Sachsenheim Die Preisträger des Schulpreises 2013/14

Sachsenheim / BZ 04.04.2014
Der Schulpreis von Bietigheimer Zeitung und Kreissparkasse Ludwigsburg ist am Donnerstag im Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim verliehen worden.
Preisträger Kategorie 1. und 2. Klasse
 
Platz 1: Gündelbacher Grundschule für das Projekt „Internationaler Club": Auf Initiative des Fördervereins werden Kinder der Grundschule zu „virtuellen Reisen“ in die Heimatländer der ausländischen Schulkinder eingeladen. Sie begegnen einem Reiseleiter in Gestalt eines Elternteils und erleben das Land spielerisch und handlungsorientiert. Pro Schuljahr finden drei Reisen mit jeweils 20 Kindern statt.
 
Die Jury meint: Im Projekt „Internationaler Club“ lernen Kinder hautnah, mit viel Freude und lokalem Bezug fremde Länder kennen und erweitern ihren Horizont. Der „Internationale Club“ schafft Toleranz und ist ein Musterbeispiel für gelebte Integration. Hervorzuheben ist die Einbindung der gesamten Schule sowie von Eltern und Menschen aus dem Ort.
 
Platz 2: Grundschule Weimarer Weg in Bietigheim-Bissingen für das Projekt „Freunde schenken und Erfahrungen sammeln im Pro Seniore“: Im November vergangenen Jahres hat die Schule Kontakt zu einer betreuten Wohngruppe im Altenheim Pro Seniore aufgenommen mit dem Ziel, zu Weihnachten im Rahmen einer Feier vorbeizukommen. 18 Kinder der Klasse 1c machten sich darauf auf den Weg, im Gepäck selbst gemalte Bilder, auf denen sich die Kinder mit dem Thema „alt werden“ auseinandersetzten.
 
Die Jury meint: Die Initiative „Freude schenken und Erfahrungen sammeln im Pro Seniore“ zeichnet sich dadurch aus, dass sie Kinder sehr frühzeitig an ein Thema heranführt werden, das in anderen Einrichtungen erst sehr viel später auf dem Programm steht. Die Grundschule Weimarer Weg baut eine mutige Brücke zwischen den Generationen und schafft so Selbstvertrauen bei den Schülern, die praktische Erfahrungen im respektvollen Umgang miteinander machen können.
 
Platz 3: Waldschule Bissingen für das Musical-Projekt „Lebensfreude pur“: Die Kinder von Chor und Theater AG erarbeiten pro Schuljahr drei komplette Musicals. Aufgeführt werden die Stücke vor Senioren im Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche. Von 180 Grundschülern nehmen im Schnitt 50 bis 60 Kinder teil. In das Gesamtprojekt mit eingebunden sind Eltern, Omas, Geschwister und Ehemalige.
 
Die Jury meint: Aus der Vielzahl der Musical-Bewerbungen sticht das Projekt „Lebensfreude pur“ schon aufgrund der Anzahl der Aufführungen heraus. Die Jury würdigt das konsequente Engagement nicht nur eines Großteils der Schüler, sondern auch von Familienangehörigen und ehemaligen Schülern, die dafür sorgen, dass die Musical-AG trotz eines immensen Aufwands immer wieder mit neuem Leben gefüllt wird.
 

Preisträger Kategorie 3. und 4. Klasse
 
Platz 1: Kraichertschule Sachsenheim für das Projekt „Soziales Lernen“ (Lerngruppe 4): Seit Oktober 2010 statten Schüler der Kraichert-Förderschule Sachsenheim gemeinsam mit ihrer Lehrerin den Bewohnern des Kleeblattheims Großsachsenheim einen Besuch ab. Es wird Pizza gebacken, vorgelesen, gespielt, Musik gemacht und gesungen, Eis gegessen und Kuchen gebacken. Für manche Schüler war das Projekt ein Sprungbrett ins spätere Berufsleben.
 
