Adler Der letzte Laden ist geschlossen

In der Metzgerei in Ochsenbach ist bereits kein Betrieb mehr. 
In der Metzgerei in Ochsenbach ist bereits kein Betrieb mehr.  © Foto: Natalie Grund
Sachsenheim / Mathias Schmid 13.04.2018

Schon seit einigen Tagen sind die Rollläden der Metzgerei Adler in Ochsenbach geschlossen. „Wir haben im Februar Urlaub gehabt und danach nicht mehr aufgemacht“, sagt Eva Klein, Frau des Adlerwirts Wolfgang Klein. Jetzt ist endgültig klar: Die Metzgerei bleibt auch geschlossen.

Grund dafür sind unter anderem gesundheitliche Gründe des Wirts, Kochs und Metzgers. Und geeignetes Personal zu finden, um eventuell doch weitermachen zu können, habe sich schwierig gestaltet, bestätigt Eva Klein. Aber auch die immer geringere Kundenzahl spielt eine Rolle. „Die Leute gehen lieber in den Supermarkt. Diesen Trend haben wir auch gespürt“, sagt Eva Klein, die im Metzgerladen stand und weiterhin in der Wirtschaft bedient.

Für Ochsenbach bedeutet die Schließung der Metzgerei, dass nun auch das letzte Lebensmittelgeschäft im Dorf dichtgemacht hat. „Mir persönlich und den Ortschaftsrats-Kollegen tut das sehr leid“, sagt Ortsvorsteher Reiner Weiß, der sich zurückerinnert. „Ganz früher, in den 60er-Jahren gab es mal drei Läden und zwei Metzger.“

Restaurantbetrieb geht weiter

Der letzte, der vor rund zehn Jahren schließen musste, war der Bäcker unweit des Adlers, der ebenfalls einen kleinen Tante-Emma-Laden führte. Jetzt bleibe den Leuten nur noch „Siegfried’s rollender Supermarkt“, der immer Mittwochs in den Ort kommt – oder eben die Supermärkte im Umland. „Das haben ja ohnehin schon viele gemacht, sonst wäre es ja gar nicht so weit gekommen“, bedauert Reiner Weiß.

Für die Dorfbewohner gibt es aber auch zwei gute Nachrichten. Erstens: Der Restaurantbetrieb ist aktuell nicht gefährdet. Nach wie vor schätzen nicht nur die Bewohner die gut bürgerliche Küche dort. Und: Einheimische, die sich mit Wurstwaren eindecken wollen oder denen das eine oder andere Lebensmittel ausgeht, werden beim Adler nach wie vor bedient. „Wir machen weiter unsere eigene Wurst. Die Leute können über die Hintertür kommen, dann kriegen sie, was sie brauchen“, sagt Eva Klein. Bis zuletzt hatte die Metzgerei auch als Art Tante-Emma-Laden fungiert. Dieses Angebot könne man zwar nicht aufrechterhalten. „Aber Eier, Kartoffeln oder auch Mehl kann man weiter bei uns holen. Wir lassen die Ochsenbacher nicht verhungern“, betont sie.