Umwelt Besseres Radwegenetz und Citybusse

Markgröningen / Michaela Glemser 20.07.2018

Auch Markgröningen ist von der Stickoxid-Belastung betroffen und hat daher Fördermittel vom Bund in Höhe von 58 240 Euro für einen Masterplan „Saubere Luft“ bewilligt bekommen. Die Planer Peter Sautter und Thomas Sippel wollen mit fünf Maßnahmenfeldern die Stickoxid-Emissionen nachhaltig senken. Bürger haben in einer Planungswerkstatt im April Vorschläge erarbeitet, um vor allem die Anteile des motorisierten Durchgangs-, Quell- und Zielverkehrs zu reduzieren.

48,2 Prozent in Markgröningen und sogar 70,6 Prozent in Unterriexingen betragen die Anteile des Durchgangsverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen. Beim Quell- und Zielverkehr belaufen sich die Werte auf 45,6 Prozent in Markgröningen und 28,1 Prozent in Unterriexingen. Der Rest sind Binnenverkehre.

Zunächst einmal wollen die Planer den Radverkehr in der Stadt steigern. Das aus 2003 fortgeschriebene Radverkehrskonzept zielt vor allem darauf, den Radverkehr auf eigenen Radwegen und nicht auf den Schutzstreifen in der Straßenfahrbahn abzuwickeln, da sich gerade die Radfahrer, die bisher nur selten auf zwei Rädern unterwegs sind, auf diesen Schutzstreifen unsicher fühlen. Problemstellen wie am Knotenpunkt der Graben- mit der Münchinger Straße und der Esslinger Gasse, an der Münchinger, der Möglinger und der Schwieberdinger Straße oder am Oberen Tor sollen durch breitere Gehwege, die auch für Radfahrer in beiden Richtungen frei sind, sicherer werden.

Schließfach-Ladestationen

Zudem ist an eine Querverbindung am Schulgelände am Benzberg vorbei über die Fußgängerbrücke in der Vaihinger Straße hinein in die Altstadt gedacht. Auch die Zahl der Fahrradabstellplätze soll gesteigert und dabei die Bedürfnisse der Pedelec-Fahrer berücksichtigt werden, die eine Schließfach-Ladestation benötigen. Die Wegweisung des Radnetzes muss ebenso verbessert und erweitert werden.

Im Zusammenhang mit der Reaktivierung der Schienenstrecke zwischen Markgröningen und Ludwigsburg schlagen die Planer die Einrichtung eines Citybus-Verkehrs vor. Eine Linie soll zwischen dem Wohngebiet „Auf Hart“ und dem Bahnhof verlaufen, eine zweite vom Bahnhof über das Gewerbegebiet im Osten der Stadt zu den Wohngebieten „Im langen Feld“ und „Ziegelwerk“ bis zum Festplatz in der Innenstadt führen. Eine Linie 3 soll den nördlichen Teil der Stadt über einen Ringverkehr anbinden. Rund 513 000 Euro im Jahr würde ein solches Citybus-Konzept kosten.

Weiterhin soll die Fahrzeugflotte der Stadtverwaltung auf emissionsfreie Alternativfahrzeuge umgestellt und die E-Ladestationen im gesamten Stadtgebiet möglichst flächendeckend verteilt werden. Durch vermehrte Bürgerinformationen soll es auch in der Bevölkerung zum Umdenken kommen.

„Dieses Thema bewegt die Bürger. Dies ist auch gut so. Das A und O für ein gutes Radwegenetz ist aber, dass ausreichend Abstellplätze für Fahrräder vorhanden sind. In diesem Bereich sollten wir zeitnah Lösungen umsetzen“, betonte Matthias Reutter von den Freien Wählern. Er stellte im Namen seiner Fraktion auch den Antrag, einen Verbindungsradweg zwischen Unterriexingen und Großsachsenheim herzustellen. Er könnte vom bestehenden Enztalradweg entlang der Landestraße 1141 bis hinauf zum Eichwald-Gelände führen. Helmut Schäfer von der SPD verwies noch einmal darauf, dass bei der Reaktivierung der Schienenstrecke nach Ludwigsburg eine schnelle Lösung gefunden werden müsse, die sich innerhalb von drei bis vier Jahren umsetzen lasse. Er sprach sich erneut gemeinsam mit seiner Fraktion für die Niederflurvariante aus.

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