Ramadan Der Marktplatz wartet auf Dämmerung

 Beim ersten Fastenbrechen auf dem Vaihinger Marktplatz war eine große Menschenmenge erschienen.
Beim ersten Fastenbrechen auf dem Vaihinger Marktplatz war eine große Menschenmenge erschienen. © Foto: ubö
Vaihingen / ubö 12.06.2018

Es war ein friedliches und geselliges Fest – und es blieb auch vom Unwetter verschont. Zum ersten Mal gab es auf dem Vaihinger Marktplatz ein gemeinsames Fastenbrechen. Und Premiere Nummer zwei: Die beiden Vereine, die islamische Gemeinschaft IGMG Enzweihingen und die türkisch-islamische Union Ditib aus Vaihingen, haben diese Veranstaltung gemeinsam auf die Beine gestellt.

Der Ramadan ist die wohl wichtigste und segensreichste Zeit im islamischen Jahr. Das Fasten, das noch bis Donnerstag geht, ist eine der fünf Säulen des Islam und ein Zeichen der Verbundenheit des Gläubigen zu seinem Schöpfer. Auf dem Marktplatz wurde das Fastenbrechen oder Iftar gefeiert, die Mahlzeit zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Im Ramadan darf von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang weder getrunken noch gegessen werden.

„Wir wollten zeigen, um was es geht und gingen deshalb mit dem Iftar an die Öffentlichkeit“, sagt Ramazan Tekin aus Schwieberdingen, der die Idee für das öffentliche Fastenbrechen hatte und der die Veranstaltung in Namen der beiden Vereine auch organisierte. „Damit wollen wir auch Vorurteile im offenen Dialog miteinander ausräumen.“ Bei der Stadtverwaltung Vaihingen gab es gegen das öffentliche Fastenbrechen keine Bedenken. Im Gegenteil. „Wir haben keine Sekunde gezögert, so eine Veranstaltung möglich zu machen. Wir finden es ausdrücklich gut“, sagt OB Gerd Maisch. Obwohl es in Vaihingen ganz wenig Probleme gebe und man sich gegenseitig kenne, sei so ein Fest erstrebenswert.

Zum Start eine Dattel

Rund 300 Besucher kamen am Samstagabend auf den Vaihinger Marktplatz, um das Fastenbrechen im neunten Monat des islamischen Kalenders zu zelebrieren. 30 Tage dauert der Ramadan. Ausgenommen sind nur ältere Menschen, Kranke, Kinder, Schwangere, Stillende und auch Reisende. „Wer hart arbeitet, muss zu dieser Zeit natürlich auch etwas trinken“, sagt Dr. Idris Kaya, Vorstandsmitglied der islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg.

Für viele Gläubige fing das Fastenbrechen nach dem Sonnenuntergang mit einer Dattel und einem Schluck Wasser an. Standard ist dann die Suppe, bevor es ein Reisgericht oder ein Fleischgericht mit Gemüse gibt. Unverzichtbar sind auch die Nachspeise und der türkische Tee.

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