Sachsenheim Aus für die Hocketse

Eine Szene von der Hocketse im Mai 2013: Die Veranstalter aus der Eintracht Kleinsachsenheim stellen die Reihe nun ein.
Eine Szene von der Hocketse im Mai 2013: Die Veranstalter aus der Eintracht Kleinsachsenheim stellen die Reihe nun ein. © Foto: Helmut Pangerl
Sachsenheim / CAROLINE HOLOWIECKI 05.03.2015
Die Eintracht Kleinsachsenheim stellt nach 30 Jahren ihre Frühjahrshocketse ein. Der Männergesangverein hatte sich zuletzt damit schwergetan, fitte Helfer für Auf- und Abbau und Bewirtung zu finden.

"Akropolis adieu! Ich muss geh'n." Mit einem Lied auf den Lippen verabschiedet der Männergesangverein Eintracht Kleinsachsenheim seine Traditionszusammenkunft Frühjahrshocketse. Die Veranstaltungsreihe wird eingestellt, und dies nach Jahrzehnten, teilt Walter Palm, der Sprecher des Vereins, mit.

Der Grund: Dem Verein fehlt's an Personal. Zum einen sei es in einem Gesangsensemble, in dem der Altersdurchschnitt bei 70 Jahren liege, schwierig, die nötige Manpower aufzubringen, es fehle schlichtweg die körperliche Kraft, erläutert Walter Palm. Zudem binde die zweitägige Veranstaltung viele Menschen. Das Mitglied rechnet vor: Bereits am Freitag muss die Maschinenhalle auf dem Erdbeerhof Schmid, wo seit den 90er-Jahren gefeiert wird, geleert und gefegt werden, dann werden die eigenen Gerätschaften aus dem Lager geholt. Nach dem Aufbau beginnt am Samstag um 17 Uhr das Fest, das bis kurz vor Mitternacht andauert, am Sonntagmorgen geht's in der Frühe weiter mit der Kirche im Grünen und später mit der Bewirtung am Grill. Nachmittags werden Kuchen verkauft, die die Frauen, die dem Verein verbunden sind, selbst backen. Und wenn die Hocketse am Sonntag gegen 22 Uhr endet, steht am Montag der Abbau an. Pro Tag, so Walter Palm, brauche man allein für die Bewirtung rund 30 Leute. Kurzum: jede Menge zu tun für die aktiven und passiven Vereinsmitglieder sowie deren Familienmitglieder und Bekannte. "Wir hatten immer einen ganzen Schwung freiwilliger Helfer aus Kleinsachsenheim. Aber auch dort wurde es immer schwieriger, jemanden zu finden", sagt der Vereinssprecher.

An Besuchern habe es der Hocketse nicht gemangelt, betont Walter Palm. Die Veranstaltung ist in Kleinsachsenheim bekannt. Die erste Hocketse hatte die Eintracht am 8. September 1985 am Sauberg ausgerichtet. Seinerzeit hatte der Verein Bratbirnenmost ausgeschenkt, weiß Walter Palm zu berichten. Der damalige Vorsitzende Theo Huber - er war zu der Zeit bereits mehr als 30 Jahre im Vorstand gewesen - singt bis heute im Alter von 82 Jahren bei der Eintracht.

Nach 30 Jahren ist nun also Schluss. Immerhin: In finanzielle Bedrängnis bringe das Aus der Veranstaltung den Verein nicht, da sich die Eintracht durch den Zusammenschluss mit dem Männerchor des Liederkranzes Löchgau als Singgemeinschaft die Kosten für die Dirigentin teilen kann.

Info Einer der größten Auftritte der Singgemeinschaft der Eintracht zusammen mit dem Männerchor des Liederkranzes Löchgau in diesem Jahr ist beim Sängerherbst am Samstag, 7. November, in der Mehrzweckhalle in Kleinsachsenheim. Das Jahresprogramm findet man online.

Geschirr wird nun verkauft

Verkauf Die Eintracht verkauft nach dem Aus der Hocketse nun Geschirr, Besteck, eine Geschirrspülmaschine und mehr. Interessenten können sich unter Telefon (07147) 35 53 oder per Mail an heinzhowanski@gmx.de melden. Dort kann man eine Liste mit den Artikeln, die verkauft werden, anfordern. Die Liste kann man auch online einsehen.

SWP