Sersheim Die Katze rettet sich selbst vom Baum

Die Geehrten um Bürgermeister Jürgen Scholz (5. von rechts) und Kommandant Lucas Reiber (4. von links).
Die Geehrten um Bürgermeister Jürgen Scholz (5. von rechts) und Kommandant Lucas Reiber (4. von links). © Foto: mba
mba 14.01.2019

Feuer im Kindergarten! Es war zum Glück nur eine Übung, die die Sersheimer Wehr im vergangenen Jahr zu absolvieren hatte. Trotzdem war es eine aufregende Sache, vor allem für die Betreuerinnen und die Kinder. Aber natürlich hatte die Feuerwehr den Ort nicht nur gewählt, um die jüngsten Sersheimer zu begeistern, wie Kommandant Lucas Reiber in seinem Bericht bei der Jahreshauptversammlung am Samstag ausführte. „Wir wollten uns auf das Objekt einstellen.“ Vorbereitung auf den hoffentlich niemals eintretenden Ernstfall.

Von Letzteren hatte die Feuerwehr im vergangenen Jahr 35 zu verzeichnen – genauso viele wie 2017. 447 Einsatzstunden wurden geleistet. Die Hilfsfristen seien mit Ausrückezeiten zwischen zwei und knapp sieben Minuten stets eingehalten worden, berichtete der Kommandant zufrieden. Die Zahl der Brände stieg 2018 von neun auf zehn. Darunter waren einige Flächenbrände im heißen und trockenen Sommer, die mit den Kameraden aus Oberriexingen und Sachsenheim gelöscht wurden. Die technischen Hilfeleistungen nahmen auf 13 Einsätze zu. Die Zahl der Fehlalarme sank hingegen von zehn auf sechs. Fünf Einsätze fielen unter „Sonstige“. Einmal mussten die Kameraden zu einer Tierrettung ausrücken. Die verlief wie im Klischee, wie Lucas Reiber am Rande der Versammlung verriet: Die Katze kam von selbst vom Baum runter.

Bei den Einsätzen wurden vier Personen gerettet, darunter ein junger Mann, der im November mit seinem Auto zwischen Sersheim und Hohenhaslach schwer verunglückt war. Der Fahrer sei mittlerweile auf dem Wege der Besserung, so Reiber. Weiter waren im Jahr 2018 acht verletzte Personen zu versorgen. Die Kameraden der Feuerwehr selbst seien alle heil geblieben. Die Truppe besteht zum 31. Dezember aus 49 Angehörigen der Einsatzabteilung, 23 Veteranen in der Alterswehr und 14 Nachwuchskräften in der Jugendfeuerwehr. Bei vier Austritten wurden 2018 fünf Neulinge verzeichnet. Sie erhielten am Samstagabend ihre Schulterklappen.

Bei den 45 Übungsabenden wurde unter anderem der Umgang mit dem neuen Gerätewagen Transport GW-T geprobt. So wurde im Sommer die Verlegung einer langen Schlauchleitung geübt. Dabei wurden zur Freude des Försters gleich noch die durstigen Jungbäume im Wald bewässert. Dank einer Spende der Sersheimer Firma Aperam über 5000 Euro konnte für den GW-T noch zusätzliche Ausrüstung wie Wärmebildkameras beschafft werden. Die mit 15 Köpfen inzwischen maximal besetzte Jugendwehr leistete 76 Übungsstunden, durfte einen Brand an einem Aussiedlerhof löschen. „Dafür Dank an die Brandstifter“, sagte Jugendwehrleiter Sebastian Mozer augenzwinkernd in Richtung der Kollegen, die die Übung organisiert hatten.

Der Feuerwehr-TÜV habe zudem den erstklassigen Zustand der Ausrüstung bestätigt, berichtete Kommandant Reiber. Mit Ausnahme des Mannschaftstransportwagens (MTW), der 24 Jahre alt ist. Da sei bald Ersatz nötig. Das sieht auch Bürgermeister Jürgen Scholz ein. Gegen die Beschaffung des GW-T habe er ja zunächst Widerstand geleistet. Das sei beim MTW anders. „Es ist notwendig, das weiß ich.“ Inzwischen sehe er ein, dass auch der GW-T eine sinnvolle Anschaffung gewesen sei. Scholz begrüßte die Ankündigung von Kommandant Reiber, die Wehr mit einem Personalkonzept für die Zukunft zu wappnen. „Es ist wichtig, zu wissen, wie man sich in Zukunft aufstellt“ und nicht einfach zu hoffen, dass immer genügend Leute da seien, die die Verantwortung übernehmen.

Ehrungen und Beförderungen der Sersheimer Wehr

40 Jahre (Ehrenzeichen des Landes in Gold): Thomas Mozer.
25 Jahre (Ehrenzeichen in Silber): Rainer Mozer und Bastian Zeeb.
Mindestens 15 Jahre (Ehrenzeichen in Bronze): Sebastian Mozer, Sven Götz, Florian Mozer, Jens Orth, Marc Beyer, Bernd Mozer, Andreas Grau, Matthias Grau und Lucas Reiber.
50 Jahre (Präsent der Feuerwehr): Gerhard Wilderer.

Beförderungen: Kai Richtermaier (Feuerwehrmann), Rainer Mozer, Daniel Setzer und Bastian Zeeb (alle Oberlöschmeister). bz

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel