Sachsenheim Die Innenstadt verändert ihr Gesicht

In der Sachsenheimer Innenstadt tut sich derzeit etwas, zum Beispiel im Bierfässle in der Lammstraße.
In der Sachsenheimer Innenstadt tut sich derzeit etwas, zum Beispiel im Bierfässle in der Lammstraße. © Foto: Martin Kalb
Sachsenheim / Mathias Schmid 20.07.2018

Konrad Buck, Vorsitzender des Bunds der Selbstständigen (BdS) betrachtet den aktuellen Wandel in der Innenstadt Großsachsenheim mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Zum einen ist es gut, dass es nicht mehr Leerstand gibt, zum anderen ist es für den Einzelhandel schon ein Einschnitt“, sagt er, „aber das ist der Lauf der Zeit.

Nachdem vor einigen Monaten der Elektrohandel Zeh geschlossen wurde, hat sich jüngst auch das Modegeschäft La Modesta verabschiedet. Besonders bitter hier: Die Gründe waren offenbar nicht die fehlende Kundenfrequenz. Das Geschäft sei durchaus beliebt gewesen, meint auch Konrad Buck. Auslöser für die Schließung waren organisatorische Gründe. Die beiden Betreiberinnen wollten sich hierzu gegenüber der BZ nicht äußern. Der BdS-Vorsitzende Buck gibt zu: „Es ist auch für jeden schwierig, einen Einzelhandel in einer Kleinstadt zu betreiben, in der fast kein Durchlauf ist.“

Außenbewirtung geplant

Während sich im ehemaligen Elektrogeschäft an der Hauptstraße die Fußpflege „Denk an Dich!“ vergrößert hat, wird es auch in der Lammstraße 2 einen Nachfolger geben. Allerdings kein Modegeschäft, sondern ein Café und Bistro – wenn alles klappt, sogar mit 20 bis 25 Plätzen zur Außenbewirtung. „Das passt natürlich sehr gut an dieser Stelle“, freut sich Sachsenheims Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich über diesen Plan. „Wenn alles glatt läuft, will ich bis zum Summer Special im September eröffnen“, sagt die 33-jährige Metterzimmerin Sandra Stadler, die die Ladenfläche gekauft hat. Sie will auf natürliche, regionale und saisonale Kost setzen.

Gastronomisch bleibt das traditionelle Bierfässle, das seit rund 40 Jahren in der Lammstraße zu finden ist. Doch hier wechselt der Besitzer ebenfalls. Der bisherige Betreiber Jozo Mamic hört altersbedingt auf. Hier übernimmt der Markgröninger Stefan Goldschmidt, dem bereits das Elfer Eck einige Meter weiter in der Von-Koenig-Straße hat.  Er will zum Großteil alles so belassen, wie es ist, heißt: bürgerliche deutsche und kroatische Küche. Auch die Köchin, die Frau des bisherigen Betreibers bleibt erhalten. Bis Ende September soll umfangreich renoviert werden. „Realistisch ist, dass am 1. Oktober wiedereröffnet wird“, sagt Betreiber Goldschmidt.

Schließen wird hingegen auf Sicht das Gasthaus Hirsch in der Hauptstraße. Besitzerin Monika Häcker, die den Hirsch mit ihrem Lebensgefährten betreibt, „denkt über kurz oder lang ans Aufhören“, wie ihr Sohn und Metzgermeister Oliver Häcker bestätigt, vorwiegend altersbedingt. Eine Weiterverpachtung ist zunächst eher unwahrscheinlich. Die Gästezimmer sollen ohnehin erhalten bleiben, was mit der Gaststube passiert, ist noch offen.

Zudem gibt es nach Informationen von Sachsenheims Wirtschaftsförderer auch einen Wechsel im Friseursalon Udo Klabunde, ebenfalls an der Hauptstraße.

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