Sachsenheim Abriss für mehr Sozialwohnungen

Die drei Gebäude an der Oberreixinger Straße Ecke Seepfad werden im Herbst abgerissen. Bis 2020 soll hier sozialer Wohnbau entstehen.
Die drei Gebäude an der Oberreixinger Straße Ecke Seepfad werden im Herbst abgerissen. Bis 2020 soll hier sozialer Wohnbau entstehen. © Foto: Martin Kalb
Von Mathias Schmid 07.08.2018

Manchmal wird es statt teurer günstiger. So sieht es beim Abbruch der Gebäude Oberriexinger Straße 12 und 14 sowie Seepfad 2 aus. Hier lässt die Stadt zentrumsnah in Großsachsenheim sozialen Wohnbau bauen. Für den Abriss waren verwaltungsintern 116 000 Euro geschätzt und sicherheitshalber 120 000 im Haushalt eingeplant worden. Kosten soll das ganze nun lediglich gut 87 000 Euro. Der Abriss ist für Herbst geplant.

Dieses Angebot machte die Firma Reutlinger Abbruch aus Reutlingen als günstigster Bieter. Der Gemeinderat stimmte diesem Plan mit Freuden zu. Die Verwaltung ist zudem guter Dinge, dass sie für den Abriss noch Zuschüsse aus der Städtebauförderung erhält. Dadurch würde sich die Summe noch einmal reduzieren. Eventuelle Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau würden der Bietigheimer Wohnbau zufließen, die das Projekt als Investor umsetzt.

Zunächst keine Angebote

Bereits im April 2017 war im Gremium beschlossen worden, das derzeit noch bebaute Areal Seepfad 2 und Oberriexinger Str 12 und 14 in Großsachsenheim als Projekt für bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln. Die daraufhin erfolgte Ausschreibung im Bieterverfahren war jedoch ohne Angebot geblieben. Im Juni hatte dann die die Bietigheimer Wohnbau ihr Interesse bekundet. Ende Oktober war der Investor dann vom Gemeinderat beauftragt worden auf diesem Areal sozialen Wohnungsbau zu realisieren. Zudem wurde festgelegt, dass die Stadt das Areal in geräumten Zustand übergeben muss. Dem kommt sie jetzt nach. Die Abrissarbeiten sollen laut Stadtsprecherin Nicole Raichle im Oktober oder November beginnen. Die genaue Abstimmung muss noch erfolgen. Laut aktuellem Plan soll aber der Baubeginn im Frühjahr 2019 erfolgen. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2020 geplant.

Die Wohnbaugesellschaft wird auch die zukünftige Mietverwaltung übernehmen. Um langfristig im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus Wohnraum zur Verfügung zu haben, hatte der Gemeinderat eine Mietbindung von 30 Jahren beschlossen. Der Investor hatte eine 15- und eine 30-jährige Variante vorgeschlagen.

Im Haushaltsplan 2018 der Stadt Sachsenheim sind für den Abbruch Gelder in Höhe von 120 000 Euro eingestellt. Unter den insgesamt 9 Angeboten war aber unter anderem besagtes der Firma Reutlinger zu deutlich günstigeren Konditionen dabei.

13 Wohnungen entstehen

Die Bietigheimer Wohnbau wird auf dem Areal insgesamt 13 Wohneinheiten mit rund 900 Quadratmetern Wohnfläche barrierefrei auf drei Etagen plus Dachgeschoss errichten. Was die Aufteilung der Wohneinheiten betrifft,  sind Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 53 bis 97 Quadratmeter vorgesehen. Im Angebot für die unterschiedlichen Wohnungsgrößen stehen eine Vier-, sieben Drei- und fünf Zwei-Zimmer-Wohnungen. Zudem sollen in der geplanten Tiefgarage 12 Stellplätze und im Außenbereich ein Stellplatz entstehen.

Die Wohnungen sollen anhand eines Punktesystems belegt werden. Kriterien werden Notfälle wie häusliche Gewalt, drohende Obdachlosigkeit oder gesundheitsgefährdende Wohnverhältnisse, Wohnungssuchende in Wohnheimen, Hotelunterkünften, Frauenhäuser oder in Untermiete sein. Zudem werden Überbelegungen in Wohnungen, Alleinerziehende, zu hohe Mieten, Schwerbehinderung, minderjährige Kinder wie auch Wartezeiten im Punktesystem berücksichtigt.

Die Stadt sieht das Projekt in der Oberriexinger Straße und im Seepfad als „ein erstes Erfahrungsprojekt im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus“. In den kommenden Jahren sollen nach Möglichkeit weitere Projekte umgesetzt werden.

Info Mit dem Thema sozialer Wohnbau in verschiedenen Kommunen im Kreis beschäftigt sich die BZ auch in der Mittwochsausgabe.

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