Kinder Diskussion um die Gebühren

Sersheim / Michaela Glemser 11.06.2018

Jahr für Jahr liegen  den Gemeinderäten die Empfehlungen der Kommunalen Landesverbände für eine Anpassung der Kinderbetreuungsgebühren vor – auch in Sersheim. Dort schlug Kämmerer Matthias Hirner den Ratsmitgliedern vor, die Entgelte ab dem Kindergartenjahr 2018/2019 um drei Prozent zu erhöhen, um in den Einrichtungen einen Kostendeckungsgrad von 38 Prozent (Kindergarten) beziehungsweise 69 Prozent (Krippen) zu erhalten.

Gemeinderat Sieghard Geske allerdings wollte dabei nicht mitmachen. „Seit 2016 haben sich die Kindergartengebühren bei uns schon enorm gesteigert. Ich finde es schade, dass wir keine einkommensabhängige Gebührenstaffelung einführen“, betonte der Gemeinderat der Freien Wähler. Unterstützung bekam er von Gerd Langer von der SPD/Wählergemeinschaft: „Wir können jetzt kommunalpolitisch ein klares Zeichen setzen und sollten nicht immer nur den Empfehlungen der Landesverbände folgen.“

Kompromiss angenommen

Bastian Zeeb von den Unabhängigen Bürgern Sersheim entgegnete, dass aufgrund des großen Verwaltungsaufwands einkommensabhängige Kindergartengebühren in Sersheim kaum zu realisieren seien. „Wir sollten vielmehr die Eltern verstärkt darauf hinweisen, dass sie durch den Jugendhilfeträger Unterstützung erhalten“, so Zeeb. Sein Fraktionskollege Roland Kögele erinnerte daran, dass wenn in diesem Jahr nur eine Steigerung um 1,5 statt 3 Prozent erfolge, die kommunalen Gebühren gegenüber den Empfehlungen wieder zurückblieben und im Folgejahr stärker angehoben werden müssten.

Unverständnis äußerte Bürgermeister Jürgen Scholz: „Wenn wir den Empfehlungen nicht folgen, müssen wir den kirchlichen Trägern die Differenz als Kostenersatz zahlen.“ Scholz schlug schließlich als Kompromiss vor, in diesem Jahr entsprechend den Richtsätzen zu agieren. Für das Kindergartenjahr 2019/2020 solle mit den Vertretern der kirchlichen Träger verhandelt werden, ob sie bereit seien, die Gebühren nicht anzuheben. „Wir können die Träger nicht einfach überrumpeln“, so Scholz. Dem Vorschlag schloss sich das  Gremium bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung an.

Info Ab 2018/2019 müssen die Sersheimer Familien mit einem Kind für einen Platz in einer Kindergartengruppe mit 6 Stunden flexibler Betreuung 154 statt  151 Euro im Monat zahlen. 10 Stunden Betreuung kosten monatlich 321 statt 314 Euro. Handelt es sich um ein Krippenkind, kostet die sechsstündige Obhut 365 statt 355 Euro, 10 Stunden kosten 608 statt 590 Euro monatlich.

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