Viele Ausreißer gab es nicht in Sachsenheim – doch eine AfD-Hochburg innerhalb der Stadt. Die lag erneut im Wahllokal Kindergarten Spatzennest in Großsachsenheim. Hier kam die AfD auf 20,07 Prozent der Stimmen. Direktkandidat Marc Jongen holte 20,56 Prozent und landete vor SPD-Kandidat Thomas Utz (17,75). Bei der Landtagswahl 2016 hatte die Partei dort sogar 27,91 Prozent erreicht.

Das Gebiet befindet sich beim Areal in der Heinrich-Heine-Straße, das die Kirche Ende 2015 ans Landratsamt verpachtete. Die geplante Erstunterkunft für Flüchtlinge kam nie. Die Stadt kann sich – insofern der Vertrag zwischen Land und Kirche auf gelöst wird – vorstellen, vor allem Wohnungen für sozial Schwache, aber auch für Flüchtlinge zu errichten. Das hatte Bürgermeister Horst Fiedler jüngst auf Nachfrage gegenüber der BZ gesagt. Für ganz Großsachsenheim kommt ein AfD-Wert von 15,88 Prozent zustande. Aus weiteren Wahlbezirken erhält die Partei teilweise bis zu 18 Prozent, sodass sie in Sachsenheim ein sowohl bundesweit als auch für den Wahlkreis überdurchschnittliches Ergebnis (14,18 Prozent) erzielt.

Ein paar Meter weiter vom Wahllokal Spatzennest, im Kindergarten Regenbogen, sind die beiden Volksparteien gar nicht so weit auseinander: Hier findet sich der höchste Wert für die SPD (20,39) und gleichzeitig der niedrigste für die CDU (28,72)

Spitzenwerte erreichen aber auch die Grünen in Sachsenheim. Insgesamt liegt die Partei in der Stadt nur knapp ein Prozent (14,08) über dem Wahlkreis-Ergebnis. Aber im Wahllokal Hudelweg kam die Umwelt-Partei beispielsweise auf 17,63 Prozent, dafür im Spatzennest nur auf 8,96 Prozent. Sachsenheims Hochburg der FDP liegt in Häfnerhaslach. Dort schaffte es die Partei auf 19,94 Prozent – mehr als fünf Prozentpunkte über dem Wahlkreis-Schnitt. Dabei schnitten die Liberalen in er Gesamtstadt mit 13,02 Prozent unterhalb des Werts des Wahlkreises ab.

Verglichen mit den Bundestagswahlen von 2013 verlor die CDU in Sachsenheim – ähnlich wie im gesamten Wahlkreis Neckar-Zaber – am deutlichsten: 33,58 Prozent der Zweitstimmen bedeuteten einen Absturz um 12,2 Prozent. Das gilt auch für den erneuten Direktkandidaten Eberhard Gienger, der sogar mehr als 13 Prozent der Stimmen (Ergebnis: 40,21 Prozent) verlor. Die höchste Zustimmung erhielt Gienger in Hohenhaslach. Hier erreichte er 49,28 Prozent der Stimmen. Allerdings: Bei letzten Mal hatte Gienger mehr als 60 Prozent abgegriffen.

Die kleine Stadt Oberriexingen (Wahlkreis Ludwigsburg) machte sich bei der Wahlbeteiligung ganz groß: 84,52 Prozent der Bürger gingen zur Wahl, eine der höchsten Werte im gesamten Landkreis Ludwigsburg. In Vaihingen fuhr der SPD-Direktkandidat Macit Karaahmetoglu eines der schlechtesten Wahlergebnisse ein (15,04 Prozent), auch bei den Wahlen vor vier Jahren war die SPD bei den Erststimmen hier schon verhältnismäßig schwach.