Wohnungen und Geschäfte mit ausreichenden Parkplätzen sollen auf dem Areal der früheren Firma Enssle nahe der Vaihingen Innenstadt entstehen. Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung für eine Variante entschieden, die den Planern nun als Konzept vorgegeben werden soll.

Abgeschminkt hatten sich die politischen Gremien zuvor bereits die Idee, ein Technisches Rathaus zu verwirklichen. Zu teuer. In der Juni-Sitzung entschied sich der Gemeinderat für Handel und Wohnen auf dem Areal der einstigen Lederfabrik. Das Gebäude auf der 5000 Quadratmeter umfassenden Fläche wird abgerissen. Von vier Varianten waren zuletzt zwei Planungskonzepte übriggeblieben. In der Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch beschloss das Ratsgremium die Freigabe für eine „Variante A 1“ mit Tiefgarage als Basis zur Ausarbeitung.

Wohnungen und Handel

Die STEG-Stadtentwicklung GmbH ist seit März 2015 beauftragt, das mit dem Namen „Areal zwischen Altstadt und Enz“ versehene Projekt zu entwickeln. Eine neue Bebauung mit großzügigen Handelsflächen im Erdgeschoss sowie Wohnungen sind vorgesehen. Im Gebäudekörper entlang der Straße „Im Mühlkanal“ sollen auf 1850 Quadratmeter Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss sowie 250 Quadratmeter Nebenfläche im ersten Obergeschoss entstehen. In den zwei Etagen über dem Erdgeschoss enthält die Variante   eine Wohnfläche mit 1220 Quadratmetern. Die Gesamtnutzfläche ist mit 3320 Quadratmetern angegeben.

Stellplätze sind auf Höhe der Eingänge zu den Einzelhandelsebenen und auf der Ebene der bestehenden Parkplätzen um das Parkhaus sowie in einer Tiefgarage geplant. Als öffentliche Stellplätze sind aktuell 187 für das Areal ausgewiesen. Unberührt von den Planungen bleibt das nicht im Eigentum der Stadt befindliche Parkhaus „Köpfwiesen“ mit seinen 104 öffentlichen Stellplätzen. Möglichst viel zusätzlicher Parkraum soll gewonnen werden, was wohl ganz im Sinne der gesuchten Investoren sein könnte.

Zustimmung signalisierten die Sprecher aus den Fraktionen für die Variante A, der  Empfehlung von Stadtteilausschuss und Technischen Ausschuss folgend. CDU-Ratsmitglied Erich Hangstörfer und seine  Fraktion sahen die Tiefgaragenplanung sehr positiv. Eberhard Berg (SPD) tendierte ebenfalls zu der Variante, haderte etwas mit der Bauform. Es müsse möglich sein, bestimmte  Dinge in der Planung  noch zu ändern, „wir entscheiden ja nicht im Nebel“, so Berg hinsichtlich der Gebäudemasse, die er im Bereich des Stadteingangs als zu angepasst sah. „Die Variante überzeugt und lässt eine Verbindung zu den nahen Bürgergärten zu“, fand Peter Schimke (Linke), der sich für den Bestand der zwei Gebäude aussprach. Es seien schließlich Zeitzeugen aus Stein, auch an das Gerberhandwerk erinnernd. Als vertretbar für die Grünen-Fraktion sah Thomas Essig die vorgeschlagen Gebäudehöhe. Das Backsteingebäude müsse erhalten bleiben, durchaus vorstellbar sei dort Gastronomie.

Auch was die Planung der Außenanlagen betreffe, müsse man den Blick über die Straße hin zur Altstadt nicht verlieren. Nicht als Knackpunkte herausstellen sollten sich die bestehenden Gebäude, das Vereinsheim des griechischen Vereins sowie das Backsteingebäude der ehemaligen Lederfabrik, wie aus der  Diskussionsrunde hervorging. In der von Oberbürgermeister Gerd Maisch vorgeschlagenen Planvariante A 1 sind daher die beiden Gebäude zunächst mit „Erhalt“ eingestuft.

Das weitere Vorgehen obliegt nach dem Votum des Gemeinderats nun der Projektplanerin Anna Heizmann, unter anderem in Form einer genauen Analyse des Standortes mit Zusammenstellung einer Broschüre für Investoren und Nutzer. In einer zweiter Stufe stehen die Ausarbeitung eines Planungs- und Nutzungskonzepts sowie dem Entwicklungsschritt hin zur Vermarktung und Vermietung an.