Die Jury meint: Das Projekt der Kraichertschule besticht durch seine konsequente Umsetzung. Die Kontakte zu den Senioren des Kleeblattheims erfolgen in verlässlicher Regelmäßigkeit. Dabei wird ein überaus hoher Aufwand in Kauf genommen. Die Kreativität der Umsetzung ist herausragend und sorgt für eine anhaltende Begeisterung bei den Schülern. Das schafft ein hohes Maß an Identifizierung und weckt das Interesse an einer beruflichen Orientierung in dem Bereich.
 
Platz 2: Kirbachschule Sachsenheim-Hohenhaslach für das Projekt „MINT-Förderung in der Grundschule“: In der Kirbachschule hat das Fach Naturwissenschaftliches Lernen einen festen Platz im Stundenplan. Immer freitags wird im Physiksaal, im Werkraum, in der Küche „mit der Hand am Arm“ agiert. Es werden Produkte aus Holz gefertigt, Metall verarbeitet, Fahrzeuge und Windräder gebaut. Die Schule kooperiert mit verschiedenen Partnern, darunter örtlichen Handwerkern, und führt mit dem Lichtenstern Gymnasium und weiteren außerschulischen Partnern einen Techniktag für Grundschüler durch.
 
Die Jury meint: Die Kirbachschule hat ein überzeugendes Konzept gefunden, um Jungen und Mädchen schon im Grundschulalter für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Die Umsetzung und die Einbindung außerschulischer Kooperationspartner machen die „MINT-Förderung“ zu einem Erlebnis für die Kinder, die spielerisch Begeisterung für technische Berufsfelder entwickeln. Dieser Einsatz ist im Zeitalter eines erhöhten Bedarfs an Fachkräften in MINT-Berufen ein Beitrag zur Zukunftssicherung.
 
Platz 3: Kelterschule Neckarrems für das Projekt „Garten AG des Fördervereins“: Die Garten AG des Fördervereins ermöglicht es Schülern der Klassen 2 bis 4, Insekten, Pflanzen und Kleintiere in ihrer Entwicklung zu beobachten. Der Schulgarten wird damit zu einem fächerübergreifenden Lern- und Erfahrungsort. Dabei geht es um Themen wie Aussaat, Pflege, Ernte und Verarbeitung. Die Garten AG betreibt eine Homepage und kooperiert mit örtlichen Vereinen.
 
Die Jury meint: Die Garten AG schafft es, mit einem Höchstmaß an Praxisbezug viel Wissenswertes über den heimischen Lebensraum zu vermitteln. Die Garten AG bildet einen willkommenen Ausgleich zum Unterricht mit hohem Lerneffekt. Der Förderverein bringt sich sowohl aktiv als auch finanziell in hohem Maße ein und trägt durch die Einbindung örtlicher Vereine zur Identitätsstiftung bei.
 
 
Preisträger Kategorie Klassen 5 bis 7
 
Platz 1: Oscar-Paret-Schule Freiberg für das Projekt „Video AG OPS“: Die Video AG an der Oscar-Paret-Schule in Freiberg gibt es seit 2005. Die Teilnehmer ab Klasse 5 lernen das Filmemachen als bedeutsame Erweiterung des einfachen Filmens. Oberstes Gebot ist die altersgemäße Hinführung zu „schnittfähigem Material“. Filminhalt ist seit 2007 meistens die Ich-Findung in der Pubertät in Verbindung mit dem Erleben und Bewältigen von Überforderung, Mobbing, Intoleranz, Leibeskummer und Verzweiflung.
 
Die Jury meint: Die Video AG der OPS ist ein auf Dauer angelegtes Projekt, das es den Schülern erlaubt, sich ebenso intensiv wie kreativ mit ihren Alltagsproblemen auseinanderzusetzen. Die Teilnehmer lernen dabei nicht nur den professionellen Umgang mit einem modernen Medium, sondern auch die Verarbeitung typischer altersspezifischer Probleme. Das Projekt verbindet pädagogische, gesellschaftliche und soziale Aspekte und schafft Medienkompetenz.
 
