Markgröningen Blasmusik zieht Zuschauer-Massen an

Markgröningen / Sandra Bildmann 20.08.2018

Von der Bühne her klingt zünftige Blasmusik, vor dem Zelt quietschen Karussell fahrende Kinder, an der Essensausgabe zischt es, Gläser klirren, man prostet sich zu, ein kühles Bier erfrischt so manchen Festbesucher mit Schweißperlen auf der Stirn: 2000 Menschen passen in das große, weiße Zelt auf dem Markgröninger Festplatz. Seit Freitagabend läuft hier die 52. Auflage des Internationalen Musikfests, das der Musikverein Stadtkapelle traditionell ausrichtet.

 Bisher sei es an jedem Abend voll gewesen, berichtet Vorstandsmitglied Christiane Liebing, dazu kämen die Besucher, die sich um das Zelt herum verteilten. Über den gesamten Festzeitraum, der noch bis an diesem Montagabend andauert, rechnet Liebing mit bis zu 10 000 Besuchern. Für die Veranstalter sei das keine außergewöhnlich hohe Zahl, bestätigt sie, im Gegenteil: Bei der momentanen Hitze verwandele sich das Zelt in der Mittagszeit in einen Brutkasten. Da kämen sogar etwas weniger Besucher als sonst. Dafür tummeln sich in den Abendstunden umso mehr auf dem Gelände: Schankschluss sei am Samstagabend erst um 1.45 Uhr gewesen, erzählt Liebing.

Nachdem das Fest am Freitagabend mit eigenen Klangkörpern und dem obligatorischen Fassanstich durch Bürgermeister Rudolf Kürner eröffnet worden war, wurden am Samstagabend zunächst die Gastkapellen beim Konzert auf dem Marktplatz empfangen, ehe diese selbst loslegten. Höhepunkt: Der Internationale Abend mit dem ungarischen Blasorchester Szentes und dem Musikverein Alberschwende aus Österreich. Zum Abschluss des Tages gab’s Partymusik von der Markgröninger Band „tone::trip“.

Im Rahmen der offiziellen Begrüßung durch die Stadt und Vertreter des Kreisverbandes wurde Georg Ter Voert für seine 60 Jahre andauernde Mitgliedschaft im Blasmusikverband geehrt. Der Dirigent leitet die Markgröninger seit 1979, sieben Jahre später wurde er zum Stadtmusikdirektor ernannt – ein Amt, das der studierte Fagottist und ehemaliges Mitglied des SWR-Sinfonieorchesters bis heute innehat.

Auch am Sonntag waren die Festlichkeiten in vollem Gang. Nach einem ökumenischen Gottesdienst im Zelt und dem Frühschoppenkonzert, bei dem auch eine Delegation des Trommler- und Pfeifenkorps Strauch aus der Eifel spielte, übernahmen am Nachmittag zunächst der Musikverein Unterriexingen, ehe der Fanfaren- und Spielmannszug der Gastgeber zum Marsch blies. Apropos: Der Markgröninger Marsch, den Dirigent Ter Voert selbst komponiert hat, gehört zum unverzichtbaren Kernprogramm des Festes. „Der ist nicht wegzudenken und den kennen hier fast alle“, weiß Christiane Liebing.

Es werde immer schwerer, auf der einen Seite genügend Helfer und auf der anderen Seiten neue Kapellen zu finden, erzählt Kathrin Trautwein, die im Verein seit fünf Jahren für den Geschäftsbereich Musik und Veranstaltungen zuständig ist.

Umso erfreuter ist sie, dass mit dem Musikverein aus dem österreichischen Alberschwende am vergangenen Samstag ein Ensemble seine Premiere in Markgröningen feierte. Im hiesigen Verein hofft man, dass die Verbindung bestehen bleibt. Zumindest ein Anfang ist gemacht: Nächstes Jahr steht der Gegenbesuch an.

Daneben planen die Markgröninger einen Trip ins italienische Rosa. Trautwein denkt allerdings nicht nur bis nächstes Jahr: Momentan kümmert sie sich um die Gäste für 2021, denn für das 53. und 54. Internationale Musikfest hat sie mit ihren Kollegen die Planungen bezüglich der Kapellen aus dem Ausland bereits abgeschlossen. Für nächstes Jahr habe ein Ensemble aus Belgien zugesagt.

Obwohl es immer schwieriger werde Helfer zu finden – um das viertägige Fest stemmen zu können seien über 200 nötig – sei das Fest nicht in Gefahr, bestätigt Trautwein. Auch was den eigenen Nachwuchs in Sachen Blasmusik angeht, steht die Markgröninger Stadtkapelle inzwischen wieder gut da: Das Jugendblasorchester konnte am Sonntag bereits zum zweiten Mal alleine auftreten. Mit der aufwändig initiierten Bläserbande verfügt der Musikverein nun sogar über Musizierende im Kindergartenalter.

Ergänzt wurden die musikalischen Events durch den Rummel mit Boxauto, Kettenkarusell, Dosenwerfen und Co, der bis zum Schäferlauf bestehen bleibt und dann erweitert wird.

Info Das Fest geht an diesem Montag in die letzte Runde. Um 11.30 Uhr beginnt das traditionelle Göckelesessen mit Blasmusik. Die abendliche Bewirtung startet um 18 Uhr, ab 19.30 Uhr steht die Neue-Deutsche-Welle-Band „Knutschfleck“ auf der Bühne.

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