Sachsenheim / Von Mathias Schmid  Uhr

Seit Dienstag steht die Vollsperrung mit Umleitung in der Bissinger Straße in Großsachsenheim (die BZ berichtete). Noch bis voraussichtlich Ende September werden hier Kanäle und Versorgungsleitungen sowie der Straßenbelag erneuert, zum Teil auch der Gehweg. Die offizielle Umleitung über Untermberg und die Regelung des Busverkehrs über die Feldwege sorgt in der Bevölkerung teilweise für Verärgerung und Verwirrung. Inzwischen sind die ersten Beschwerden von Bürgern an die Verwaltung herangetragen worden, wie diese auf BZ-Nachfrage berichtet.

Auch ein Omnibus hat sich bereits verfahren. Er geriet am Dienstag auf seiner Irrfahrt beim neuen Seniorenheim in ein Feld und musste abgeschleppt werden. Dabei hat die Omnibus-Firma Spillmann die Umleitung für die Busse, die vom Landratsamt vorgegeben war, laut Stadt selbst ausgeschildert. In den Augen eines Anwohners, der sich bei der BZ gemeldet hat, habe der Bus dabei auch „Spaziergänger gefährdet“. Der Bus selbst sei zu diesem Zeitpunkt leer gewesen, versichert Stadtsprecherin Nicole Raichle. Und: „Nachdem es auch bei den PKW teilweise zu Verwirrungen kam, wurde die Beschilderung jetzt nachgebessert. Jetzt sollte die Umleitung für alle klar gekennzeichnet sein.“

Wie schwierig es auch für die Behörden ist, allen Interessen gerecht zu werden, lassen unterschiedliche Reaktionen aus der Bürgerschaft vermuten: Ingrid Mockler schreibt beispielsweise in der öffentlichen Facebook-Gruppe: „Kann es eigentlich sein, dass ich gute acht Kilometer fahren muss, um auf den Friedhof zu kommen?“ In zahlreichen Kommentaren erntet sie dafür Zustimmung, aber mehrheitlich Kritik. Viele verweisen darauf, dass die Baustelle nun mal sein müsse. Auch der Vorschlag der Dame, die Feldwege freizugeben, halten viele für keine gute Lösung: „Es gibt so viele Möglichkeiten über die Feldwege, die man nutzen könnte. Aber das ist ja verboten“, ist ihre Meinung.

Dagegen sieht der Großsachsenheimer Michael Wolf in der Nutzung der Feldwege bereits jetzt ein Problem. Dort werden auf Geheiß des Landratsamts offiziell die Linienbusse umgeleitet. „Das ist eine Zumutung“, ärgert er sich gegenüber der BZ. Seine Verwandtschaft vom Leonhardshof sagt bereits jetzt „Chaos“ voraus, wenn die Landwirte in diesem Bereich mit ihren großen Maschinen beispielsweise Heu und Stroh von den Wiesen abtransportieren. Er befürchtet zudem gefährliche Situationen zwischen Fußgängern beziehungsweise Radfahrern und Bussen. „Wenn die Schule wieder anfängt, wird das alles noch schlimmer.“ Zumal er beobachtet, dass wegen der Straßensperrung auch vermehrt Autos über die Feldwege brettern. Das ist auch die Beobachtung von Facebook-Nutzerin Monika Bourdon: „Die (Feldwege) haben sich diverse Autofahrer einfach selber frei gegeben.“

Im Falle der potenziellen Gefährdung von Fußgängern und Radlern ist für die Stadt klar: „Es gibt kein Gefahrenpotential zwischen Bussen und Fußgängern/Radfahrern, wenn sich alle an die Ausschilderungen halten.“ Die von der Stadt ausgewiesenen Strecken sind auch auf der städtischen Homepage unter „Baustelleninformationen“ zu finden. Die Busse fahren demnach bereits vor dem Kreisverkehr beim Aldi-Markt über die Feldwege südlich der Bebauung in Richtung Leonhardshof.

„An Ausschilderung halten“

Radfahrer und Fußgänger sollen dagegen weiter nördlich, zwischen Lichtenstern-Gymnasium und Schulzentrum verkehren. „Das sind zwei ganz unterschiedliche Wegeführungen, die Verkehrsteilnehmer kommen sich überhaupt nicht in die Quere“, betont Stadtsprecherin Raichle und fügt an: „die Fußgänger und Radfahrer werden dringend gebeten, sich an die Ausschilderungen zu halten, um keine Gefahrensituationen hervorzurufen“, so die Verwaltung.

Im Falle der Friedhofsbesucherin, die „wütend und maßlos traurig“, ist, verweist die Stadt, wie auch zahlreiche Facebook-Nutzer auf eine ganz andere Lösung: Besucher sollten auf dem Parkdeck oder in der Tiefgarage in der Hauptstraße parken. „Von da sind es gerade einmal 150 Meter zu Fuß zum Friedhof“, betont Raichle. Sie verweist auch noch einmal auf die Notwendigkeit der Sperrung: „Der Einlass des Kanals liegt mitten in der Straße.“ Mit einer nur einseitigen Sperrung der Straße könnten die Bauarbeiter deshalb nicht arbeiten. Und: Die Arbeiten seien gut angelaufen und die Verantwortlichen zuversichtlich, dass Ende September alles wie geplant fertig ist.