Sachsenheim Brezle-Nudel: Erfindung der Sachsenheimer Bäckerei Kutterer in aller Munde

Vier Tage lang hat Karin Beyer auf der "Slow Food"-Messe in Stuttgart die Brezle-Nudel feilgeboten - und viele Bestellungen erhalten.
Vier Tage lang hat Karin Beyer auf der "Slow Food"-Messe in Stuttgart die Brezle-Nudel feilgeboten - und viele Bestellungen erhalten. © Foto: Caroline Holowiecki
CAROLINE HOLOWIECKI 18.04.2013
Die Brezle-Nudel ist der Hit. Die Erfindung aus der Sachsenheimer Bäckerei Matthias Kutterer geht weg wie warme Semmeln. 2.000 Tüten werden derzeit pro Woche gepackt - das reicht kaum, um die Nachfrage zu befriedigen.

Karin Beyer ist nach wie vor geplättet, wie sie sagt. Dass ihre Idee ein Erfolg werden könnte, das hatte sie im Gefühl. Dass der Erfolg aber so groß werden würde, das hat sie ziemlich überfahren, wie sie lachend erzählt. Die Rede ist von ihrer Erfindung: der Brezle-Nudel. Seit dem vergangenen Sommer hat die Sachsenheimer Bäckerei Matthias Kutterer die selbst gemachte Pasta in Brezel-Form im Angebot. Und immer mehr Kunden wollen die kleinen geschlungenen Teigwaren. "Wir haben Kunden, die kommen aus Stuttgart oder Backnang nach Sachsenheim", sagt Karin Beyer, die kaufmännische Leiterin aus der Bäckerei mit Stammsitz im Gewerbegebiet Eichwald.

Dort werden die Brezle auch produziert, abgepackt werden sie im Lager in Hohenhaslach. 2.000 Tüten können pro Woche im Hause Kutterer produziert werden - eine Menge, die kaum noch reicht. Mit jedem Pressebericht, mit jedem Messebesuch - zuletzt war das Team auf der "Slow Food" in Stuttgart - wachse die Nachfrage. Nach einem TV-Beitrag kurz vor Ostern sei das Ganze richtig hochgekocht. "Die Fernsehsendung war gerade rum, da kam der erste Anruf. Ich musste irgendwann das Telefon ausschalten", erinnert sich die 44-Jährige. Bestellungen aus ganz Baden-Württemberg seien eingegangen.

Zahlreiche kleinere Bäckereifilialen im Bundesland verkaufen die Sachsenheimer Pasta schon - meist mit einem neutralen Etikett. Etliche große Fische haben die schwäbischen Erfinder zudem bereits an Land gezogen. Feinkost Böhm in Stuttgart hat die Brezle als eines der ersten Unternehmen ins Programm aufgenommen. Die Kinderklinik Tübingen interessiere sich für die skurrilen Nudeln, die Mädchen und Jungen mehr Appetit auf Krankenhausessen machen sollen. Auch der i-Punkt in Stuttgart ist am potenziellen Touristen-Renner dran.

Zudem befinde man sich mit einem großen Unternehmen in Gesprächen, das beabsichtige, das Produkt bundesweit ins Programm aufzunehmen. Was Karin Beyer aber am meisten stolz macht, wie sie sagt: In ihrer Schreibtischschublade habe sie zwei Visitenkarten von namhaften deutschen Nudelherstellern, die die Brezle sofort ins Portfolio aufnehmen würden. Zudem hat das Gaststättengewerbe mittlerweile die originelle Beilage für sich entdeckt.

Im Hause Kutterer denke man derzeit noch nicht darüber nach, die Rechte an der Erfindung abzugeben. Die Brezelform hat sich die Bäckerei europaweit für 25 Jahre patentieren lassen. "Darüber bin ich heilfroh, das war das Allerallerwichtigste an der ganzen Sache", sagt Karin Beyer.

Manchmal ist die Begeisterung für die Brezle der Erfinderin nicht ganz geheuer. "Als die erste große Welle kam, hat mir das kurz Angst gemacht", gibt sie zu. Eine Aushilfskraft habe man bei Kutterer bereits einstellen müssen, die nichts anderes macht, als Nudeln abzupacken. Bei der einen 400-Euro-Kraft wirds wohl auf Dauer nicht bleiben, sagt Karin Beyer.