Sachsenheim Beleuchtung fürs Fest vor dem Aus

Für die öffentliche Weihnachtsbeleuchtung in Großsachsenheim fühlt sich nach wie vor niemand verantwortlich
Für die öffentliche Weihnachtsbeleuchtung in Großsachsenheim fühlt sich nach wie vor niemand verantwortlich © Foto: Richard Dannenmann
Von Mathias Schmid 06.11.2018

Die Adventszeit startet in rund einem Monat – Zeit, sich auch über die Weihnachtsbeleuchtung Gedanken zu machen. Nur: Für die Großsachsenheimer Innenstadt fühlt sich dafür auch in diesem Jahr niemand zuständig. Die Stadt verweist auf den Bund der Selbstständigen (BdS), der betont ganz klar: Die allgemeine Weihnachtsbeleuchtung ist nicht unsere Aufgabe und war es auch nie.

„Es gibt keine neue Vereinbarung und demnach auch keine Vorgehensweise von unserer Seite“, sagt der städtische Sprecher und Wirtschaftsförderer Matthias Friedrich auf BZ-Anfrage. Damit beruft er sich auf das Arrangement, das 2008 mit einigen Sachsenheimer Geschäftsleuten getroffen wurde, dass diese sich in Zukunft um die Weihnachtsbeleuchtung kümmern. Die Stadt und auch der BdS beteiligten sich damals finanziell, sodass neue Beleuchtung beschafft und Reparaturen in den Folgejahren erfolgen konnten. Doch die finanziellen Ressourcen sind aufgebraucht, und die Ehrenamtlichen sehen sich nicht mehr in der Lage weiterzumachen (die BZ berichtete).

Schon seit 2016, als die BZ zum ersten Mal das damals offensichtlich noch nicht bekannte Problem beleuchtete, stellt sich daher die Frage: Wer sorgt in Zukunft für weihnachtliche Erleuchtung? Die Stadt, so Friedrich, wartet auf Nachricht des BdS, wie es weitergehen soll. Die Selbstständigen, die in dieser Sache nur noch geschlossen sprechen möchten, sehen den Ball aber bei der Stadt. Sie betonen: „Es gab nie eine Aktion des BdS.“ Sondern: Die 2008 ins Leben gerufene Initiative sei zwar von Mitgliedern, aber komplett in Eigenregie gewesen.

Der BdS bedauert zwar die Zurückhaltung der Stadt. Mit Blick auf die Frequentierung der Innenstadt sehen die Mitglieder die Sache weniger dringlich, als man zunächst denken könnte. „Wir möchten die Diskussion nicht auf diese Schiene heben und uns nicht nachsagen lassen, dass wir von dem Ganzen profitieren.“ Offenbar glaubt das eine oder andere Mitglied nicht, dass eine Beleuchtung beispielsweise der Lammstraße dem Trend, dass dort weniger Einzelhandel betrieben wird, in irgendeiner Form entgegenwirken kann.

BdS nur bedingt interessiert

Einige Selbstständige sind ohnehin dazu übergegangen, ihre Geschäfte selbst zu beleuchten. Das, so glaubt der BdS, habe einen größeren Effekt. Aber darum gehe es beim Streit um die Weihnachtsbeleuchtung nicht, sondern „dass die Stadt ordentlich aussieht“, betont der BdS, „uns ist keine andere Stadt oder Gemeinde bekannt, in der die Beleuchtung Sache des Vereins oder einer Interessengemeinschaft ist.“ Da die Stadt aber nicht von ihrer damaligen Entscheidung abrücken will, ist die Situation festgefahren.

Die Verwaltung will sich nach wie vor um die Beleuchtung am Bahnhof, im Äußeren Schlosshof und um die Weihnachtsbäume in den Ortsteilen kümmern. „Die Häuser sind dem BdS überlassen“, betont Friedrich. Und darüber hinaus leuchtet „das was noch übrig ist“, wie es der BdS nennt, „gewartet wird es vonseiten des BdS von niemandem mehr.“ Die Giebelbeleuchtung in der Lammstraße fällt demnach langsam aus. Bei der VR-Bank muss geschaut werden, wie viel Leuchten noch funktionieren, nachdem es dort zuletzt Probleme mit der Stromversorgung gab.

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