Platz 2: Lichtenstern-Gymnasium Sachsenheim für das Projekt „Industrialisierung hautnah – Erlebnistour Mittlerer Neckar“: Im Profilfach Ökonomie ist der Wirtschaftraum ein Schwerpunkt in der Klasse 7. Nach intensiver Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen im Unterricht wird in einer mehrtägigen Exkursion die Region erkundet. Seit dem Schuljahr 2004/05 „erfahren“ alle siebten Klassen die Region in einer viertägigen Radexkursion, bei der neben einer Strecke von 200 Kilometern pädagogische Aktionen und betriebliche Erkundungen durchgeführt werden.
 
Die Jury meint: Das Projekt schafft es, regionales Wissen und technisch-naturwissenschaftliche Bildung mit hohem Spaßfaktor zu verknüpfen. Die Teilnehmer der Fahrradtour lernen Unternehmen und ihre Produkte oder Dienstleistungen in der Region hautnah und unmittelbar kennen. Dabei wird das Interesse für mögliche künftige Arbeitgeber ebenso geweckt, wie das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe gestärkt.
 
Platz 3: Glemstalschule Schwieberdingen-Hemmingen für das Projekt „Grünes Klassenzimmer - Klassenzimmer im Freien“: Auf Schüleranregung entstand die Idee, ein Klassenzimmer im Freien auf die Beine zu stellen. Mit den Einnahmen aus einem Spendenlauf, bei der auch ortsansässige Firmen mitmachten, sowie mit Unterstützung der Gemeinde und des Fördervereins konnte das Projekt umgesetzt werden. Seither wird es weiter ausgebaut, unter anderem durch eine Baumbepflanzung.
 
Die Jury meint: Das Projekt „Grünes Klassenzimmer“ zeigt eindrucksvoll, wie eine Schüleridee engagiert und umfassend umgesetzt werden kann. Das Vorhaben ist ein Paradebeispiel vorbildlicher und integrierter Projektarbeit. Die ideegebenden Schüler werden durch das Engagement der Erwachsenen in ihrer Kreativität bestätigt. Die Schulgemeinschaft wird gestärkt durch das Zusammenwirken von Schülern, Eltern, aber auch externen Partnern wie der Gemeinde.
 

Preisträger Kategorie Klassen 8 bis 12/13
 
Platz 1: Ellental-Gymnasien Bietigheim-Bissingen für das Projekt „Erlebe Deine Stadt im Wandel/Stadtgeschichte“: Im Jahr 2014 begeht Bietigheim das Jubiläum 650 Jahre Stadtrechte. Aus diesem Anlass treffen sich 16 Schüler des Seminarkurses, der in Kooperation mit dem Geiger-Verlag Horb und der Stadt Bietigheim-Bissingen durchgeführt wird, einmal in der Woche, um an einem historischen Lesebuch zur Stadtgeschichte zu arbeiten. Die Schüler erleben den kompletten Projektdurchlauf, suchen nach Sponsoren, recherchieren im Stadtarchiv, nehmen Termine vor Ort wahr und reden mit Zeitzeugen der jüngeren Stadtgeschichte.
 
Die Jury meint: Mit einem immensen Arbeitsaufwand leisten die Schülerinnen und Schüler des Projekts „Erlebe Deine Stadt im Wandel“ einen kulturell wertvollen Beitrag zur Stadtgeschichte Bietigheims und werden so zu einem zentralen Baustein der Jubiläumsfeierlichkeiten. Gleichzeitig erleben die Schüler praxisnah, was es heißt, ein Buch zu veröffentlichen. Insgesamt ist das Projekt durch seinen unmittelbaren Bezug zur Heimat der Schule für die Schüler identitätsstiftend. Dem Ergebnis wird eine hohe Aufmerksamkeit in der Stadt zuteil, was Selbstbewusstsein und Motivation der Autoren stärkt.
 
