Wald Auch Sersheims Bäume haben Durst

Sersheim / Michaela Glemser 04.12.2018

Ähnlich wie zuletzt die Revierförster aus Sachsenheim berichteten, müssen die Kollegen auch im benachbarten Sersheimer Wald mit mehreren Widrigkeiten zurechtkommen. Doch es gibt auch hier positive Aspekte.

Rund 739 Festmeter hat Revierförster Hartmut Flunkert für den Holzeinschlag im kommenden Forstbetriebsjahr kalkuliert. Die Verkaufserlöse hat er auf insgesamt 47 200 Euro im Jahr 2019 beziffert, wobei Flunkert dabei vor allem auf gute Ergebnisse der Eichensubmission setzt. Diese war auch im zurückliegenden Jahr 2018 wieder ein Erfolg, wie der Sersheimer Revierförster am Freitagabend den örtlichen Gemeinderäten berichten konnte. Aufgrund der guten Marktlage wurde der Durchschnittspreis auf 430 Euro pro Festmeter gesteigert. „Die Eiche ist nicht nur im Verkauf die derzeit gefragteste Baumart, sondern stellt bei einem Laubholzanteil von insgesamt 80 Prozent mit etwa 36 Prozent Flächenanteil auch die prägende Baumart im Landkreis Ludwigsburg dar“, betonte der Experte.

Im Gegensatz zu den Eichen haben sich die Preise auf dem Nadelholzmarkt im Jahr 2018, wie berichtet, weniger positiv entwickelt. Das gilt auch für den Sersheimer Wald Der Sturm Burglind am 3. Januar 2018 beispielsweise, der im Revier zahlreiche Einzelwürfe und kleinflächige Sturmwürfe zur Folge hatte, und der anschließende Sturm Friederike führten zu hohen Mengen an Nadelholz auf dem Markt und damit zu starken Preiseinbrüchen. Zudem hatten die Fichten unter den anhaltend hohen Temperaturen und den geringen Niederschlagsmengen zu leiden. Die in Mitleidenschaft gezogenen Bäume waren und sind einem massiven Angriff von Borkenkäfern ausgesetzt, sodass im Jahr 2018 viel Käferholz aufgespürt und aufgearbeitet werden musste.

Probleme bei den Eschen

Die Laubbäume wie Buchen, Linden oder Ahorn sind ebenfalls durch die lange Trockenheit geschädigt und werden wohl geschwächt ins kommende Frühjahr starten und anfälliger für Schädlinge sein. „Auch die Forstkulturen, die im Frühjahr 2018 neu angelegt wurden, waren von der Trockenheit betroffen“, machte Revierförster Flunkert deutlich. Günstig sind und waren dagegen die Bedingungen für die lang erwartete natürliche Eichenverjüngung.

Revierförster Flunkert wies noch gemeinsam mit Forstrat Dr. Michael Nill vom Landratsamt Ludwigsburg darauf hin, dass das Eschentriebsterben nach wie vor sehr besorgniserregend sei. Auch 2018 mussten befallene Bäume entnommen werden, da es gegen diesen Pilzbefall aktuell noch kein anderes wirksames Gegenmittel gibt. Stark befallene Eschenbestände im Sersheimer Revier versuchen die Verantwortlichen in Eichenbestände umzubauen. Die jungen Kulturen brauchen jedoch meist Wildschutzmaßnahmen, um ungestört heranwachsen zu können.

Der Forstbetriebsplan 2019 im Überblick

30 700 Euro hat Revierförster Hartmut Flunkert im Forstbetriebsplan 2019 für Kultur- und Pflegemaßnahmen im Sersheimer Forst eingeplant. Dies macht neben den Personalkosten mit 52 600 Euro den größten Posten bei den Ausgaben aus. Diese belaufen sich auf eine Summe von 126 000 Euro. Dagegen stehen Einnahmen von knapp 65 000 Euro – macht ein Defizit von gut 61 000 Euro, das im Rahmen der Werte der zehnjährigen Forstbetriebsplanung liegt. Die Gemeinderäte akzeptierten das Defizit ohne große Diskussionen. mig

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