Die Scheinwerfer erhellen die Bühne, buntes Licht schwirrt durch den Raum, setzt Bühne und Publikum in Szene. Oben an der Decke dreht eine Discokugel ihre Runden. Nur einige Zentimeter über dem Fußboden ist die Bühne aufgebaut. Sie und die Besucher trennt nichts. Anfangs hört das Publikum noch ein wenig zurückhaltend zu. Doch es kommen auch nach dem offiziellen Konzertbeginn noch ordentlich Leute dazu. Jüngere, ältere – alle drücken sie in den vergleichsweise kleinen Raum des SKV Sersheim. Vorne steht die Band „Partyblues“ und macht lautstark Musik.

Den Kostenrahmen decken

Der SKV Sersheim richtet mehrmals im Jahr Veranstaltungen oder Konzerte wie dieses aus. Dabei geht es dem Verein nicht um Profit, wie Schriftführer Peter Baumann betont: „Wir wollen den Kostenrahmen decken.“ Nach Vereinsangaben besteht der Klub aus rund 100 Mitgliedern, etwa 60 Erwachsene und 40 Kinder. Der Freundeskreis zählt um die 50 Mitglieder.

Unter die Gäste hatte sich auch Hermann Lorch gemischt, den im Verein alle „Herbie“ nennen. Seit einigen Jahren ist der Oberriexinger im SKV Mitglied. An diesem Abend war er nicht zum Schaffen eingeteilt, an der Bar standen andere. Lorch war trotzdem da – beinahe eine Selbstverständlichkeit, wenn man ihn von der Gemeinschaft und den Leuten im Verein schwärmen hört: „Zur Familie geht man gerne heim.“

In drei Jahrzehnten Klubgeschichte ist vieles aufgebaut und entwickelt worden. Der SKV mit seinem Vereinsheim am Ortsrand hat sich etabliert. Zu den Veranstaltungen kämen nicht nur Stammgäste, sondern auch Leute, die nicht in Sersheim wohnen, erzählt Baumann. Kernpublikum aber seien nach wie vor die Einheimischen. „Wir sind hier aufgewachsen. Man kennt es einfach“, bestätigen zum Beispiel Tobias Lichner und Alex Weber. Die beiden Kumpels wollten am Samstagabend gemeinsam etwas unternehmen. Da sie ganz in der Nähe wohnen, habe sich das Event natürlich angeboten. Bei einem Live-Konzert seien sie zudem noch nie im SKV-Vereinsheim gewesen. Auch das habe sie gereizt, erzählen die beiden und fügen hinzu: „Für junge Leute gibt es hier in der Nähe sonst wenig Möglichkeiten zum Ausgehen.“ Ganz ähnlich wie diese beiden sehen es auch die Freundinnen Kim Bechtle, Fabienne Reiff und Lea Brandhuber, die am Samstagabend ausgehen wollten, aber eben nicht zu weit weg. Sie haben sich zwar zu dritt verabredet, trafen beim Konzert aber schnell auf bekannte Gesichter. „Wir waren schon oft bei Veranstaltungen wie der ‚Wünsch-dir-was-Party‘ oder der ‚Après-Ski-Party‘ hier“, erzählen die Sersheimerinnen. Vor dem „Osterrock mit ‚Partyblues‘“ haben sich die jungen Frauen informiert, weil sie die Band bis dato nicht kannten. Das Zwischenfazit fiel positiv aus: Es sei so wie erwartet und eine gute Musikmischung.

Zwei Zugaben

„Partyblues“ aus Stuttgart zeigte sich vielseitig. Da war „Sweet Home Alabama“ genauso zu finden wie „Hit the Road Jack“ von Ray Charles oder „Valerie“ von Amy Winehouse. Die fünfköpfige Coverband, die häufig für Hochzeiten gebucht wird, war in den letzten zehn Jahren bereits einige Male in Sersheim und kommt eigenen Angaben nach immer wieder gerne zurück. Die Stimmung am Samstagabend bestätigte das: Erst drei Sets und zwei Zugaben später gingen die Lichter auf der Bühne aus – da war es bereits halb zwei in der Nacht.