"Für mich ist es die Pflicht eines jeden Christen, eine aktive Gemeinschaft aufzubauen und sich in den Dienst für andere zu stellen. Deshalb war es aus meiner Sicht auch schnell klar, dass ich mich weiter im Kirchengemeinderat einsetzen werde", betonte Rita Perna-Calabrese am Sonntagvormittag nach dem Gottesdienst in der St. Franziskus-Kirche in Großsachsenheim. Auch ihre Mitbewerberin Regina Schöbel musste über ihre Kandidatur für den Kirchengemeinderat nicht lange nachdenken. "Eine lebendige Gemeinde lebt von den Menschen, die sich in ihr engagieren. Die Aufgaben, die jeder übernehmen will, kann er sich selbst einteilen. Das Angebot im Kirchengemeinderat ist sehr vielfältig. Es gibt die Möglichkeit, in den unterschiedlichsten Bereichen mitzuarbeiten", erklärte Schöbel.

Auch für Michael Lüer vom Kirbachhof ist die Mitarbeit im Kirchengemeinderat mit vielen schönen Momenten verbunden. "Wenn wir uns alle zusammen für ein Projekt einsetzen, und dieses gelingt, ist es wirklich eine tolle Sache. So wurde vor rund viereinhalb Jahren der Ökumenische Mittagstisch auf die Beine gestellt, der inzwischen sehr erfolgreich durchgeführt wird. Natürlich gibt es auch skeptische Stimmen, die zunächst einmal erstaunt darüber sind, dass ich mich im Kirchengemeinderat engagiere. Aber die Menschen denken schnell näher darüber nach und stellen neugierige Fragen", schilderte Lüer. Auf die Frage nach der Wahlbeteiligung, die er sich wünscht, muss der Sachsenheimer Katholik ein wenig überlegen. "Es gehen in unserer Kirchengemeinde nur etwa acht Prozent der Gemeindemitglieder regelmäßig in die Kirche. Daher denke ich, dass eine Wahlbeteiligung von 20 Prozent super wäre", so Lüer.

Ob diese Zahl am Sonntag tatsächlich erreicht wurde, ließ sich am Urnengang im Pfarrbüro neben der Franziskuskirche nicht ablesen, denn allzu viel Betrieb herrschte hier am Vormittag auch nach dem Sonntagsgottesdienst nicht. "Die meisten Wahlunterlagen kommen per Briefwahl zu uns. Etwa drei Viertel der Wähler nehmen diese Möglichkeit in Anspruch. Das war auch bei der zurückliegenden Wahl vor fünf Jahren schon so. Die Menschen nutzen einfach diesen bequemen Weg", erklärte Guido Kluth, der gemeinsam mit Hermann Blattmacher und Pfarramtssekretärin Martina Bello über die Wahlurne wachte. "Bisher sind heute sehr viele ältere Mitglieder unserer Gemeinde persönlich zur Wahl gegangen, aber es waren auch einige junge Menschen dabei. Bei der letzten Kirchengemeinderats-Wahl lag die Wahlbeteiligung bei ungefähr 16,6 Prozent. Wir hoffen, dass wir diesen Wert auch in diesem Jahr erreichen können", machte Blattmacher deutlich.

Bis um elf Uhr hatte das Wahllokal im Pfarrbüro der St. Franziskus-Kirche am Sonntag geöffnet, bevor am Nachmittag im Franziskushaus die öffentliche Auszählung der Stimmen für den Kirchengemeinderat erfolgte. Insgesamt zwölf Stimmen konnte jeder Wahlberechtigte auf seinem Stimmzettel vergeben und diese unter den 14 Kandidaten verteilen. Pfarrer Sunny Muckumkal war froh, dass so viele Menschen bereit sind, sich für das Wohl seiner Kirchengemeinde einzusetzen. Für Kandidatin Perna-Calabrese ist die Kirchengemeinde durch ihre Mitarbeit im Kirchengemeinderat inzwischen sogar zu einer Art "zweiten Familie" geworden.