Enßle-Areal BGB will Gespräche wieder ankurbeln

Vaihingen / mba 25.07.2018

Vier Monate sind seit dem Bürgerentscheid über das Enßle-Areal in Vaihingen vergangen. Die Bürger-Gärten-Bewegung (BGB) hofft nun, mit Stadtverwaltung, Gemeinderat und anderen Gruppen wieder ins Gespräch zu kommen.

In acht Arbeitsgruppen überlegt die BGB derzeit, wie es weitergehen soll. Schwerpunkte sind die Bürgerbeteiligung, aber auch Fragen der gesamtstädtischen Entwicklung. „Die Stadt braucht wieder Gespräche“, sagte Christiane Lawrence beim Ortstermin in den Köpfwiesen. Es müsse eine Form der Verständigung gefunden werden, bei der es nicht um gegenseitige Schuldzuweisungen gehe, sondern um Respekt und darum, einander zuzuhören. Im Gemeinderat wurde bereits eine Art Runder Tisch angeregt. Das wäre auch nach Ansicht von Renate Quiring optimal. Angesichts der noch immer vergifteten Atmosphäre zwischen einigen Vertretern von Stadt und Bürgerschaft sei aber ein externer Mediator wichtig.

Am Montag fand ein Gespräch zwischen BGB und den Vaihinger Gemeinderatsfraktionen statt – ein Schritt in Richtung Normalisierung, hoffen die BGBler. Ähnliches spüre man beim Dialog mit anderen Gruppen wie der Werbegemeinschaft WGV, die sich für die städtischen Pläne fürs Enßle-Areal eingesetzt hatte. 

Verbesserung des Miteinanders

Ein halbwegs gedeihliches Miteinander sei angesichts der großen Aufgaben notwendig, findet die BGB. Die Gartenschau im Jahr 2029 sei eine große Chance, die viele Besucher in die Stadt bringen könne. Infrastrukturell gebe es bis dahin viel zu verbessern. „Wir werden in der Innenstadt oft gefragt, wie man zur Enz kommt oder zum Schloss“, so Uli Simecek. Zudem fragten viele Tagestouristen nach Möglichkeiten, gut schwäbisch essen zu gehen. Viel Auswahl gebe es da leider nicht. Das sogenannte Cittaslow-Netzwerk – anknüpfend an Slowfood als Gegenbewegung zu Fastfood – biete gute Ansätze, um die Lebensqualität einer Stadt zu erhöhen, findet Christiane Lawrence. 

Um sich bei der Stadtentwicklung nicht in Einzelmaßnahmen zu verlieren, zu denen jeweils Bürgerbeteiligungen abgehalten werden müssten, sei ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Isek) sinnvoll, findet Brit Fröhlich aus Vaihingen und Stadtplanerin in Markgröningen. Eine Studienarbeit der TU Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stadt liege seit 2015 vor. Mit durchaus guten Ideen, findet Fröhlich.

Die Stadt Vaihingen wollte an Stelle der ehemaligen Lederwarenfabrik ein neues Wohn- und Einkaufszentrum schaffen. Dies verhinderte die BGB mit dem Bürgerentscheid.

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