Platz 2: Berufliches Schulzentrum Bietigheim-Bissingen für das Projekt „Eine Woche Handyfasten“: Die 29 Schülerinnen und Schüler der Klassen WG 11-2 haben eine Woche lang freiwillig auf ihre Smartphones verzichtet. Diese wurden während der Zeit im Tresor der Schule verwahrt. Sie führten in ihrer Offline-Zeit ein Tagebuch über ihre Erfahrungen ohne Handy und mussten verschiedene Aufgaben erfüllen, ohne sich mobiler Kommunikation zu bedienen.
 
Die Jury meint: Das Projekt „Eine Woche Handyfasten“ besticht durch die Bereitschaft der Jugendlichen, eine Woche lang auf das für viele wichtigste Alltagsinstrument überhaupt zu verzichten. Viele Erwachsene können nur schwer ermessen, was es für Jugendliche bedeutet, sieben Tage lang auf mobile Kommunikation zu verzichten. Für die Teilnehmer des Projekts handelte es sich also um eine echte Herausforderung. Der Wochenverzicht war ein einfach umzusetzendes Mittel, um Jugendliche zu einer Auseinandersetzung mit ihrem Verhalten bezüglich des Smartphones zu bewegen. Das Projekt hat Bewusstsein geschaffen und somit einen wertvollen Beitrag zur medialen Kompetenz Jugendlicher geleistet.
 
Platz 3: Schule am Favoritepark Ludwigsburg für das Projekt „Cafénachmittag für Jung und Alt“: Das Projekt wurde im Schuljahr 2011/12 aus einer Elterninitiative heraus gegründet. Seither verwandeln einmal im Monat sechs Schülerinnen und Schüler, begleitet von zwei Lehrerinnen, den Gemeindesaal der Friedenskirche in Bietigheim-Bissingen in ein Café. Der Arbeitstag der Schüler beginnt um 10 Uhr und endet um 18 Uhr. Es wird die komplette Café-Organisation abgewickelt – vom Kuchen backen im Vorfeld, über das Tische stellen und den Tischschmuck vorbereiten – bis hin zum Geschirr abräumen.
 
Die Jury meint: Die Cafénachmittage für Jung und Alt sind ein Musterbeispiel für eine gelungene Projektarbeit, von der nicht nur die beteiligten Schüler der Schule für Geistig- und Körperbehinderte mit Berufsschulstufe profitieren. Das Projekt stellt ein Gemeinschaftsgefühl unter vorbildlichen Rahmenbedingungen her und überwindet Generationengrenzen. Die Bewirtung ihrer Gäste verschafft Schülern Erfolgserlebnisse und lässt sie erleben, was sie gemeinsam zu leisten in der Lage sind. Sie erhalten Anerkennung, lernen Verantwortungsbewusstsein und haben jede Woche ein Erfolgserlebnis, weil sie anderen Menschen Freude bereitet haben.
 

Sonderpreis
 
Sonderpreis der Kreissparkasse Ludwigsburg für das Projekt „Hilfe bei der Flutkatastrophe – Engagement der Klassen 9 in Deggendorf“: Auf eigene Initiative einiger Schülerinnen wurde ein Hilfseinsatz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2013 organisiert. Die Schüler der Klassen 9 halfen in der Gemeinde Deggendorf beim Aufräumen, Säubern, und Ausräumen der Gebäude.
 
Die Jury meint: Der Hilfseinsatz der Schüler nach der Flutkatastrophe ist eine beeindruckende Schülerinitiative. Die Teilnehmer haben gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen und helfen wollen. Sie haben aus eigenem Antrieb gehandelt. Das zeugt von hohem Engagement, gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl.
 
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