Als Heiner Bierbrodt, Vorsitzender der Sport- und Kulturgemeinschaft Sachsenheim (SKS), in die Runde fragte, welcher Verein sich vorstellen könnte, am Heimatfest 2020 bei der Bewirtung der Sporthalle mitzumachen, erfüllte Schweigen den Raum. Keiner. Das hatte sich schon bei der letzten Sitzung der Sachsenheimer Vereine vor einigen Wochen abgezeichnet. Deshalb hatte Bierbrodt vorgesorgt und schon mal in Richtung Caterer gedacht.

So wird kommenden Mai ein Profi die Grundversorgung in der Sporthalle übernehmen. Thomas Lutsch, Zunftmeister der Urzeln, hatte dazu geraten: „Das ist eine Dimension, da geht es ans Eingemachte. Man muss eine Mannschaft haben, die das zwei Tage durchzieht.“ Außerdem habe die Sporthalle das Manko, dass es dort keine Küche gibt. „Man muss also alles von außen bringen. Kein Verein hat die Hardware, das zu stemmen.“ Auch die Urzeln hatten 2015 bei ihrer 50-Jahr-Feier auf einen Caterer zurückgegriffen.

Vereine im Außenbereich

Bürgermeister Holger Albrich versuchte dagegen, noch einmal die Ehrenamtlichen zu mobilisieren. „Das ist doch ein Fest der Vereine. Sie haben dort die Möglichkeit, sich zu präsentieren.“ Das können sie auch: mit Ständen im Außenbereich (oder der Schulmensa), quasi als Ergänzung zum Angebot in der Halle. Wer genau wo bestuhlt und wie auf gutes oder schlechtes Wetter reagiert wird, gilt es noch zu besprechen.

Sven Junger, Vorsitzender des TV Großsachsenheim, schlug vor, dass sich die Vereine gemeinschaftlich wenigstens um den Ausschank der Getränke kümmern. „Dann könnten sich auch Vereine beteiligen, die vielleicht nur einen oder ein paar wenige Leute abstellen können“, war er guter Dinge, dass genügend Helfer zusammenkämen. Doch die Mehrzahl bei der SKS-Versammlung sah das anders und will auch die Getränke an den Caterer vergeben. Die Ware muss aber vom örtlichen Getränkemarkt kommen.

Erfreulich ist die Resonanz für den Umzug. Dort wird es zwar wie berichtet keine Wagen, sondern nur noch Fußvolk geben. Dafür haben sich laut Bierbrodt aber bereits knapp 30 Gruppen angemeldet. Die Anmeldefrist wurde noch einmal bis zum 15. Januar verlängert.

Die Route wird verkürzt und führt dieses Mal ausschließlich durch Großsachsenheim. Ein letzter sanfter Versuch der Kleinsachsenheimer Vereine, die alte Heimatfest-Route, die in ihrem Ortsteil startet, beizubehalten, scheiterte: Los geht es jetzt in der Bahnhof-/Ecke Eisenbahnstraße. Dann bewegt sich der Tross über die Heinrich-Heine- und Ludwigsburger/Haupt- in die Oberriexinger Straße bis zum Schulcampus, wo dann gefeiert wird.

Für den Umzug verantwortlicher Planer ist das erfahrene TVG-Mitglied Claus Stanger, der bereits vier Heimatfest-Umzüge organisiert hat. Das Motto steht noch nicht ganz. Es soll aber das Jubiläum 525 Jahre Sachsenheim – inklusive Zukunft der Stadt – widerspiegeln.

Das weitere Programm beim Heimatfest


Das Heimatfest findet vom 22. bis 24. Mai statt. Einige Eckpunkte stehen: Am Freitagabend veranstaltet die Stadt ein Jugendkonzert, möglichst mit Live-Musik. Am Samstagnachmittag sind ein Flohmarkt und Kinderaktionen geplant. Abends soll das Hofbräuregiment die Sporthalle füllen. Der Sonntag startet mit einen Gottesdienst und einem Frühschoppen-Konzert der Stadtkapelle. Um 14.30 Uhr beginnt der Umzug mit anschließendem Fest in der Sporthalle. Ab 18 Uhr spielt dort Matthias Leucht. msc