Sachsenheim/Markgröningen/Vaihingen "Life rund ums Heckengäu": Landschaftspflege schreitet voran

Fachgerechte Schnittmaßnahmen an Obstbäumen - dies ist ein Schwerpunkt des Life-Projekts im Vogelschutzgebiet Stromberg.
Fachgerechte Schnittmaßnahmen an Obstbäumen - dies ist ein Schwerpunkt des Life-Projekts im Vogelschutzgebiet Stromberg. © Foto: Landratsamt
Sachsenheim/Markgröningen/Vaihingen / BZ 23.10.2014
Das EU-Projekt "Life rund ums Heckengäu" im Kreis macht Fortschritte. Das Landratsamt kündigt weitere Maßnahmen in Markgröningen, Sachsenheim und Vaihingen an.

Brachgefallene Streuobstwiesen und zugewachsene Magerrasen sind die Sorgenkinder des Naturschutzes. Wo die Böden schlecht und die Hanglagen steil sind, lohnt sich die arbeitsintensive Bewirtschaftung in vielen Fällen schon lange nicht mehr. Mit Büschen und Bäumen zuwachsende jahrhundertealte Kulturlandschaften sind die Folge. Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten gehen verloren. Dem wirkt "Life rund ums Heckengäu" entgegen. Mit dem EU-Projekt, an dem neben den vier Landkreisen Ludwigsburg, Böblingen, Calw und Enzkreis die Regierungspräsidien Stuttgart und Karlsruhe sowie die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg beteiligt sind, wurden im Landkreis Ludwigsburg seit 2012 bereits rund 7,5 Hektar brachgefallene Magerrasen und artenreiche Blumenwiesen entbuscht, die nun wieder beweidet oder regelmäßig gemäht werden. Weitere Maßnahmen in Markgröningen, Sachsenheim und Vaihingen sind im Winterhalbjahr 2014/2015 geplant.

Laut Landratsamt werden in Markgröningen in den Naturdenkmalen Schlüsselberg und Sonnenberg im Glemstal weitere 2,8 Hektar Kalkmagerrasen entbuscht beziehungsweise freigestellt, um diese wieder beweidbar zu machen. Eine Vielzahl von Orchideen und anderenseltenen Pflanzenarten wird davon profitieren.

Eine andere Zielrichtung haben die Maßnahmen in Streuobstwiesen bei Sachsenheim und Vaihingen. Im dortigen Vogelschutzgebiet Stromberg geht es vorrangig um die Optimierung der Lebensräume für die charakteristischen Vogelarten wie Grünspecht, Halsbandschnäpper, Neuntöter und Wendehals sowie der artenreichen Blumenwiesen mit Salbei und Wiesenbocksbart. In Häfnerhaslach und Ochsenbach werden weitere zehn Hektar Streuobstwiesen gepflegt. Darüber hinaus sind Maßnahmen in Sachsenheim-Spielberg und in Vaihingen-Gündelbach geplant. Auch hier sollen die Flächen anschließend über schonende Beweidungsprojekte oder Mahd offen gehalten werden, die über den Vertragsnaturschutz organisiert werden.

Alle Pflegeflächen sind Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000", für das die EU-Mitgliedsstaaten geeignete Flächen gemeldet hatten und auf denen die Vorkommen bestimmter Lebensräume mit ihrer gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt nach internationalen Verpflichtungen geschützt und erhalten werden müssen. In diese Gebiete werden aber auch vorrangig die Fördermittel für Landschaftspflegemaßnahmen gelenkt.