Sachsenheim BZ-Orakel Jogi: Dann doch lieber Zuchtkaninchen

BZ-Orakel Jogi hat die Schnauze voll vom Orakeln, wie sein Besitzer Tobias Zwiefelhofer betont.
BZ-Orakel Jogi hat die Schnauze voll vom Orakeln, wie sein Besitzer Tobias Zwiefelhofer betont. © Foto: Heidi Vogelhuber
Sachsenheim / Von Mathias Schmid 29.06.2018

Die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat aber auch wirklich (fast) alles getan, um BZ-Orakel Jogi schlecht dastehen zu lassen. Das Genter Bartkaninchen von Besitzer Tobias Zwiefelhofer gibt sich jetzt beleidigt.

Im Spiel eins gegen Mexiko lässt sich das Genter Bartkaninchen trotz absoluter Appetitlosigkeit wenigstens dazu überreden, einmal an einer Deutschland-Karotte zu schnüffeln, um für „die Mannschaft“ ein 1:0 vorherzusagen. Doch noch viel appetitloser (und unappetitlicher) tritt das Team des Bundestrainers Jogi zum WM-Auftakt auf. Vor dem 2:1-Erfolg gegen Südkorea musste das Kaninchen dann eine Diät erdulden, um beim Orakeln so richtig gierig zu sein. Wieder tippt er 1:0 für Deutschland, dieses Mal ganz eindeutig. Doch am Ende muss Jogi trotzdem fast selbst durch die Leinwand, auf der die Zitterpartie verfolgt, um zumindest nicht wieder ganz danebengelegen zu haben.

Gegen Südkorea ließ das Kaninchen den Deutschen dann sogar mehrere Optionen: 1:1 oder doch ein später 3:2-Erfolg. Doch das Team von Namensvetter und Bundestrainer zog es vor, mit Ach und Krach unterzugehen. „Wenn die Mannschaft nicht das umsetzt, was das Orakel sagt, kann auch das beste Orakel nicht machten“, sagt sein Besitzer. Geschlachtet, wie es einige BZ-Leser auf Facebook schon nach dem 0:1 gegen Mexiko gefordert hatten, wird das arme Tier jedenfalls nicht. Das versichert sein Herrchen. „Ich bin überzeugt, dass er richtig prophezeit hat, die Fußballer haben falsch gespielt.“

Doch ganz ohne Konsequenzen bleibt das Orakel-Debakel nicht. Auf Karotten will Jogi in Zukunft ohnehin größtenteils verzichten. Die schlagen ihm auf den Magen, weil er beim Futtern jetzt immer an die Schmach der Deutschen erinnern. Stattdessen gibt es Pellets und frisches Heu.

Und Jogi will sich erst mal verkriechen, raus aus dem Rampenlicht. Er wechselt den Namen und heißt ab sofort Thüri, denn ursprünglich kommt er aus Thüringen. Dorthin auswandern will Jogi-Thüri aber erst mal nicht. Doch wie auch die Nationalmannschaft, wird Jogi sein geräumiges WM-Quartier im Freilauf der Kleintierzucht-Box jetzt verlassen und es gegen einen üblichen Hasenstall tauschen.

Ganz abtauchen wird er aber nicht können. Schließlich ist er erst kürzlich siebenfachen Vater geworden. „Damit dürfte die 100 jetzt voll sein“, meint Züchter Tobias Zwiefelhofer vom Kleintierzuchtverein Großsachsenheim zur Zahl der Nachkommen seines „besten Zuchtrammlers“.

Genau auf diese Fähigkeit will sich Jogi jetzt auch wieder konzentrieren. „Da hat er auf jeden Fall Talent.“ Und wer weiß: Vielleicht sahnen die Nachkommen des Genter Bartkaninchen demnächst selbst Titel ab. Die Chance bietet sich am letzten Juli-Wochenende. Dann findet beim Kleintierzuchtverein Großsachsenheim die große Jungtierschau statt. Das Alphatier selbst wird die Punktrichter dabei im Auge behalten.

Ob sich Jogi noch mal als Orakel versuchen würde? Bis zur nächsten EM und vor allem WM in vier Jahren ist das dreieinhalbjährige Kaninchen im wahrsten Sinne des Wortes ein alter Hase. Nachkommen wird Jogi bis dahin aber noch einige zeugen. Vielleicht entpuppt sich ja eines als Nachfolge-Orakel.

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