Markgröningen / BZ  Uhr
Hunderte Eltern und Jugendliche wurden in Markgröningen über Gefahren und Chancen der neuen Medien aufgeklärt. Informationen gab es bei der Aktion "Die NetzkulTour".

Smartphones, Tablets, Spielekonsolen: Die neuen Medien sind Teil unserer Lebenswelt und verändern diese zunehmend. Die rasante Entwicklung macht es Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen schwer, Möglichkeiten und Risiken gegeneinander abzuwägen. Die kommunale Jugendarbeit Markgröningen führte deshalb jüngst das große Kooperationsprojekt "Die NetzkulTour" durch, um dem Thema zu begegnen.

Das Team der kommunalen Jugendarbeit besteht aus drei Schulsozialarbeiterinnen, tätig an fünf Schulen, und zwei Sozialpädagogen des Jugendhauses. Als Kooperationspartner standen ihnen die Referenten Uli Sailer, Christa Rahner-Göhring und Karin Lehmann, freie Referenten der Initiative "Kindermedienland Baden-Württemberg" des Landesmedienzentrums, sowie Roland Linder, langjähriger Mitarbeiter der Jugend- und Drogenberatungsstelle "Chillout" von Caritas und Diakonie, zur Seite.

Als Auftakt fand für Fach- und Lehrkräfte bereits Anfang März ein Film- und Diskussionsabend im Jugendhaus Markgröningen statt. Außerdem wurden zwei thematische Elternabende angeboten: Für die Eltern von Grundschulkindern gab Christa Rahner-Göhring Tipps und Anregungen zum kindgerechten Umgang mit Handy, Fernsehen und Computer im Alltag. Für Eltern von Kindern an weiterführenden Schulen fand in der Stadthalle ein Elternabend mit zwei Themenvorträgen statt. Es gab Informationen, welche die Referenten auf unterhaltsame Art dem Publikum nahebrachten, teilt die Stadt mit.

Roland Linder führte durch die Neurobiologie der Medien-Sucht. Seine These: "Muten Sie sich Ihren Kindern zu", auch wenn die Jugendlichen pubertätsbedingt oft kein Interesse an Gesprächen hätten. Uli Sailer führte die Zuhörer durch "Neues aus der Medienwelt 2015" und erzielte sofortige Aha-Effekte, so dass einige der Eltern noch während des Elternabends ihre Smartphones zückten, Datenschutz-Einstellungen änderten oder nachsahen, inwieweit ihre Bewegungsprofile mittels ihres Smartphones erfasst sind. Die Stadthalle war voll belegt und die Rückmeldungen bezüglich der Referenten und der Gesamtorganisation waren durchweg positiv, so die Stadt.

Auch für Kinder und Jugendliche war einiges geboten: An den weiterführenden Schulen wurden 31 Workshops über Mediennutzung, Soziale Netzwerke und WhatsApp, Datenschutz und Mediensucht ausgerichtet. Im Jugendhaus gab's Film- und Diskussionsabende. Insgesamt konnten laut Stadt mit "NetzkulTour" rund 350 Eltern, 750 Schüler und viele Jugendliche erreicht werden. Die kommunale Jugendarbeit will sich auch in Zukunft Themen aus der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen widmen.