Konzentriert malte Laura Reichert den kleinen Stoffdelfin an, der ihren neuen Schlüsselanhänger zierte. Die Achtjährige aus Hohenhaslach hatte beim Bastelangebot des Teams vom Kindergarten Regenbogen viel Spaß. „Die Farbe auf dem Delfin, der zu meinen Liebligstieren gehört, muss erst richtig trocknen, aber ich freue mich schon darauf, wenn ich zuhause meine Schlüssel daran hängen kann“, erklärte das Mädchen stolz.

Sie war eines der insgesamt rund 150 Kinder, die an der diesjährigen Sachsenheimer Stadranderholung teilgenommen haben. Traditionell bildete das große Kinderfest „Klopferlestag“, das in diesem Jahr aufgrund des regnerischen Wetters am Sonntag im Schulzentrum Großsachsenheim stattfand, den Abschluss des Sommerferienprogramms der Stadt.

Auf der großen Bühne in der Mensa hatten auch die Kinder der Stadtranderholung ihren großen Auftritt, bei dem sie als „StaRA-Chor“ die Lieder vortrugen, die sie in den Freizeittagen in Kleinsachsenheim und Hohenhaslach begleitet hatten. „Alle sind dabei und alle machen mit, das ist der Sachsenheimer Sommerhit“, sangen die Mädchen und Jungen gemeinsam mit den Betreuern unter der Leitung von Stadtjugendpfleger Nico Blum. In diesem Jahr stand die Stadtranderholung unter dem Motto „Märchenwald“, das natürlich in den Liedern der Kinder auch vielfältig zum Ausdruck kam.

„Rund 400 Kinder haben insgesamt an den unterschiedlichen 43 Programmpunkten des Sachsenheimer Sommerferienprogramms teilgenommen. Das ist eine tolle Resonanz. Nicht nur die Kinder haben viel Spaß und eine sehr gute Betreuung, auch die Eltern sind beruhigt. Die Vereine und Organisationen können sich präsentieren und Kontakte knüpfen“, lobte Bürgermeister Holger Albrich und bedankte sich herzlich bei allen Beteiligten.

Auch beim „21. Klopferlestag2, der seinen Namen dem einstigen Schlossgeist im Sachsenheimer Wasserschloss zu verdanken hat, waren örtliche Vereine und Organisationen vertreten. „Es ist natürlich ebenso unser Ziel, uns mit dieser Teilnahme einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und Interesse zu wecken. Wir stellen heute vor, was bei einer Mehlstaubexplosion passiert, die Kinder dürfen am Spritzenhäusle mit dem Wasserschlauch löschen und bei einem speziellen Spiel mit Hebekissen ihre Geschicklichkeit probieren“, schilderte Roman Dupper, Betreuer und ehemaliger Jugendwart der Feuerwehr Sachsenheim, deren Nachwuchsfloriansjünger zwischen zehn und 17 Jahren derzeit 30 Mitglieder zählen. Die Hebekissen, die zur technische Hilfeleistung beispielsweise bei einem Verkehrsunfall zum Einsatz kommen, erforderten von den Kleinen schon ein gewisses Fingerspitzengefühl. „Die Kinder können die Luft in den Hebekissen mit Hebeln steuern und müssen dadurch eine Kugel durch ein Holzlabyrinth bewegen, das auf diesen Hebekissen liegt“, machte der stellvertretende Jugendleiter der Sachsenheimer Wehr, Sebastian Schmälzle, deutlich, „sie sollen dabei auch nachempfinden können, wie viel Feingefühl für die Bedienung der Hebekissen nötig ist.“

Die Mitarbeiter einiger Kindertageseinrichtungen der Stadt bastelten mit den kleinen Besuchern nicht nur lustige Schlüsselanhänger, sondern auch kunterbunte Brillen mit viel Glitzer oder schillernde Kreisel aus alten CDs, Knete und Murmeln. Die Verantwortlichen der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf luden die Mädchen und Jungen zu einem Wurfspiel auf eine alte Ritterburg ein, bei dem es schöne Preise wie Mal- oder Lesebücher zu gewinnen gab. Zudem konnten sich die Kleinen beim Kinderschminken in eine Fledermaus oder einen Schmetterling verwandeln lassen. Die Mitglieder der Jugendgruppe des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) forderten ebenfalls die Geschicklichkeit der jungen Festgäste beim Dosenwerfen heraus. Zudem konnten die Kinder ein kleines Modell eines DRK-Einsatzwagens basteln.

Vor der Mensa und dem Jugendhaus wartete noch ein Hüpfburgrennen sowie ein Reifen-Geschicklichkeitsspiel auf die Mädchen und Jungen, deren Eltern sich bei Kaffee und Kuchen oder Grillspezialitäten in der Mensa bei einer unterhaltsamen Clown-Show amüsierten, bei der sogar Bürgermeister Albrich aktiv im Programm mitwirkte.