Ochsenbach und seine Ortsdurchfahrt – noch immer ist das Thema brandheiß. Zwar liegt mittlerweile wie berichtet ein Konzept zur Fußgänger- und Parksituation vor. Dieses soll aber noch mit der Bevölkerung abgesprochen werden. Und das scheint bitter nötig. Ein Bewohner der Güglinger Straße betonte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung: „Wir Anwohner sind geschlossen gegen das Konzept.“

Der Mann sagte weiter: „Es fallen so viele Stellplätze weg.“ Das wolle man so nicht hinnehmen, zumal keiner der Anwohner bisher gefragt oder gehört wurde. Als ungünstig wird auch angesehen, dass zukünftig ausschließlich auf einer Straßenseite, nämlich der Dorfmitte zugewandten, Parkplätze vorhanden sein sollen. Dadurch fehlen die Hindernisse auf der Straße. Das, so die Befürchtung, könnte dazu führen, dass Autos und Lastwagen schneller fahren. Die Stadtverwaltung war daraufhin um Beschwichtigung bemüht. „Das ist ein Plan, der in die richtige Richtung geht“, meinte Bürgermeister Horst Fiedler. In der Dorfstraße sind beispielsweise zu den 13 bestehenden Parkplätzen 25 neue geplant. Allerdings darf dann eben auch, wie in der Güglinger Straße, nur noch auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden.

Einen gemeinsamen Termin mit Anwohnern und der Bürgerinitiative „Verkehr-im-Kirbach­tal“ soll es laut Stadtverwaltung im Juni geben. Das begrüßten die Stadträte in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Martin Dürr (CDU), selbst Ochsenbacher, betonte: „Ich bin die Güglinger Straße auf- und abgelaufen. Das Konzept ist nicht ausgereift. Wir können die Bedenken verstehen.“ Die Parkplätze müssten, wie in der Dorfstraße geplant, auch auf beiden Straßenseiten zu finden sein.

Ochsenbachs Ortsvorsteher Reiner Weiß forderte: „Bevor eine Schaufel in die Hand genommen wird, müssen alle Probleme ausgeräumt sein.“ Der Bürgermeister versprach: „Wir schaffen nicht einfach Tatsachen.“

Fiedler wies mit Blick auf Landratsamt und Regierungspräsidium aber auch darauf hin: „Wir sind bei allen Punkten nicht die entscheidende Instanz. Wir können Vorschläge machen und versuchen, Veränderungen zu erreichen. Der jetztige Plan ist bereits abgestimmt.“ Verwaltungs-Teamleiter Stefan Trunzer ergänzte: „Wenn die Genehmigungsbehörde sagt, so genehmigen wir das nicht, wird es für uns schwierig.“ Stadtrad Dürr war aber der Ansicht: „Wer bezahlt, kann auch ein bisschen mitschwätza.“

Die Ortsdurchfahrt in Ochsenbach


Vom Schwerlastverkehr genervt, gründete sich 2017 eine Verkehrsinitiative in Ochsenbach, die sich unter anderem  für eine Temporeduzierung und ein Verbot für Schwerlastverkehr stark machte. Ein erstes Ergebnis waren vorübergehendes Tempo 40 und mehr als 200 signalfarbene Poller sowie die Aufgabe an die Stadt, ein Verkehrskonzept zu erarbeiten. In diesem finden sich noch rund 60 in Anthrazit wieder. Für die Initiative eine klare Verbesserung. Außerdem sind Zebrastreifen bei der Kelter und Tempo 30 auf der gesamten Ortsdurchfahrt vorgesehen. msc