Bürgerforum Der Verkehr bewegt die Unterriexinger

Von Michaela Glemser 08.11.2018

Wenn ein LKW nach dem anderen in den frühen Morgenstunden durch die Hauptstraße in Unterriexingen brummt, bekommen die Anwohner meist kein Auge mehr zu. Die zunehmende Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt des Markgröninger Stadtteils bewegt und erzürnt die Bürger seit Jahren. Dies zeigte sich auch am Dienstagabend bei einer Veranstaltung des Bürgerforums in Unterriexingen, bei dem Kandidaten zu einem Engagement im Markgröninger Gemeinderat bewegt werden sollten.

„Wir haben derzeit vier Gremiumsmitglieder aus Unterriexingen und uns vor Jahren dafür stark gemacht, dass die unechte Teilortswahl auch erhalten bleibt. Um geeignete Kandidaten für die kommenden Kommunalwahlen zu finden, ist es wichtig, die Bürger für die Themen der Ratsarbeit zu begeistern“, machte Peter Zibold vom Vorstand des Bürgerforums deutlich.

Zahlreiche Unterriexinger waren der Einladung in die Turn- und Festhalle gefolgt, wo zunächst die aktuellen Gemeinderäte aus dem Stadtteil in die Kernthemen einführten. Keinen leichten Standpunkt hatte dabei Gemeinderätin Karin Schollenberger, welche besagte problematische Verkehrssituation in Unterriexingen ansprach. Die Rätin der SPD-Fraktion wies zwar auf das vorhandene LKW-Durchfahrtsverbot hin, das jedoch von den anwesenden Bürgern nur mit Gelächter quittiert wurde. „Bei Kontrollen hat sich gezeigt, dass von 20 angehaltenen LKWs tatsächlich 18 ins Industriegebiet von Unterriexingen wollten“, machte Karin Schollenberger deutlich.

„Das Durchfahrtsverbot wird nach unserem Empfinden gar nicht beachtet. Auch Tempo 30 an der Engstelle halten nur wenige Autofahrer ein, vor allem nachts brettern die Fahrzeuge mit röhrenden Motoren durch die Engstelle. Das ist eine unglaubliche Belastung für die Anwohner“, klagte eine Bürgerin. Ein anderer Bürger fragte nach, wie es um die Pläne stehe, die Umgehungsstraße von Sachsenheim mit einem Enzabstieg und damit auch der Bundesstraße B 10 zu verbinden.

Bei diesem Thema konnte Markgröningens Bürgermeister Rudolf Kürner verkünden: „Ich habe mich mit meinem Kollegen aus Oberriexingen, Frank Wittendorfer, darauf verständigt, dass wir uns, wenn die Umgehung von Enzweihingen kommt, für einen Enzabstieg möglichst weit weg vom Ortsrand von Unterriexingen und dessen kreuzungsfreie Anbindung an die Oberriexinger Straße einsetzen werden. Wenn die B 10 entsprechend vierspurig ausgebaut wird, ist die Ortsdurchfahrt durch Unterriexingen nicht mehr attraktiver.“ Dies werde den Verkehr im Markgröninger Stadtteil sicherlich deutlich reduzieren, und das LKW-Durchfahrtsverbot ließe sich auch auf die Oberriexinger Straße ausdehnen.

Ein Thema, das die Gemeinderäte beschäftigen wird, ist die Fortschreibung des bestehenden Flächennutzungsplans. „Dabei gilt es auch die Frage zu beantworten, ob Unterriexingen ein neues Baugebiet oder ein weiteres Gewerbegebiet braucht“, erörterte Gemeinderat Hans Bader.

Die anwesenden Bürger machten sich für ein Pflegeheim für Senioren in Unterriexingen stark. „Ohne Investor ist ein solches Konzept nicht realisierbar“, so Peter Zibold. Wenn ein neues Wohngebiet entwickelt werden soll, wollen die Bürger die Vergabe der Grundstücke auf die Einwohner von Markgröningen und Unterriexingen beschränken.

Dann kam der dritte große Themenkomplex zur Sprache, der Neubau des Kindergartens Nonnenpfad und die neue Strukturierung des Areals der Glemstalgrundschule. „Zunächst geht es um den Neubau eines sechsgruppigen Kindergartens“, erläuterte Gemeinderat Simeon Fleckhammer. Die Gemeinderäte versprachen, Vertreter von Schule und Kindergarten in die Arbeitsgruppe berufen zu wollen, welche die Mehrfachbeauftragung der Planungsbüros intensiv begleitet.

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