Oberriexingen Alte Stadtmauer wird freigelegt

Oberriexingen / RUDI KERN 19.06.2015
Ein weiterer Schritt in der Stadtkernsanierung von Oberriexingen steht bevor. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der Stadtmauer.

Die Abbrucharbeiten für die Stadtkernsanierung II in Oberriexingen beginnen in vier Wochen. Davon geht Architekt Michael Kirchner aus Vaihingen aus. Er informierte in der jüngsten Sitzung den Gemeinderat über die Ergebnisse der Ausschreibung. Von elf aufgeforderten Unternehmen hatten drei ihr Angebot abgegeben. Günstigster Bieter: die Firma Gutscher aus Markgröningen für knapp 27.000 Euro. Im Rathaus hatte man mit der Kostensumme von rund 23.000 Euro gerechnet. Wie Stadtkämmerer Frank Wittendorfer anmerkte, seien die Preise allerdings gestiegen, und nur wenige Firmen hätten im Sommer Kapazitäten frei.

Mit zwei Wochen wird die Dauer der Arbeiten eingeschätzt. Die Abbruchmaßnahmen betreffen die Gebäude Obere Gasse 6 und Zwingerstraße 5, wobei die Freilegung der historischen Stadtmauer zu beachten ist. Dem Zustand und der Substanz gilt die besondere Aufmerksamkeit des Denkmalamts. "Es ist eine zeitintensive Angelegenheit, die mit viel manueller Arbeit verbunden ist", wie Architekt Kirchner zum anfallenden Abbruchvolumen mit 940 Kubikmetern hervorhob. Die Abbruchkosten sind im Rahmen der Stadtkernsanierung als förderfähig einzustufen. Dabei entfallen 60 Prozent aufs Land, 40 Prozent auf die Stadt. Das Gebäude Obere Gasse 10 und die benachbarte Scheune Obere Gasse 8 werden zunächst nicht dem Bagger zum Opfer fallen. Für beide Gemäuer ist über eine nachfolgende Nutzung noch nicht entschieden.

Die Fortführung der Sanierung "Stadtkern II" hat in Oberriexingen höchste Priorität. Für die Neugestaltung in der Ortsmitte hat sich nach Wunsch von Gemeinderat und Verwaltung eine Bürgerwerkstatt gebildet, deren Vorschläge in die Konzeption einfließen sollen. Begleitet wird das Projekt von der Stadtplanerin Claudia Krüger von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung. Rund 400.000 Euro sind im aktuellen Haushalt schon mal für das Areal mit rund 750 Quadratmetern Fläche eingestellt. Die Frist für Fördermittel für das Stadtkernsanierungsprogramm wurde vom Regierungspräsidium bereits bis zum 30. Juni 2017 verlängert.