Claudia Papp ist zufrieden: „Wir haben die Ziele ganz gut umgesetzt“, sagt die Leiterin des Sachsenheimer Stadtmuseums über die vergangenen fünf Jahre. Für diesen Zeitraum stellte sie in der vergangenen Gemeinderatssitzung den Bericht vor, ebenso die scheidende Kulturreferentin Andrea Fink den Kulturbericht. Vom Gemeinderat gab es für die beiden Damen Lob ob des Geleisteten mit wenig Mitteln.

Mehr als 3000 Besucher zählte das Stadtmuseum mit seiner Dauer und Wechselausstellung in den vergangenen Jahren regelmäßig. Auch 2019 gehe die Tendenz dorthin. „In naher Zukunft möchte sich das Museumsteam vor allem auf die Themenbereiche Digitalisierung und Partizipation konzentrieren“, betont Claudia Papp. Hierzu gehören beispielsweise ein Audioguide per Smartphone-App, eine Mitmachführung für Schulklassen via Tablet oder eine Virtual-Reality-Station in der Dauerausstellung, verrät sie. Auch die Bürger sollen nach ihren Wünschen befragt werden.

Gelungene Kooperation

Zu den von Papp angesprochenen erreichten Zielen zählt beispielsweise eine langfristige Kooperation mit zwei Ganztagsklassen der Gemeinschaftsschule: „Die Schülerinnen und Schüler waren über das Schuljahr hinweg vier bis fünf Vormittage im Stadtmuseum, nahmen an Führungen zu verschiedenen Epochen und an Workshops mit ausgearbeiteten Zusatzformaten teil.“ Dazu zählte zum Beispiel auch eine Hörspielvertonung zur Sage des Klopferle. Fazit: „Das Stadtmuseum wird diese Kooperationsform auch in Zukunft anbieten, da beide Seiten von einer langfristigen und systematischen Bindung profitieren.“

Ebenso geklappt hat die erweiterte Kooperation mit den Kindergärten. Seit 2017/18 wird das „Museum im Koffer“ unter dem Motto „Von der Steinzeit bis zum Ritter – Essen und Trinken in früheren Zeiten“ angeboten. Für 1,5 Stunden kommen die eingesetzten Museumspädagogen dafür vor Ort. „Auch von den Kindertageseinrichtungen der näheren Umgebung“ werde das „gut angenommen“, betont die Museumsleiterin. Durch das „Museum im Koffer“ hätten „Barrieren gegenüber der Institution Museum“ abgebaut „und erste Berührungspunkte“ geknüpft werden können. „So gehören mittlerweile bei fast allen Ausstellungen mehrere Kindergärten in Sachsenheim und Umgebung zum Stammpublikum“, sagt Papp.

Zufrieden war auch Andrea Fink, für die der Bericht der vergangenen fünf Kulturjahre im Gemeinderat gleichzeitig ihr Abschied war. Sie orientiert sich beruflich neu. Nachfolger Alexander Sterzel (bisher in Tamm Kulturamtsleiter) beginnt im Januar. Als Errungenschaft sieht sie die hinzugewonnenen Spielorte: Neben dem Kulturhaus werde bei „Schmid’s Domino“ in Großsachsenheim, bei Weinbau Keller in Hohenhaslach, auf „Schülke’s Hof“ im Kirbachtal, aber auch am Lichtenstern-Gymnasium gespielt. Dort wird seit 2016 das jährliche Konzert der „sueddeutschen kammersinfonie“ aufgeführt. „Die Kulturbesucher wollen bei einer Abendveranstaltung ein angenehmes Ambiente“, nennt sie einen Grund. Das Kulturhaus sei zudem „durch eine schlechte Klimatisierung im Großen Saal“ zwischen April und September regelmäßig „kaum nutzbar“.

17 bis 20 Veranstaltungen verschiedenster Richtungen und Genre waren das jährliche Ziel, das Fink hatte. Neben den Fixpunkten, zu denen der bekannte Ochsenbacher Saxofonist Matthias Leucht gehört, sei sie immer um Abwechslung bemüht gewesen. Sie habe „versucht, durch die Leitthemen zu passendem Repertoire zu animieren“, sagte Fink.

Nicht alle Experimente klappten wie erhofft. Da war zum Beispiel 2018 der Auftritt des bekannten Beatboxers Robeat mit dem Jugendsinfonieorchester des Lichtenstern-Gymnasiums. Die Idee: „Klassik und Beatboxing miteinander zu verbinden“. Doch das Interesse der Jugendlichen hielt sich in Grenzen. Und das, obwohl versucht wurde, auch das Jugendhaus zu integrieren.

Fink attestierte: „Jugendliche bewegen sich in klar definierten Sozialisationsräumen.“ Das bedeute beispielsweise, „dass das Jugendhausklientel kein Konzert mit Lichtensternschülern besucht“.

So geht es im Stadtmuseum weiter


Für 2020/2021 steht im Stadtmuseum nach Abschluss der aktuellen Wanderausstellung „Auf nach Rom“ eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Mittelalter“ im Verbindung mit dem 525--Jahr-Jubiläum der Stadt an. Es folgt die Sommerausstellung „Unter Krokodilen! In der Kunst und im Alltag“. Nicht ganz ernster Vorschlag aus dem Gemeinderat: Man könnte ja dafür den Schlossgraben wieder füllen. Über die Wintermonate ist unter anderem eine Ausstellung zum renommierten Künstler und Zeitgenossen von Otto Dix, Theodor Werner, geplant, da sich einige seiner Gemälde im Besitz der Stadt befinden. msc