabe des DRK-Ortsvereins Sachsenheim ist der Sanitätsdienst bei Festen und Veranstaltungen. In der Sommerzeit sei es, da auch die DRK-Mitglieder im Urlaub sind, nicht immer einfach, ausreichend Helfer zu finden.

So helfen traditionell Mitglieder beim Heimat- und beim Straßenfest der Sport- und Kulturgemeinschaft Sachsenheim (SKS), sowie beim Jugendfußballturnier in Kleinsachsenheim, das mittlerweile ELBO-Cup heißt. Auch bei der großen Blutspende-Aktion in Tripsdrill war ein Team im Einsatz.

Beim bevorstehenden Pferdemarkt in Bietigheim wird ebenfalls ein Trupp vertreten sein. „Das Bietigheimer DRK fragt jedes Jahr die umliegenden Ortsvereine, da dieses Fest unmöglich alleine gestemmt werden kann“, weiß die Sachsenheimer Bereitschaftsleiterin Jutta Berkemer-Ziegler.

Grundsätzlich würde das Sachsenheimer DRK gerne mehr dieser Sanitätsdienste übernehmen. „Wir haben das auch schon bei der SKS angesprochen. Wir sehen es schon als eine unserer Aufgaben, die Absicherung unserer Feste zu übernehmen“, erklärt die Bereitschaftsleiterin. msc

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