Sachsenheim / Martin Hein  Uhr

Man hat sich inzwischen schon beinahe daran gewöhnt, aber es ist definitiv kein schöner Anblick, der sich in Großsachsenheim den zahlreichen Fußgängern an den Verbindungstreppen zwischen der Kleinsachsenheimer Straße und der Wiesenstraße bietet. Seit bald zwei Jahren ist die rechte Treppe, die zur Wiesenstraße hochführt, nicht mehr begehbar und mit einem rot-weißen Kunststoff-Bauzaun-Element provisorisch gesperrt. Die Stufen haben sich auf einer Seite abgesenkt, hängen schief und der Beton ist ausgebrochen.

Von unten gesehen, die linke Treppe wurde bereits im Frühjahr 2013 in monatelanger Arbeit aufwendig komplett erneuert. Die Kosten für diese Maßnahme beliefen sich auf rund 200 000 Euro. Die baugleiche Treppe auf der rechten Seite war zu dem Zeitpunkt ebenfalls schon genauso baufällig. „Die andere Treppe wolle man sich vornehmen, sobald Treppe Nummer eins fertig sei“, hieß es damals seitens der Stadt. Aber daraus wurde bis jetzt nichts. 2016 haben sich Anwohner über den inzwischen äußerst maroden Zustand der Treppe beklagt. Von der Stadt sei zugesagt worden, dass man sich „zeitnah“ darum kümmern wolle, hieß es. Außer letztendlich erfolglosen Beton-Flickarbeiten ist nichts passiert.

Im August 2017 kam von der Stadt dann die Auskunft, dass die alte Treppe komplett erneuert werden müsse. Man wollte das Projekt eigentlich bereits 2017 in Angriff nehmen. Wegen des doch größeren Aufwandes wurde die Treppenerneuerung nochmals verschoben und für 2018 eingeplant. Geändert hat sich jedoch am Zustand der Staffeln, außer dem weiteren Verfall, nichts.

Das Treppen-Projekt ist bei der Stadtverwaltung scheinbar doch nicht ganz in Vergessenheit geraten. Nach Auskunft von Pressesprecherin Nicole Raichle, laufen derzeit bei einem Fachbüro die Planungen für eine sogenannte Noterschließung. Es müsse eine Art Umleitung über die Gärten der Anwohner erfolgen. Die Ausschreibung sei vorbereitet, die Ergebnisse müssen dann noch beschlossen werden. Sofern dies alles klappt, könnte die Sanierung dann tatsächlich im Herbst 2019 beginnen.

Eine weitere Dauer-Baustelle, bei der sich bislang auch nichts tut, hat man nach aktueller Auskunft der Stadtverwaltung ebenfalls noch im Blick: In der Alten Großsachsenheimer Straße stehen, nach Auskunft von Anwohnern, ebenfalls seit mehr als zwei Jahren ein paar Kunststoff-Bauzaun-Elemente als provisorische Absicherung des alten Geländers. Oberhalb des Steinbruchs ist das alte Geländer teilweise komplett weggerostet und abgebrochen. Gelegentlich bläst der Wind Bauzaun-Elemente um. Geduldig richten die Anwohner den Zaun dann wieder auf. Auch hier ist die Stadt scheinbar jetzt am Drücker. Das Geländer soll komplett ausgetauscht werden. Wann die bereits beauftragten Arbeiten beginnen, stehe noch nicht fest, so Pressesprecherin Nicole Raichle.