Diakonische Bezirksstelle Anlaufstelle für Menschen in Not

Mitarbeiter der Diakonische Bezirksstelle in Vaihingen (von links): Andrea Magenau, Sebastian Striegel, Heike Krieg und Michaela Siems.
Mitarbeiter der Diakonische Bezirksstelle in Vaihingen (von links): Andrea Magenau, Sebastian Striegel, Heike Krieg und Michaela Siems. © Foto: Martin Kalb
Vaihingen/Sachsenheim / bz 08.12.2017

Menschen in Not brauchen Anlaufstationen wo sie konkrete Hilfe bekommen. Die Diakonische Bezirksstelle in Vaihingen, zuständig für den gesamten Raum Sachsenheim, ist eine solche Einrichtung. Seit über 40 Jahren hilft sie unbürokratisch und professionell allen Menschen in Krisensituationen, unabhängig von deren Herkunft oder Konfession. Hier ein Erfahrungsbericht.

Nichts geht mehr

„Ich fühlte mich wie im freien Fall“ berichtet Lara T. (35) (Name geändert). „Nichts ging mehr. Es war, als zerrinne mein ganzes Leben innerhalb weniger Tage. Alles was Sicherheit gab, was man sich aufgebaut hatte, war wie weg“. Dabei führte die Familie mit ihren beiden Töchtern und dem erst kürzlich geborenen Baby bislang ein ganz normales Leben. Dann kam plötzlich die Diagnose. Herr T. ist schwer krank. Schon jetzt ist klar, dass er nicht mehr würde arbeiten können.

Doch wie das ganze Leben finanzieren, wenn einmal das Krankengeld weggefallen ist? Finanzielle Verpflichtungen müssen bedient werden, das Auto bezahlt, die Kinder kosten Geld. „Plötzlich war ich in einer mir völlig unbekannten Welt. Bereits jetzt konnte ich nur noch knapp den Strom bezahlen. Die Aufwendungen für die Krankheit waren enorm. Und ich fühlte mich darin völlig allein und orientierungslos. Ich war völlig überfordert und manchmal dachte ich daran, einfach Schluss zu machen.“ erzählt Lara T. weiter. Eine gute Freundin riet ihr dann, die Diakonische Bezirksstelle in Vaihingen aufzusuchen. „In allem Elend war das mein, nein unser, Glücksfall, wie ich heute sagen kann“ erzählt Frau T.

Hier wurde mit ihr ein Fahrplan gemacht, wie es weitergehen kann. „Oft sind wir die Lotsen im System, sortieren die Probleme, machen Haushaltspläne, zeigen die Wege zu Ämtern und Behörden auf, stützen und stabilisieren“ erklärt Michael Marek, Geschäftsführer und Sozialarbeiter der Diakonie. Dort hat man neben allen materiellen Nöten aber auch ein offenes Ohr für all die Nöte die in einer schweren Lebenskrise aufbrechen.

Die Menschen werden ernst genommen. Auch die psychische Verfassung spielt eine große Rolle. Das merkt auch Frau T. „Dass jemand da war und uns begleitet, zugehört und verstanden hat, war unglaublich wichtig. Ich bekam wieder echte Hoffnung. Alleine hätten wir das nicht geschafft.“ Durch die BZ-Aktion bekam die Familie in einer schwierigen und kritischen Phase ganz konkrete und unbürokratische Hilfe. „In solchen Fällen kommt irgendwann der Moment, wo das System kurz vor dem Zusammenbrechen ist“, beschreibt Michael Marek.

„Hier muss dann dringend und schnell stabilisiert werden. Staatliche Hilfen sind wichtig und gut. Aber manchmal dauert es zu lange oder sie reichen eben nicht aus. Auch gibt es leider Lücken im System. Hier sind wir unglaublich froh, dass wir die BZ-Aktion haben. Ohne sie könnten wir unseren Dienst schon lange nicht mehr in dieser wichtigen Art und Weise machen. Denn neben professioneller Beratung braucht es eben auch die unverzichtbare materielle Hilfe.“

Hilfe in 140 akuten Fällen

Im vergangenen Jahr konnten mit der BZ-Aktion so in über 140 Fällen akute Notfälle behoben oder gelindert werden. Dabei kommt jeder Cent eins zu eins ohne Abzug bei den Hilfebedürftigen an. „Deshalb danken allen Spenderinnen und Spendern, die diese Aktion tatkräftig und vertrauensvoll unterstützen“, so Michael Marek für das ganze Team der Diakonischen Bezirksstelle.