Die örtliche Sport- und Kulturhalle ist inzwischen über 40 Jahre alt und brandschutztechnisch sowie energetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. „Es ist das größte Gebäude in unserer Gemeinde und muss jetzt ertüchtigt werden. Die Halle hat ein gewisses Alter, in dem bestimmte Dinge einfach gemacht werden müssen“, betonte Bürgermeister Jürgen Scholz in der jüngsten Ratssitzung. Rund 1,82 Millionen Euro soll die Sanierung kosten, die in zwei Bauabschnitten durchgeführt werden wird.

Bereits im vergangenen Jahr haben die beauftragten Architekten rund um Diplomingenieur Mathias Orth die Sersheimer Sport- und Kulturhalle begangen und detailliert besichtigt, um eine genaue Aufstellung mit den nötigen Sanierungsarbeiten verfassen zu können. Auch ein Brandschutz-Sachverständiger war bei dieser Begehung dabei. Vor allem die Lüftungsanlage muss überholt werden, um dem Brandschutz Genüge zu tun.

Wärmedämmung mangelhaft

„Auch die Ballfangnetze, die Fassade mit ihrer mangelhaften Wärmedämmung, die Türen und Fenster, die Oberlichter, das Dach und Teile der Bühne sind von den Sanierungen betroffen“, erläuterte Orth den Gremiumsmitgliedern. Angedacht ist ebenfalls einen zusätzlichen Lagerraum an die Halle anzubauen.

„Bei den Oberlichtern muss sichergestellt werden, dass niemand durchfallen kann. Vorher sollten wir überlegen, ob die Oberlichter als Beleuchtungsquelle in der Halle überhaupt notwendig sind und in die Modernisierung einbezogen werden oder ob sie geschlossen werden können, weil in Zukunft auf die Oberlichter verzichtet werden kann“, machte der Ludwigsburger Planer deutlich. Der Fachmann bezifferte die Kosten für eine Schließung der Oberlichter auf 75 000 Euro und auf 90 000 Euro für eine Sanierung.

„Die Lüftungsanlage haben wir jetzt im Inneren noch nicht genau angeschaut. Aber wir gehen nicht von einer Globalsanierung aus. Wir wollen die Halle für die kommenden 30 Jahre fit machen“, betonte Orth. Da die Arbeiten beispielsweise an der Lüftungsanlage nur durchgeführt werden können, wenn die Halle für den Betrieb gesperrt ist, sollen die Modernisierungsarbeiten in zwei Bauabschnitten umgesetzt werden.

Fassadenarbeiten im Sommer

Während der Sommerzeit in diesem Jahr sollen zunächst die Arbeiten an der Fassade erfolgen, was eine Hallensperrung von rund zwei Monaten zur Folge haben wird. Im kommenden Jahr 2021 schließlich stehen die Vorhaben an Elektrik und Lüftungsanlage an, die mit einer deutlich längeren Sperrung der Sport- und Kulturhalle verbunden sein werden. „Die Halle länger als zwei oder drei Monate für die Vereine zu schließen, ist problematisch. Vielleicht können wir noch einen weiteren Bauabschnitt bilden, um die Schließzeit zu verkürzen“, regte Gemeinderat Sieghard Geske an. Planer Orth erwiderte, dass eine kürzere Schließzeit bei einem Eingriff in Elektrik und Brandschutz nicht möglich sein werde.

„Dass wir die Sanierung durchführen müssen, steht außer Frage. Wir können jetzt zunächst die Planungs- und Architektenleistung an das Büro KMB vergeben, um die Ausschreibung für die Maßnahmen in diesem Jahr vorzubereiten. Anschließend können wir noch überlegen, wann genau die Sanierung im zweiten Bauabschnitt erfolgen soll“, schlug Bürgermeister Scholz vor. Die Gemeinderäte schlossen sich diesem Wunsch an. Gemeinderat Gerd Langer regte an, die Eingangstüren in die Halle bei der Sanierung breiter zu gestalten, um sich bei dichtem Besucherverkehr mehr Raum zu verschaffen. Sersheims Kämmerer Matthias Hirner will in den Etat 2020 rund 200 000 Euro einstellen und weitere 1,62 Millionen Euro im Haushalt 2021 finanzieren. „Nach derzeitigem Stand ist eine Finanzierung der Modernisierung mit eigenen Mitteln, ohne Kreditaufnahme, möglich.